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Gesunde digitale Gesellschaft

eRIKA: Projekt zur Arzneimitteltherapiesicherheit

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Redaktion:

Barmer

Qualitätssicherung:

Lara Düvel (Barmer)

Medikamente sollen Krankheiten lindern oder heilen – und gleichzeitig sicher sein. Doch Arzneimittel können unter Umständen auch zu erheblichen Risiken für Patientinnen und Patienten führen. Hier setzt das Projekt eRIKA an. 

Ziel des Projekts eRIKA ist eine Verbesserung der Behandlungssicherheit. Über eine spezielle Projektsoftware vernetzen wir Arztpraxen und Apotheken miteinander und schaffen so die Grundlage für einen neuen digitalen Behandlungsprozess.

Durch die spezielle Projektsoftware hat das Behandlungsteam eine immer aktuelle Sicht auf Ihren Medikationsplan. Gleichzeitig werden weitere behandlungsrelevante Informationen  aus den Daten der Barmer bereitgestellt und können bei Entscheidungen berücksichtigt werden. So können Informationsdefizite abgebaut, mögliche Risiken frühzeitig erkannt und Wechselwirkungen vermieden werden.

Wer setzt das Projekt um?

Die Barmer hat das Projekt initiiert und setzt es gemeinsam mit der AOK Nordost sowie hausärztlichen Praxen und Apotheken in Westfalen-Lippe, Berlin und dem Saarland um.

Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen: In der ersten Projektphase wird die neue Versorgungsform mit ausgewählten Praxen und Apotheken in Berlin, Westfalen-Lippe und dem Saarland erprobt. In der zweiten Phase wird eRIKA in Berlin und im Saarland umgesetzt. 

Wofür steht „eRIKA“?

eRIKA steht für „eRezept als Element interprofessioneller Versorgungspfade für kontinuierliche Arzneitherapiesicherheit (AMTS)“. Das Projekt wird über vier Jahre (Oktober 2022 bis September 2026) mit rund 11,7 Millionen Euro durch den Gemeinsamen Bundesausschuss im Rahmen des Innovationsfonds gefördert (Förderkennzeichen: 01NVF21110). Zum Konsortium zählen neben der Barmer die KVWL, die AOK Nordost, Universität Bielefeld, Bergische Universität Wuppertal und die PMV forschungsgruppe.

Eine Teilnahme am Projekt eRIKA ist nicht mehr möglich, da die Evaluation des Projekts begonnen hat. Mit einer Veröffentlichung der Ergebnisse ist ab Mitte 2027 zu rechnen.

Eine Seniorin sitzt an einem Tisch mit vielen Medikament-Packungen. Sie hält und betrachtet verschiedene Medikamente.

Weniger Risiken, mehr Überblick: Innovative Software sorgt im Projekt eRIKA für mehr Sicherheit bei Ihrer Behandlung.

Wie verbessert eRIKA Ihre Arzneimitteltherapie?

Je mehr Medikamente Patienten und Patientinnen einnehmen, desto schwieriger ist es für sie und für ihre Arztpraxis den Überblick über die gesamte Medikation und mögliche Wechselwirkungen zu behalten. 

eRIKA unterstützt mithilfe einer speziellen Projektsoftware sowohl Ärztinnen und Ärzten als auch Apothekerinnen und Apotheker mögliche Informationsdefizite zu beheben, indem sie einen vollständigen Überblick über Ihre Medikation und Gesundheitshistorie ermöglicht. Zusätzlich werden sie bei der Risikoprüfung der Medikation unterstützt, sodass mögliche Wechselwirkungen frühzeitig erkannt werden können. 

Was war der eRIKA-Prozess?

Die Rekrutierung der Versicherten erfolgte durch die teilnehmenden Praxen. Nach der schriftlichen Einwilligung erhielten die Ärztinnen und Ärzte über eine Projektsoftware Zugriff auf alle relevanten Gesundheitsdaten der letzten 36 Monate. Auf dieser Grundlage wurde die Medikation auf mögliche Risiken wie Wechselwirkungen und Doppelverordnungen überprüft, sodass potenzielle Risiken frühzeitig erkannt und die Arzneimitteltherapie entsprechend angepasst werden konnte.

Im Anschluss wurde ein E-Rezept sowie einen aktuellen und vollständigen Medikationsplan ausgestellt. 

Bei Einlösung des E-Rezepts in einer eRIKA-Apotheke wurde umfassend zur Arzneimitteltherapie beraten. Zudem wurden fehlende Arzneimittel im Medikationsplan ergänzt und erneut auf mögliche Risiken geprüft. 

Wer konnte am Projekt teilnehmen? 

Am Projekt eRIKA konnten volljährige Versicherte der Barmer und der AOK Nordost mitmachen, die drei oder mehr Arzneimittel gleichzeitig eingenommen haben. Eine Teilnahme war bis Ende 2025 möglich.

Teilnehmende Arztpraxen haben Patientinnen und Patienten ausgewählt, über das Projekt informiert und bei Einverständnis eingeschrieben. 

Wie werden die Daten verarbeitet? Wer hat Zugriff auf die Daten? 

Im Projekt eRIKA wird eine spezielle Software eingesetzt, die Ihre Krankenkassendaten sicher und verschlüsselt an die eRIKA-Praxen und -Apotheken übermittelt. Diese Software dient auch der Dokumentation Ihrer aktuellen Behandlungsdaten und Medikamente.

Nur die eRIKA-Praxis und -Apotheke, die von Ihnen berechtigt wurden, haben Zugriff auf die Software und Ihre Daten. Der Zugriff erfolgt über das digitale Gesundheitsnetz (die sogenannte „Telematikinfrastruktur“). Dadurch ist die Datenübertragung von Ihrer Krankenkasse zur eRIKA-Praxis oder -Apotheke besonders gut geschützt.

Das Projekt berücksichtigt die aktuell geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Was passiert nach Beendigung der Teilnahme?

Der Zugriff auf Ihre Daten wird durch die entsprechende Krankenkasse gesperrt, sodass nach Ende der Teilnahme niemand mehr auf Daten zugreifen kann. Alle Daten, die nicht für gesetzlich erforderliche Zwecke benötigt werden, werden von den eRIKA-Praxen und -Apotheken gelöscht. Die entsprechenden Dokumentationspflichten bleiben davon unberührt und erfolgen gemäß den jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen.

Wie werden die Ergebnisse ausgewertet?

Das Projekt eRIKA wird von der Universität Bielefeld in Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal und der Universität zu Köln (PMV forschungsgruppe) wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Dabei wird überprüft, ob die neuen Maßnahmen zu einer sichereren Arzneimitteltherapie führen und gesundheitliche Risiken reduziert werden können. 

Die Auswertung basiert auf pseudonymisierten Daten zu Ihrer Krankengeschichte und Medikation.

Die wissenschaftliche Auswertung basiert auf den von Ihrer Krankenkasse bereitgestellten Daten zu Ihrer Krankheitsgeschichte und verordneten Medikamenten. Außerdem fließen Daten aus der Nutzung der eRIKA-Software mit ein.

An wen wende ich mich bei weiteren Fragen?

Das Projektteam der Barmer erreichen Sie per Mail (projekt-erika@barmer.de) oder per Post (Barmer, Kennwort: Projekt eRIKA; Lichtscheider Str. 89, 42275 Wuppertal).

Bei weiteren Fragen können Sie unseren Service aus den deutschen Fest- und Mobilfunknetzen unter der kostenfreien Rufnummer 0202 568 333 1010 erreichen.

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