Eine Musikgruppe tritt auf einer Bühne auf und der Sänger singt ins Mikrofon
Gesundes Hören

Piepen im Ohr: Tinnitus nach Konzerten und lauter Musik

Lesedauer unter 3 Minuten

Redaktion

  • Serena Gormann

Qualitätssicherung

  • Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)

Am „Tag danach“ hat man ein Brummen, Rauschen oder Pfeifen im Ohr? Für Viele ist das der erste Kontakt mit einem Tinnitus. Wenn die Ohren nach dem Konsum lauter Musik klingeln, pfeifen oder pochen, ist das mehr als unangenehm. Die Konzentration fällt schwer. Stille ist kaum auszuhalten. Hinzu kommt das mulmige Gefühl, den „kleinen Mann im Ohr“ nie wieder loszubekommen.

Piepen in den Ohren: Was man gegen den Tinnitus tun kann

Wenn die Ohrgeräusche nur kurz andauern, verstehen Sie es als ein Signal, dass es „zu lange zu laut“ war und nehmen Sie diese Warnung ernst. Am besten ist es daher, sich so zu verhalten, dass Ohrgeräusche gar nicht erst entstehen.

Die richtigen Ohrstöpsel für das Festival um das Piepen im Ohr zu vermeiden

Investieren Sie vor dem Festival in gute Ohrstöpsel. Sie sind der wichtigste Schutz gegen dauerhafte Einwirkung lauter Geräusche, durch welche die winzigen Haarsinneszellen im Innenohr Schaden erleiden können. Probieren Sie die Ohrstöpsel zuhause aus, benutzen Sie diejenigen, die am bequemsten sind und überprüfen Sie, ob sie richtig sitzen. Wählen Sie ein Paar, das die Geräusche spürbar reduziert. Schlecht sitzende oder unpassende Ohrstöpsel können ebenso schädlich sein wie gar keine – einfach weil sie einen im falschen Glauben lassen, man sei geschützt.

Viele meinen, durch Ohrstöpsel werde der Musikgenuss beeinträchtigt. Tatsächlich aber zeigen Forschungsergebnisse, dass man damit bei sehr großer Lautstärke sogar besser hört. Scheuen Sie sich nicht Ohrstöpsel zu tragen und genießen Sie die Musik auf verantwortungsvolle Weise. Vielleicht gelingt es Ihnen sogar, einige weitere Festivalbesucher zu überzeugen und vor Schaden zu bewahren.

Manche Ohrstöpsel sind so klein, dass sie vollkommen unbemerkt getragen werden können. Und wenn Sie Ihre Ohrschutzstöpsel vergessen haben sollten, erkundigen Sie sich auf den Festivals vor Ort. Immer häufiger werden hier einfache Gehörschutzstöpsel gratis angeboten.

Abstand von den Boxen wirkt Wunder um ein Piepen im Ohr zu vermeiden

Positionieren Sie sich in einem Winkel zur Geräuschquelle. Wählen Sie nie einen Standort direkt davor. Halten Sie genügend Abstand von den Boxen. Die Musik können Sie dann lange genießen und das Piepen im Ohr am nächsten Tag verringern.

Ausreichend Trinken hilft einen Tinnitus vorzubeugen

Nehmen Sie genug Flüssigkeit zu sich. Oftmals schwitzt man in Clubs und bei Partys und zu wenig Flüssigkeit im Körper schadet der Funktion des Innenohrs. Sorgen Sie also dafür, dass Sie genügend trinken. Allerdings sollten Sie größere Mengen Alkohol in einer lauten Umgebung vermeiden, weil dadurch eine für die Funktion des Ohrs entscheidende Flüssigkeit aus der Hörschnecke verdrängt wird. Auf diese Weise können Schäden durch Geräuscheinwirkungen begünstigt werden.

Tanzen gegen Piepen in den Ohren?

Trägt Bewegung zur Gesundheit des Gehörs bei? Obwohl dadurch die Schutzfunktion von einem Paar guter Ohrstöpsel nicht ersetzt werden kann, ist Bewegung für die allgemeine Gesundheit des Gehörs nützlich. Drei Tage Dauertanzen ist allerdings auch irgendwann zu viel des Guten – selbst für die Ohren. Die laute Musik lässt sich nicht einfach „wegtanzen“.

Pausen für die Ohren 

Versuchen Sie, Pausen einzulegen. Pausieren Sie beim Konzert in jeder Stunde für ein paar Minuten. Suchen Sie einen ruhigen Ort auf, um Ihren Ohren zumindest für ein paar Momente Ruhe zu gönnen. Wenn Sie die Ohren ab und zu pausieren lassen, stellen sich diese auf die tatsächliche Stärke der Geräuscheinwirkung ein und können sich anschließend wieder an eine „normale Geräuschumgebung“ anpassen. So können sich die Ohren erholen und sind auf die nächste Strapaze besser vorbereitet.

Entspannung für die Ohren

Wenn es trotz Vorsorgemaßnahmen doch zu einem Tinnitus gekommen ist: Entspannen Sie sich. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um das Anzeichen einer dauerhaften Schädigung, sondern um den Selbstschutz der Ohren.

Wenn die Ohrgeräusche, das Piepen im Ohr und der Tinnitus nicht nach einem Tag weggehen

In dieser ersten Akutphase können Ihnen HNO-Ärztinnen manchmal mit Infusionen und durchblutungsfördernden Medikamenten helfen.

Hinweis: Mit der Barmer-Arztsuche den richtigen Arzt oder die richtige Ärztin finden.

  • Übersetzt aus dem Englischen: Mimi Hearing Technologies

Weiterführende Informationen

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert. Dafür haben wir Brief und Siegel.

Nach oben