Ein Mann mit Beinprothese wird von einer Ärztin behandelt
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Fehlerhafte Medizinprodukte – Information & Beratung durch Ihre Barmer

Lesedauer unter 4 Minuten

Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Stefan Mehring

Sie haben den Verdacht, dass mit Ihrem Medizinprodukt etwas nicht in Ordnung ist? Eine heikle Situation, in der Sie auf die Barmer vertrauen können: Wir unterstützen Sie mit ausführlichen Informationen und individueller Beratung, wenn es um fehlerhafte Medizinprodukte geht.

Was sind fehlerhafte Medizinprodukte?

Zunächst einmal ist es wichtig, den Begriff "Medizinprodukt" zu definieren. Was genau als Medizinprodukt gilt, ist in der EU-Verordnung über Medizinprodukte definiert. Zusammenfassend können als Medizinprodukt jene Gegenstände, Apparate oder Instrumente bezeichnet werden, die am oder im Körper eingesetzt werden und dort eine bestimmte Funktion erfüllen. Bekannte Medizinprodukte sind zum Beispiel Herzkatheter, Stents, künstliche Hüft-, Schulter- oder Kniegelenke. Aber auch Verbandmittel, Pflaster oder Kontaktlinsen gehören dazu.

In einzelnen Fällen kann es vorkommen, dass durch einen Herstellungs- oder Materialfehler oder auch durch Herausgabe einer fehlerhaften Gebrauchsanweisung Probleme mit einem Medizinprodukt auftreten. Als Patient bemerken Sie in der Regel als erstes davon. Bemerkt der Hersteller einen Fehler, gibt er in der Regel eine Sicherheitsinformation heraus oder ruft die gesamte Medizinproduktserie zurück, wenn die Probleme gehäuft auftreten sollten.

Was geschieht, wenn Ihr Medizinprodukt von einem Rückruf betroffen ist?

Wenn eine Sicherheitsinformation oder ein Rückruf bei einem Medizinprodukt vorliegt, wird die Arztpraxis oder Klinik, die die betroffene Produktgruppe bei dem Hersteller bezogen hat, darüber informiert. Sollte Ihr Medizinprodukt von einem Rückruf betroffen sein, erhalten Sie wichtige Informationen also direkt von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Wenn Ihnen eine solche Nachricht übermittelt wird, führt dies häufig zu Verunsicherungen und Fragen. Besprechen Sie diese vertrauensvoll mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin und lassen Sie sich über das weitere Vorgehen aufklären. Die Hersteller informieren die Ärzte im Rahmen der Sicherheitsinformation oder dem Rückruf auch über notwendige Gegenmaßnahmen. In den meisten Fällen sind dies die Entnahme des Implantats sowie die daran anschließende Neuversorgung.

Was sollten Sie tun, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Medizinprodukt fehlerhaft ist?

Grundsätzlich ist Ihre behandelnde Arztpraxis die erste Anlaufstelle, um den Verdacht zu besprechen. Möchten Sie sich zunächst selbst über die aktuellen Rückrufe und die gemeldeten Sicherheitsinformationen der Hersteller informieren, bietet die Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte einen guten Überblick. Dort werden alle Meldungen der Hersteller zu Problemen mit Medizinprodukten aufgeführt, die möglicherweise auf einen Produktfehler zurückzuführen sind.

Um sicher zu gehen, dass es sich bei Ihrem Medizinprodukt tatsächlich um ein zurückgerufenes Produkt handelt, sind zusätzliche Informationen hilfreich – wie zum Beispiel den Namen des Herstellers, die Modell-/Typenbezeichnung, die Artikelnummer und die Chargen- oder Seriennummer. Bei eingesetzten Implantaten finden Sie diese in Ihrem Implantatpass. Einen solchen Pass erhalten Sie bei folgenden Implantat-Gruppen:

  • Bandscheibenprothesen
  • Brustimplantaten
  • Herzklappen
  • Hüft- oder Kniegelenkersatz
  • Nicht-resorbierbare Gefäßprothesen und -stützen
  • Wirbelkörperersatzsysteme

Zählt Ihr Medizinprodukt nicht zu den aufgeführten Implantat-Gruppen, erhalten Sie die benötigten Informationen von Ihrem operierenden Arzt bzw. Ihrer operierenden Ärztin. Liegt ein Entlassungs- oder Operationsbericht vor, können auch diesem möglicherweise hilfreiche Informationen entnommen werden.

Was geschieht bei einzelnen fehlerhaften Medizinprodukten?

Es kann auch vorkommen, dass keine ganze Serie, sondern nur ein einzelnes Medizinprodukt fehlerhaft ist. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ist in jedem Fall erster Ansprechpartner, um den Verdacht und die weiteren Schritte zu besprechen, wenn kein Rückruf vorliegt.
Auch die Spezialisten am Barmer Behandlungsfehler-Telefon beraten Sie zu Ihrem individuellen Fall.

Wie hilft Ihnen die Barmer bei einem fehlerhaften Medizinprodukt?

Am Behandlungsfehler-Telefon der Barmer finden Sie Spezialisten, an die Sie sich ab dem ersten Verdacht auf ein fehlerhaftes Medizinprodukt wenden können.

Wir unterstützen Sie bei der Recherche nach aktuellen Produktrückrufen oder Sicherheitsinformationen. Zudem informieren wir Sie über die Möglichkeiten zur Durchsetzung persönlicher Schadenersatz- oder Schmerzensgeldansprüche gegenüber dem Hersteller des Medizinprodukts. Auch für uns als Barmer ist es wichtig, über die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen informiert zu sein, damit wir unsere Schadensersatzansprüche gegenüber dem Hersteller geltend machen können.

Die Spezialisten am Behandlungsfehler-Telefon erreichen Sie über unseren Telefonservice unter 0800 333 1010 (Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr; Anrufe aus den deutschen Fest- und Mobilfunknetzen sind für Sie kostenfrei).

Was passiert mit dem betroffenen Medizinprodukt?

Sie sind Eigentümer Ihres Medizinprodukts. Das bleibt auch so, wenn das Produkt, zum Beispiel ein Implantat, aus dem Körper entfernt werden muss. Das Krankenhaus darf daher nicht über das sogenannte Explantat verfügen, es zum Beispiel dem Hersteller für Materialuntersuchungen geben oder es gar wegwerfen. Das Explantat muss vielmehr aufbewahrt werden. Sie können es sich natürlich auch aushändigen lassen.

Nur, wenn Sie gegenüber dem Krankenhaus Ihr Einverständnis erklärt haben, darf es über das Explantat verfügen. Bedenken Sie aber, dass das Explantat für Sie ein wichtiges Beweismittel bei der Geltendmachung von Ersatzansprüchen sein kann – gerade wenn ein Verdacht auf einen Produktfehler vorliegt.

Was sind Ihre Vorteile bei der Barmer?

  • Telefonische Beratung durch Spezialisten am Behandlungsfehler-Telefon
  • Unterstützung bei der Recherche von Rückrufen und Sicherheitsinformationen
  • Information zu den Möglichkeiten zur Durchsetzung persönlicher Ersatzansprüche
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