Eine Frau mit Schnupfen

Nasenspray nicht zu häufig nehmen

Im nasskalten Hebst beginnt wieder die Erkältungszeit. Wenn die Nase zu ist und das Atmen deshalb schwerfällt, hat uns ein Schnupfen erwischt. Nasensprays können dann helfen, sollten jedoch – je nach Wirkstoff – mit Vorsicht verwendet werden: Je häufiger man zum Spray greift, desto größer kann der Gewöhnungseffekt sein.

Ein Schnupfen ist nicht nur lästig, er kann auch den Alltag und vor allem den nötigen Schlaf erheblich beeinträchtigen. Um wieder frei durchzuatmen, greift man schnell zu einem Nasenspray. Solche Sprays gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen, ihre Wirkung ist aber ähnlich: Sie sorgen sie dafür, dass sich die Gefäße in der Schleimhaut verengen. Dadurch wird sie weniger durchblutet und schwillt ab, was das Atmen erleichtert. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei chemischen Wirkstoffen. Deshalb verwenden Verschnupfte besonders abends kurz vor dem Schlafengehen solch ein abschwellendes Nasenspray. Aufrecht sitzend holt man beim Sprayen Luft durch das jeweilige Nasenloch. Wenn die Schleimhaut zu verschwollen ist, kann man unmittelbar nach dem Sprühstoß den Kopf in den Nacken legen. So kann die Spraylösung in die Nasenhöhle ablaufen. Grundsätzlich gilt: Jeder Schnupfengeplagte sollte eine eigene Sprayflasche benutzen.

Sucht durch Schnupfenspray?

Der Vorteil von abschwellenden Nasensprays mit einem pharmakologischen Wirkstoff (z.B. Xylometazolin oder Oxymetazolin) besteht im relativ schnellen Wirkungseintritt. Die Wirkung lässt aber – wie auch bei anderen Sprays – bereits nach einigen Stunden wieder nach. Die Schleimhaut schwillt erneut an, manchmal sogar stärker als zuvor. Je länger man zu solch einem Spray mit gefäßverengendem Wirkstoff greift, umso größer ist die Gefahr eines Gewöhnungseffekts auf die Nasenschleimhaut. Diese schwillt dann nicht mehr wegen der Schleimhautentzündung an, sondern weil die Wirkung des abschwellenden Wirkstoffs nachlässt. Der Wunsch nach einer freien Nase führt dann manchmal in eine regelrechte Abhängigkeit oder Sucht.

Unser Tipp: Wer nur abends ein Spray mit chemischen Wirkstoff verwendet und tagsüber auf Sprays mit ätherischen Ölen zurückgreift, kann einer Gewöhnung entgegenwirken. Zudem können Erwachsene niedriger dosierte Sprays benutzen, wie sie zum Beispiel für Kinder angeboten werden. Eine weitere Alternative können Nasensprays mit einer Salzlösung sein, da diese die Schleimhaut befeuchtet und pflegt. Abschwellende Nasensprays sollten nur dreimal am Tag und nicht länger als fünf bis sieben Tage angewendet werden. Verstopft der Schnupfen dann immer noch die Atemwege, sollten Sie zum Arzt gehen.

Frische Luft statt Nasenspray

Wird die Heizung in der kälteren Jahreszeit aufgedreht, sinkt der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft. Hierdurch trocknen die Schleimhäute aus und Erreger können sich schneller einnisten. Daher sollten Sie regelmäßig lüften und die Raumluft gegebenenfalls mit Luftbefeuchtern verbessern.

Textnachweis

  • Autor: Barmer Internetredaktion
  • Qualitätssicherung: Dr. Utta Petzold, Ärztin

Quellen

Webcode dieser Seite: a002389 Autor: Barmer Erstellt am: 17.10.2017 Letzte Aktualisierung am: 08.11.2017
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