Rückengesundheit

Rückenschonender Schulrucksack – so ist der Ranzen gut für den Rücken Ihres Kindes

Lesedauer unter 5 Minuten
Ein Mädchen sitzt auf einer Treppe und packt ihren Schulrucksack

Autor

Natalie Tutzer (TAKEPART Media + Science GmbH)

Qualitätssicherung

Thomas Schulz (Sportwissenschaftler, Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Ein rückenschonender Schulrucksack – was macht ihn aus? Der Schulranzen hat großen Einfluss auf die Rückengesundheit eines Kindes. So hat ein unpassender oder falsch gepackter Schulranzen oft Mitschuld an Rückenschmerzen bei Kindern. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie ein Schulrucksack richtig eingestellt und gepackt wird, damit er gut für den Rücken ist.

Merkmale eines rückenfreundlichen Schulrucksacks

Sie haben das Zauberwort sicher auch schon einmal gehört: Ein rückenschonender Schulrucksack ist ergonomisch. Aber was heißt das überhaupt? Ergonomisch bedeutet, dass etwas auf den Körper des Menschen angepasst ist. Das ist bei Rucksäcken und Schulranzen ebenso wichtig wie beispielsweise bei Bürostühlen, damit Fehlbelastungen nicht zu Rückenschmerzen führen.

Um die Wahl des richtigen Schulranzens ranken sich allerlei Mythen: So haben Sie vielleicht auch schon die Faustregel gehört, der Rucksack solle bepackt nicht schwerer als 10 Prozent des Körpergewichts des Kindes wiegen. Für diese Empfehlung gibt es tatsächlich jedoch keinerlei wissenschaftlichen Beweis. "Be"-lastung bedeutet nicht automatisch "Über"-lastung. Im Gegenteil: Das regelmäßige, kurzzeitige und korrekte Tragen eines schwereren Rucksacks kann dazu beitragen, die Rückenmuskulatur des Kindes zu trainieren. Viel wichtiger als das Gewicht eines Rucksacks ist seine ergonomische Passform. Also, dass er gut sitzt und richtig eingestellt wird. Das A und O, um Beschwerden vorzubeugen, ist eine symmetrische Belastung des Rückens. Dies bedeutet, dass der Rücken des Kindes immer gleichmäßig belastet sein sollte.

Den richtigen, rückenfreundlichen Schulrucksack kaufen

Wenn Sie einen neuen Schulranzen kaufen, sollten Sie darauf achten, dass er leicht ist und gleichzeitig viel hineinpasst. Das bedeutet: Für Grundschulkinder sollte ein Ranzen nicht mehr als 1.300 Gramm wiegen und ein Innenvolumen von etwa 15 Liter bieten.

Jeder Kinderrücken ist anders. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr Kind den Ranzen anprobiert, bevor er gekauft wird. "Blinde" Käufe im Internet sind nicht zu empfehlen. Um zu sehen, ob der Rucksack zu der Körperform des Kindes passt, muss er bei der Anprobe individuell eingestellt werden. Der Ranzen sollte nicht über die Schultern oder seitlich über den Rücken des Kindes hinausragen, sondern eng am Körper anliegen. Deshalb benötigen schmalere Kinder und Jugendliche einen schmaleren Rucksack; größere Kinder eher einen größeren, breiteren Rucksack.

Damit der Ranzen gut sitzt, sollte er außerdem breite Schulterriemen sowie abnehmbare Brust- und Beckengurte haben. Mit längenverstellbaren Riemen kann er mitwachsen. Die Riemen sollten ausreichend gepolstert sein und eng genug aneinander liegen, damit sie nicht von den Schultern rutschen. Wichtig ist, dass der Rücken des Ranzens gut gepolstert und gleichzeitig atmungsaktiv ist. Damit das Kind den Ranzen so gut wie möglich hochheben kann, sollte er von selbst aufrecht stehen können. Achten Sie zudem darauf, dass der Ranzen oder Rucksack einen mittigen Griff hat, damit das Gewicht gleichmäßig verteilt ist, wenn Ihr Kind ihn mit einer Hand aufhebt. Darüber hinaus sollten die Innenfächer so eingeteilt sein, dass die schwersten Bücher nah am Rücken getragen werden.

Coole Rucksäcke für Mädchen und Jungen: Bei Übertritt in Mittel- und Oberstufe hat der Schulranzen aus den Tagen der Einschulung oft ausgedient. Nicht nur passt er unter Umständen nicht mehr zum heranwachsenden Körper, Teenager wollen jetzt außerdem statt bunten Comicfiguren und Leuchtstreifen lieber coole, „erwachsenere“ Rucksäcke tragen. Hauptsache ist, dass diese weiterhin ergonomisch geformt und anpassbar sind. Grundsätzlich sind Rucksäcke besser als Umhängetaschen, die nur auf einer Seite getragen werden. Gute Alternativen zum klassischen Ranzen, der von vielen Jugendlichen als zu kindlich befunden wird, sind Rucksäcke für den Outdoor- und Wanderbedarf. Bei einem Fassungsvermögen von etwa 25 Litern sind sie weiterhin gut für den Rücken, während ihr Design altersgerechter wirkt.

Checkliste für verantwortungsbewusste Eltern: So ist der Schulrucksack rückenschonend

  • Unbepackt wiegt der Rucksack maximal 1.300 Gramm bei mindestens 15 Liter Fassungsvermögen
  • Die Tragegurte sind bequem und gut gepolstert, mindestens 4 cm breit, individuell auf die Körpergröße einstellbar. Sie sind leichtgängig, liegen eng beieinander und rutschen nicht von den Schultern
  • Der Rückenteil ist druckstabil, rutschfest, gepolstert und durch Belüftungsrillen atmungsaktiv
  • Innen ist der Rucksack sinnvoll in mehrere Fächer aufgeteilt, sodass schwere Bücher nah am Körper getragen werden können
  • Leuchtstreifen und eine auffällige Farbe sorgen bei Kindern im Grundschulalter auf dem Schulweg für Sichtbarkeit

Schulrucksack rückenschonend einstellen und packen

Haben Sie den richtigen Schulrucksack gefunden und gekauft, müssen die Gurte und Riemen korrekt eingestellt werden. Damit bei Ihrem Kind keine Verspannungen oder ein Hohlkreuz entstehen, ist vor allem die Länge der Schulterriemen wichtig: Der Rucksack sollte waagerecht auf dem Rücken sitzen und nicht zu hoch oder zu tief getragen werden. Idealerweise sitzt das schwerste Gewicht am Rücken mittig direkt unterhalb der Schulterblätter. Brust- und Hüftgurte helfen dabei, dass der Rucksack eng am Körper anliegt und sich das Gewicht gleichmäßig verteilt. Die Oberkante des Ranzens sollte auf Schulterhöhe abschließen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich nicht angewöhnt, den Ranzen über nur einer Schulter zu tragen: Durch die Rotation im Oberkörper wird die Wirbelsäule sonst unverhältnismäßig belastet.

Auch das richtige Packen des Schulrucksacks ist wichtig. So muss Ihr Kind nicht jeden Tag alle Bücher dabeihaben. Stattdessen sollte nur mitgebracht werden, was laut Stundenplan tatsächlich benötigt wird. Deshalb sollte die Tasche täglich neu gepackt werden. Die Schultasche als abendliche Routine für den nächsten Tag zu packen, kann für Ihr Kind eine schöne Übung in Sachen Verantwortung sein. Die schwersten Bücher, und später der Laptop, werden so nah am Körper wie möglich verstaut. Weil Kinder schnell wachsen, sollten Sie nicht nur zu Beginn des Schuljahres, sondern auch zwischendurch immer wieder darauf achten, dass der Rucksack gut sitzt und die Schulterriemen auf die richtige Länge eingestellt sind.

Mit Büchern, Butterbrotdose und Federmäppchen sind Kinder jeden Tag auf dem Weg zur Schule schwer beladen. Mit einem rückenschonenden Rucksack, der gut angepasst und gepackt ist, muss das kein Problem sein. Wenn Ihr Kind sich dann auch noch jeden Tag bewegt – etwa zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommt – können Sie frühen Rückenproblemen leicht ein Schnippchen schlagen. 

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