Biologisches Alter: Vater und Sohn stehen in einer Werkstatt
Longevity

Biologisches Alter: Diese 3 Faktoren bestimmen dein „Bio Age“

Lesedauer weniger als 7 Min
Redaktion:
Luciano Arslan (Medical Writer, Content Fleet GmbH)
Qualitätssicherung:
Dr. med. Anja Braunwarth (Ärztin)

Biologisches Alter: Der Quick-Check

Karussell mit 3 Elementen
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Was ist Bio Age?

Bio Age ist ein anderer Begriff für das biologische Alter. Es beschreibt, wie fit und leistungsfähig dein Körper tatsächlich ist. Dabei kann dein biologisches Alter deutlich von deinem tatsächlichen Alter abweichen.
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Kann man das biologische Alter messen?

Ja, zumindest näherungsweise. Forschende nutzen dafür verschiedene Messwerte, etwa Entzündungsmarker, körperliche Leistungsfähigkeit oder Gedächtnistests.
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Kannst du dein Bio Age beeinflussen?

Teilweise ja. Schlaf, Bewegung, Ernährung und der Umgang mit Stress beeinflussen biologische Prozesse, die mit dem Altern zusammenhängen.

Dein Ausweis sagt, wie alt du bist. Dein Körper sieht das vielleicht anders. Auf Social Media versprechen immer mehr Bio-Age-Tests Antworten auf die Frage, wie schnell du wirklich alterst. Aber was sagt das biologische Alter tatsächlich aus? Und welchen Einfluss haben Schlaf, Bewegung und Ernährung darauf?

Was ist das biologische Alter?

Jeder Geburtstag zählt ein weiteres Jahr auf deinem Personalausweis. Doch dein Körper altert nicht automatisch im gleichen Tempo wie der aller anderen Menschen.

Vielleicht kennst du Menschen, die auch mit 60 noch Marathon laufen. Andere wirken schon deutlich früher körperlich erschöpft. Genau hier kommt das biologische Alter ins Spiel.

Das biologische Alter, auch Bio Age genannt, beschreibt den tatsächlichen Zustand deines Körpers. Es zeigt, wie gut verschiedene Systeme noch funktionieren, etwa:

  • Herz und Kreislauf
  • Stoffwechsel
  • Immunsystem
  • Gewebe und Zellen
  • körperliche Leistungsfähigkeit

Anders gesagt: Das biologische Alter sagt weniger darüber aus, wie viele Jahre vergangen sind, sondern wie gut dein Körper mit diesen Jahren umgeht.

Dabei altert jeder Mensch unterschiedlich schnell. Manche Einflüsse sind angeboren, andere hast du selbst in der Hand.

Video: Das biologische Alter beeinflussen

Barmer Doc Sebastian erklärt, wie unser Körper länger fit bleibt. Mehr Videos mit Sebastian gibt’s in unserer Playlist auf YouTube.

Diese 3 Faktoren bestimmen dein biologisches Alter

Auch wenn viele Prozesse am Altern beteiligt sind, werden sie vor allem von drei zentralen Faktoren beeinflusst.

1. Genetik

Manche Menschen starten mit bestimmten biologischen Vorteilen ins Leben. Ihre Zellen können Schäden beispielsweise besser reparieren oder mit Belastungen effizienter umgehen.

Die genetische Veranlagung schafft also eine Grundlage für den Alterungsprozess.

2. Umwelt

UV-Strahlung, Luftverschmutzung, Chemikalien oder Infektionen können den Körper belasten und Alterungsprozesse beschleunigen.

Auch soziale Belastungen und ungünstige Arbeitsbedingungen spielen dabei eine Rolle.

3. Lebensstil

Dein Alltag hat einen großen Einfluss auf biologische Alterungsprozesse.

Dazu gehören unter anderem:

  • Ernährung
  • Bewegung
  • Schlaf
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • Umgang mit Stress

Während du Gene und Umwelt nur begrenzt beeinflussen kannst, hast du auf viele Lebensstilfaktoren direkten Einfluss.

Warum altern wir überhaupt?

Die Frage klingt simpel. Eine eindeutige Antwort gibt es bis heute allerdings nicht.

Fest steht: Altern ist kein einzelner Vorgang. Stattdessen laufen im Körper viele kleine Veränderungen gleichzeitig ab. Mit der Zeit funktionieren bestimmte Prozesse weniger effizient, wodurch die Leistungsfähigkeit nach und nach abnimmt.

Forschende haben verschiedene Mechanismen identifiziert, die dabei eine Rolle spielen.

DNA-Schäden: Wenn sich Fehler ansammeln

Unsere DNA enthält die Bauanleitung des Lebens. Sie wird jedoch ständig belastet, beispielsweise durch UV-Strahlung, Umweltgifte oder Stress.


Der Körper kann viele Schäden reparieren. Mit der Zeit sammeln sich jedoch Fehler an, die die Funktion von Zellen beeinträchtigen können.

Telomere: Die Schutzkappen der Chromosomen

Telomere sitzen an den Enden unserer Chromosomen und schützen das Erbgut.
Mit jeder Zellteilung werden sie etwas kürzer. Erreichen sie eine kritische Länge, kann die Zelle ihre Aufgaben immer schlechter erfüllen.

Epigenetische Uhr: Die Steuerzentrale der Gene

Nicht nur die Gene selbst sind wichtig. Entscheidend ist auch, welche Gene aktiv sind und welche nicht.

Epigenetische Schalter, kleine chemische Markierungen auf der DNA, beeinflussen diese Steuerung. Forschende beobachten, dass sich diese Muster mit zunehmendem Alter verändern. Deshalb gelten sie heute als wichtiger Marker für das biologische Alter.

Stammzellen: Wenn Reparaturen länger dauern

Stammzellen helfen dem Körper dabei, Gewebe zu erneuern und Schäden zu reparieren.

Mit zunehmendem Alter sinken ihre Zahl und ihre Leistungsfähigkeit. Heilungs- und Erholungsprozesse können dadurch langsamer werden.

Autophagie: Die Müllabfuhr der Zellen

Zellen verfügen über ein eigenes Reinigungssystem. Dabei werden beschädigte oder überflüssige Bestandteile abgebaut und teilweise wiederverwertet.

Im Laufe des Lebens arbeitet dieses System weniger effizient. Das kann Alterungsprozesse begünstigen.

Kann man das biologische Alter berechnen?

Die Idee klingt verlockend: ein Test, der exakt verrät, wie alt dein Körper wirklich ist.

So einfach ist es allerdings nicht.

Denn Altern besteht aus vielen verschiedenen Prozessen, die nicht überall gleich schnell ablaufen. Auch einzelne Organe können unterschiedlich altern.

Wer zum Beispiel regelmäßig Sport treibt, aber wenig auf Sonnenschutz achtet, kann biologisch fitte Blutgefäße und gleichzeitig eine stärker gealterte Haut haben.

Deshalb gibt es bislang keinen einzelnen Messwert, der das biologische Alter vollständig abbildet.

Stattdessen nutzen Forschende unterschiedliche Methoden, um sich dem Gesamtbild anzunähern.

Eine junge Frau streckt sich morgens in ihrem Bett

Schlaf, Ernährung, Bewegung: Unser Lebensstil hat Einfluss auf Alterungsprozesse in unserem Körper

Epigenetische Tests

Diese Verfahren analysieren bestimmte chemische Marker auf der DNA, die sich im Laufe des Lebens verändern.

Telomerlänge

Die Länge der Telomere kann Hinweise darauf liefern, wie weit bestimmte Zellen in ihrem Alterungsprozess fortgeschritten sind.

Biomarker in Blut, Urin und anderen Körperflüssigkeiten

Gemessen werden beispielsweise:

  • Entzündungswerte
  • Stoffwechselmarker
  • Hormone
  • Werte des Immunsystems

Körperliche Leistungstests

Auch messbare Körperfunktionen liefern Hinweise auf das biologische Alter, darunter:

  • Blutdruck
  • Herz-Kreislauf-Fitness
  • Lungenkapazität
  • Beweglichkeit
  • Seh- und Hörvermögen

Kognitive Tests

Altern betrifft nicht nur den Körper.

Auch Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit oder Problemlösefähigkeit verändern sich im Laufe des Lebens und können untersucht werden.
 

Kann man das biologische Alter verlangsamen?

Viele Menschen suchen nach dem einen Trick gegen das Altern.

Bislang gibt es dafür keine einfache Lösung.

Zwar zeigen Tierstudien, dass bestimmte Maßnahmen die Lebensspanne verlängern können. Beim Menschen steckt die Forschung jedoch noch in einem vergleichsweise frühen Stadium.

Trotzdem gibt es einige Faktoren, die mit messbaren Veränderungen biologischer Prozesse in Verbindung gebracht werden.

Schlaf hält den Körper in Schuss

Schlaf spielt für zahlreiche Reparatur- und Regenerationsprozesse eine wichtige Rolle.
Chronischer Schlafmangel kann unter anderem die DNA-Reparatur beeinträchtigen und wichtige Erholungsprozesse stören.

Eine stabile Schlafroutine zählt deshalb zu den wichtigsten Stellschrauben.

Bewegung ist eine der wirksamsten Stellschrauben

Regelmäßige Bewegung steht mit zahlreichen positiven Effekten in Verbindung.

Dazu gehören unter anderem:

  • positive Veränderungen bestimmter biologischer Marker
  • entzündungshemmende Effekte
  • Erhalt körperlicher Leistungsfähigkeit

Ob Spaziergang, Tanzen, Krafttraining oder Ausdauersport: Jede Form von Bewegung zählt.

Ernährung beeinflusst biologische Prozesse

Auch die Ernährung steht mit dem biologischen Alter in Zusammenhang.

Als besonders gesund gilt die Mittelmeerdiät mit:

  • viel Gemüse
  • Obst
  • Nüssen
  • Fisch
  • Olivenöl
  • wenig Fleisch

Studien zeigen Zusammenhänge mit günstigeren Entzündungswerten und verschiedenen biologischen Prozessen, die für das Altern relevant sind.

Kalorienrestriktion: Ein spannender Forschungsansatz

Unter Kalorienrestriktion versteht man eine moderate Reduzierung der täglichen Kalorienzufuhr ohne Mangelernährung.

In Tierstudien verlängerte dieser Ansatz die Lebensspanne deutlich.

Auch beim Menschen zeigten sich Hinweise darauf, dass eine reduzierte Kalorienaufnahme bestimmte Alterungsprozesse beeinflussen könnte.

Alterungsbeschleuniger vermeiden

Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und anhaltender Stress gelten als Faktoren, die verschiedene Alterungsprozesse fördern können.

Sie möglichst zu reduzieren, ist daher ein sinnvoller Ansatz.

Fazit: Dein biologisches Alter ist nicht komplett vorgegeben

Das biologische Alter zeigt, dass Altern mehr ist als die Zahl auf deinem Geburtstagkuchen. Wie schnell bestimmte Prozesse im Körper ablaufen, ist individuell verschieden.

Gene spielen dabei eine Rolle. Ebenso die Umwelt. Einen besonders großen Einfluss hat aber dein Lebensstil.

Wie du schläfst, wie aktiv du bist oder wie du mit Belastungen umgehst, hinterlässt messbare Spuren im Körper. Das bedeutet nicht, dass sich Altern beliebig steuern lässt. Es zeigt aber, dass viele Faktoren nicht völlig festgeschrieben sind.

Das biologische Alter ist deshalb keine feste Zahl, sondern eher eine Momentaufnahme. Und die wird jeden Tag auch durch deine Entscheidungen mitgeprägt.
 

Biologisches Alter: Häufige Fragen und Antworten

Das biologische Alter beschreibt den tatsächlichen Zustand und die Leistungsfähigkeit des Körpers. Es kann vom chronologischen Alter, also dem Alter seit der Geburt, abweichen.
Bio Age ist die englische Bezeichnung für biologisches Alter. Beide Begriffe meinen dasselbe.
Nicht mit einem einzelnen Wert. Forschende nutzen verschiedene Verfahren, etwa epigenetische Tests, Biomarker, körperliche Leistungstests oder kognitive Untersuchungen.
Weil Menschen unterschiedlich altern. Dabei spielen genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse und der Lebensstil eine wichtige Rolle.
Bestimmte Faktoren wie Schlaf, Bewegung, Ernährung oder der Umgang mit Stress stehen mit biologischen Alterungsprozessen in Zusammenhang und können diese beeinflussen.
Derzeit gibt es kein Medikament, das beim Menschen nachweislich die Lebensdauer verlängert. Forschende untersuchen jedoch verschiedene Wirkstoffe, darunter Rapamycin und Metformin.
Nach aktuellem Wissensstand gelten Genetik, Umwelt und Lebensstil als die drei wichtigsten Einflussfaktoren auf das biologische Alter.

Literatur und weiterführende Informationen

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