Ein Mann sitzt im Büro am Schreibtisch
Mentale Fitness

Gelassen bleiben im Arbeitsalltag: Was hilft gegen Stress?

Lesedauer unter 3 Minuten

Autor

  • Jasmin Andresh (Medizin- und Wissenschaftsjournalistin)

Qualitätssicherung

  • Daniela Beerens (Gesundheitsinformation, Barmer)

Stress und Anspannung zählen bei vielen Berufstätigen zum Arbeitsalltag. Dabei können psychische Anforderungen und kurzzeitige hektische Phasen durchaus positiv für die Arbeitsmotivation und Zufriedenheit sein. Gelingt es dagegen langfristig nicht, den Stress abzubauen, kann sich dies negativ auf die Gesundheit auswirken. Die folgenden Tipps helfen dabei, im Beruf die richtige Balance zwischen Herausforderung und Stress zu finden und die eigene Stresskompetenz zu verbessern.

Werden Beschäftigte danach gefragt, was sie besonders belastet, geben sie zum Beispiel ständigen, starken Termin- und Leistungsdruck oder stetig steigende Zielvorgaben an. Ein weiterer Auslöser für Stress ist es, wenn sie ihre Arbeit aufgrund von Störungen häufig unterbrechen müssen oder verschiedene Dinge auf einmal zu erledigen haben, sogenanntes Multitasking. Neben den zu erledigenden Aufgaben machen den Berufstätigen unter Umständen auch Konflikte mit Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen sowie Konkurrenzsituationen zu schaffen. Ebenso können die Arbeitsumgebung, etwa klimatische Verhältnisse oder Lärm, sowie die Arbeitsmittel und technische Probleme bei der Nutzung moderner Kommunikationstechnologien zu Stress führen.

Neue Stressfaktoren durch digitale Arbeit

Durch die Zunahme der mobilen Arbeit bzw. dem Arbeiten im Homeoffice haben sich die Belastungen in den letzten Jahren teilweise sogar nochmals verschärft. Denn der Trend zur Flexibilisierung und Digitalisierung in der Arbeitswelt wurde insbesondere durch die Coronapandemie massiv beschleunigt. Durch die Digitalisierung der Arbeit und die vermehrte Nutzung digitaler Lösungen entstehen jedoch ganz neue Stressfaktoren. Vor allem die folgenden Aspekte tragen dabei zum Stress bei Erwerbstätigen bei: Die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatsphäre werden häufig aufgelöst. Die technischen Möglichkeiten werden vermehrt zum Überwachen von Arbeitsleistung und Zielvorgaben genutzt. Auch langsame oder unzuverlässige technische Systeme sowie Probleme beim Umgang mit neuen Techniken tragen zum Stress bei. Der zunehmende Technostress führt dabei zu zusätzlichen Ängsten, Anspannung und Ermüdung.

Stress entgegenwirken und Ressourcen aktivieren

Mit den folgenden Tipps können Firmen und Beschäftigte der Stressfalle entkommen:

  • Verschiedene Methoden wie Achtsamkeitstraining helfen, die Tätigkeiten so anzugehen, dass sie weniger belasten.
  • Einstellungen und Denkweisen überprüfen, mit denen wir uns oft selbst das Leben schwer machen.
  • Auf eigene Bedürfnisse achten und auch mal Nein sagen.
  • Auf die eigenen Grenzen achten, vor allem bei Vertrauensarbeitszeit.
  • Für Ausgleich sorgen – also während der Arbeit Pausen machen und nach der Arbeit etwas tun, das entlastet.
  • Probleme ansprechen und konstruktive Lösungen suchen.
  • Achtsam mit sich und den Teammitgliedern umgehen.
  • Ressourcen aktivieren, z. B. Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzte suchen.
  • Gegebenenfalls darüber nachdenken, ob ein Aufgaben- bzw. Arbeitsplatzwechsel sinnvoll wäre.

Wie Firmen den digitalen Stress verringern können

Um digitalen Stress zu reduzieren, können und müssen auch Firmen einiges tun. So liegt zum Beispiel Potenzial für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Einsatz von webbasierten Systemen, um die Belastungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt zu erfassen und entsprechende Maßnahmen zu planen, sowie im Einsatz intelligenter neuer Technologien, die helfen, die Arbeitsorganisation zu verbessern. Wichtig ist hierbei etwa eine klare Vereinbarung über den Einsatz von Kommunikationsmitteln sowie der Abgleich der Erwartungen und Befürchtungen der Angestellten mit denen des Arbeitgebers. Ständige Erreichbarkeit ist beispielsweise etwas, das vielen Erwerbstätigen das Abschalten besonders erschwert. Daher sollte es speziell auch für Telearbeit und mobiles Arbeiten flexible Regeln für Arbeitszeiten geben. Letztlich kommt es aber auch darauf an, welche persönlichen Voraussetzungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mitbringen, beispielsweise ob sie ihre eigenen Grenzen erkennen und sich selbst Grenzen setzen können. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können mit gezielten Schulungen oder Präventionsangeboten einwirken und die Stresskompetenz ihrer Beschäftigten verbessern.

Weitere Tipps, wie sich Ihre Beschäftigten vor negativem Stress schützen können, finden Sie auch in unserem Themenspecial zum Stressmanagement.

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