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Beitragsbemessungsgrenze 2022: Was bedeutet das für meine Krankenversicherung?

Lesedauer unter 4 Minuten

Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Ab einem bestimmten Einkommen steigen die Beiträge zur Krankenversicherung nicht weiter an, sondern bleiben gleich. Diese Obergrenze wird Beitragsbemessungsgrenze genannt. Welche Beitragsbemessungsgrenzen 2022 gelten, auch für die Pflege- Renten- und Arbeitslosenversicherung, erfahren Sie hier. Zudem erhalten Sie in diesem Artikel Informationen dazu, ob sich die Beitragsbemessungsgrenze auf das Brutto- oder Nettoeinkommen bezieht und was die Beitragsbemessungsgrenze von der Versicherungspflichtgrenze unterscheidet.

Die Beiträge für die Sozialversicherungen wie die Krankenversicherung errechnen sich nach einem festgelegten Prozentsatz des jeweiligen Einkommens: Wer mehr verdient, zahlt mehr in die Sozialversicherungen ein. Doch das gilt nur bis zu einem bestimmten Monatseinkommen, der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze. Übersteigt das Einkommen diesen festgelegten Grenzwert, steigen die Beiträge zur Sozialversicherung nicht weiter an – egal wie hoch das Einkommen ist. Beitragsbemessungsgrenzen gibt es für alle Sozialversicherungsabgaben: also für die Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung.

Die Beitragsbemessungsgrenze 2022

Die Beitragsbemessungsgrenzen legt die Bundesregierung jährlich neu fest. Bei ihrer Berechnung wird vor allem die Entwicklung der Einkommen berücksichtigt. Die jährliche Anpassung an steigende oder sinkende Löhne und Gehälter soll für eine Stabilisierung der sozialen Absicherung sorgen.
Dabei werden für die Renten- und Arbeitslosenversicherung auch die unterschiedlichen Einkommensentwicklungen in den alten und neuen Bundesländern berücksichtigt. Für die Kranken- und Pflegeversicherung hingegen gilt eine bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze.

Beitragsbemessungsgrenze für Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Der Grenzwert liegt 2022 bundesweit bei 4.837,50 Euro pro Monat. Wer mehr verdient, zahlt dennoch nur den Beitrag, der sich aus dieser Obergrenze ergibt. Das bedeutet zum Beispiel mit Blick auf die Krankenversicherung: Egal ob Sie 4.837,50 oder 5.300,00 Euro pro Monat verdienen, Ihr Beitrag zur Krankenversicherung ist derselbe. Bei der Barmer liegt der monatliche Beitrag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Einkommen ab der Beitragsbemessungsgrenze in diesem Jahr bei 389,42 Euro.

Beitragsbemessungsgrenze für Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Arbeitslosen- und Rentenversicherung liegt höher als die für die Kranken- und Pflegeversicherung – zudem gibt es Unterschiede zwischen Ost und West, um die unterschiedlichen Einkommensentwicklungen in den alten und neuen Bundesländern auszugleichen. Das sind die Werte für 2022:

  • Neue Bundesländer: 6.750,00 Euro pro Monat
  • Alte Bundesländer: 7.050,00 Euro pro Monat

Hier gilt ebenfalls: Wer mehr verdient, zahlt nur den Beitrag, der sich aus der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze ergibt. Das bedeutet im Fall der Rentenversicherung jedoch auch, dass Versicherte nicht über den sich daraus ergebenden Beitrag hinaus in die Rentenkasse einzahlen, ihre spätere Rente also nicht relativ zum Einkommen steigt.

So berechnen Sie Ihre Beiträge
Mit dem Beitragsrechner der BARMER können Sie sich Ihre individuellen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ganz einfach ausrechnen. 

Bezieht sich die Beitragsbemessungsgrenze auf das Brutto- oder Nettoeinkommen?

Die Beiträge zur Sozialversicherung werden anhand des Bruttoeinkommens berechnet, also des Arbeitsentgelts aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung. Daher bezieht sich auch die Beitragsbemessungsgrenze darauf. Gleiches gilt für das Einkommen aus Rente und Versorgungsbezügen sowie für Einkommen, die zusätzlich zur Rente erzielt werden.

Bei hauptberuflich Selbstständigen ist die Grundlage zur Berechnung der Beiträge unter anderem das Arbeitseinkommen, also der nach Einkommenssteuerrecht ermittelte Gewinn aus einer selbstständigen Tätigkeit. Für die Berechnung herangezogen werden außerdem alle weiteren Einkünfte, die die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestimmen. Also beispielsweise Zinsen aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Renten.

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Was ist der Unterschied zwischen der Beitragsbemessungsgrenze und der Versicherungspflichtgrenze?

Während die Beitragsbemessungsgrenze festlegt, ab welchem Einkommen die Beiträge zur Sozialversicherung nicht weiter steigen, setzt die Versicherungspflichtgrenze fest, bis zu welchem Einkommen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sind. Die Versicherungspflichtgrenze wird häufig auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) bezeichnet und wird jährlich wie die Beitragsbemessungsgrenze von der Bundesregierung neu festgelegt. Die Versicherungspflichtgrenze 2022 liegt bei 64.350 Euro pro Jahr (5.362,50 Euro pro Monat).

Hierbei müssen in das Jahresentgelt auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie sonstige Extrazahlungen mit einberechnet werden. Wenn Ihr Jahreseinkommen, auch vorausschauend auf das nächste Jahr betrachtet, die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, sind Sie nicht mehr krankenversicherungspflichtig. Das bedeutet: Sie können bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichert bleiben oder in eine private Krankenversicherung wechseln.

Gut zu wissen:

  • Um beim Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze in Ihrer gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben, müssen Sie nichts weiter tun – Ihr Versicherungsverhältnis bei der gesetzlichen Krankenkasse setzt sich in diesem Fall als freiwillige Mitgliedschaft fort.
  • Ihre Beiträge bleiben gleich: Sie orientieren sich auch bei der freiwilligen Krankenversicherung an der Beitragsbemessungsgrenze.
  • Bei einer freiwilligen Krankenversicherung bei der BARMER können Sie ebenfalls ihre Familienangehörigen beitragsfrei familienversichern.

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