Junge Frau mit Handy und Laptop an einem Tisch
Arbeitsunfähigkeit

Krankmeldung von Beschäftigten: Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird digital (eAU)

Lesedauer unter 3 Minuten

Autor

  • Internetredaktion Barmer

Qualitätssicherung

  • Magdalena Thauern (Barmer)

Der gelbe Krankenschein gehört bald der Vergangenheit an. Denn die bisherige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in Papierform wird auf ein digitales Verfahren umgestellt. Wann wird die digitale Krankschreibung eingeführt und was ist sonst noch für Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen wichtig?

Was ändert sich bei der AU-Meldung von Beschäftigten?

Bereits seit 1. Oktober 2021 können Arztpraxen die Krankschreibung digital an die Krankenkasse übermitteln. Beschäftigte erhalten dann nur noch zwei Bescheinigungen in Papierform - eine für sich selbst und eine fürs Unternehmen. Doch dieser Ausdruck fällt demnächst auch weg. Denn ab 1. Januar 2023 werden die Daten der Barmer ebenfalls auf elektronischem Weg auf Anfrage an den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin übermittelt. Hierfür wird der sogenannte "Datenaustausch Entgeltersatzleistungen" erweitert. Seit dem 1. Januar 2022 läuft hierzu ein Pilotverfahren, an dem interessierte Unternehmen erste Erfahrungen mit dem zukünftigen digitalen Übermittlungsverfahren sammeln können. Haben Sie Interesse das digitale Übermittlungsverfahren zu testen? Sprechen Sie Ihren Softwarehersteller an.

Wie werden die AU-Daten künftig an die Arbeitgeber übermittelt?

Wenn Mitarbeitende sich bei Ihnen krankmelden oder Sie durch Dritte über eine Arbeitsunfähigkeit informiert werden, können Sie über Ihre Software eine Anfrage an die Barmer senden. Sobald uns die AU-Daten von der Arztpraxis übermittelt wurden, erhalten Sie eine Antwort in Ihre Software zurück. Die gesamte Kommunikation rund um die Krankmeldung ist über den digitalen Datenaustausch sichergestellt. Die Krankenkassen übermitteln den Firmen künftig neben den AU-Zeiträumen auch die Zeiten von stationären Krankenhausaufenthalten sowie die Angabe, ob es sich um einen Unfall handelt. Für Vorerkrankungsanfragen und Bemessungsdaten wird dieser digitale Weg bereits erfolgreich genutzt.

Ab wann ist die eAU für Arbeitnehmer und Arbeitgeber verpflichtend?

Das digitale Übermittlungsverfahren wird zum 1. Juli 2022 für alle Arztpraxen verpflichtend eingeführt. Ab dem 1. Januar 2023 ist dann eine Abfrage bei der zuständigen Krankenkasse für alle Unternehmen verpflichtend, um einen Nachweis der Arbeitsunfähigkeit ihrer Beschäftigten zu erhalten. Das bedeutet, Mitarbeitende müssen ihre AU-Meldung danach nicht mehr in Papierform einreichen. Grundsätzlich sind Arbeitnehmende weiterhin verpflichtet, das Unternehmen unverzüglich über das Vorliegen der Arbeitsunfähigkeit und deren Dauer zu informieren, um Entgeltfortzahlungsansprüche geltend machen zu können.

Wie funktioniert die AU-Meldung bei Minijobs?

Die AU-Daten für geringfügig Beschäftigte können durch das neue Verfahren nun auch abgefragt werden. Nachdem eine Anfrage bei der Minijobzentrale gestellt wurde, fragt diese die AU-Daten ab und kann danach eine Auskunft zu möglichen Arbeitsunfähigkeitszeiten geben.

Was müssen Arbeitgeber bei der eAU sonst noch beachten?

Wenn durch die Krankenkasse kein relevanter AU-Zeitraum festgestellt werden konnte, erfolgt eine elektronische Rückmeldung mit Grund „4 = eAU oder Zeiten eines stationären Aufenthaltes liegen nicht vor“. Die Rückmeldung stellt für das Unternehmen eine Zwischennachricht dar, während die Krankenkasse weitere 14 Tage regelmäßig prüft, ob entsprechende eAU-Daten eingehen. Ist dies der Fall, werden die Daten ohne erneute Aufforderung übermittelt.

Welche Vorteile bietet die eAU für Beschäftigte und Unternehmen?

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die Softwarelösung schafft eine moderne, sichere und störungsfreie Kommunikation zwischen Krankenkassen und Arbeitgebern. Der Datenaustausch ist aber nicht nur schnell und effizient, er schont auch die Umwelt. Denn weniger Papierverbrauch reduziert die Umweltbelastung durch den Briefverkehr und vieles mehr.

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