Sozialversicherungsrecht

Beitragszuschuss

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§ 257 des Sozialgesetzbuch (SGB) V- besagt, dass Arbeitnehmer, die krankenversicherungsfrei sind, weil ihr Arbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze) übersteigt, einen Anspruch auf einen Beitragszuschuss zur Krankenversicherung haben.

Beitragszuschuss zur freiwilligen Krankenversicherung

Der Beitragszuschuss – auch Arbeitgeberzuschuss genannt – für eine freiwillige Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse ist in Höhe des Betrags zu zahlen, den das Unternehmen im Fall der Versicherungspflicht des Beschäftigten zu tragen hätte. Der Zuschuss beträgt ab 1.1.2022 353,14 Euro zuzüglich der Hälfte des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes.*

Beispiel 2022*

Das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt überschreitet die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Die Beiträge werden jedoch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet.
Monatliches Arbeitsentgelt (begrenzt auf die Beitragsbemessungsgrenze): > 4.837,50 Euro
Allgemeiner Beitragssatz: 14,6 %
Kassenindividueller Zusatzbeitragssatz: 1,5 %
Gesamtbeitrag zur freiwilligen Krankenversicherung: 778,84 Euro

Beurteilung  

Beitragszuschuss des Unternehmens:
4.837,50 Euro x 7,3 % = 353,14 Euro
zuzüglich hälftiger Anteil kassenindividueller Zusatzbeitragssatz:
4.837,50 Euro x 0,75 % = 36,28 Euro
Gesamt: 353,14 Euro + 36,28 € = 389,42 Euro
Beitragsbelastung der Arbeitnehmer:
778,84 Euro (Gesamtbeitrag zur freiwilligen Krankenversicherung) - 389,42 Euro (Arbeitgeberzuschuss) = 389,42 Euro

Bei freiwillig krankenversicherten zuschussberechtigten Arbeitnehmern, die im Falle des Bestehens einer Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse keinen Anspruch auf Krankengeld hätten (zum Beispiel Personen, die sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit befinden), ist bei der Berechnung des Beitragszuschusses der ermäßigte Beitragssatz der Krankenkassen (§ 243 SGB V) anzuwenden. Dieser beträgt 14,0 %. Der Zuschuss beträgt dann 7,0 % des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts (14,0 % : 2) zuzüglich hälftiger Anteil aus dem Zusatzbeitragssatz. Daraus ergibt sich für diesen Personenkreis ein Zuschuss im Jahre 2022 von 338,63 Euro (4.837,50 Euro x 7,0 %) zuzüglich hälftiger Anteil aus dem kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz (4.837,50 Euro x 0,75 % =) 36,28 Euro.

Beitragzuschuss zur privaten Krankenversicherung

Auch privat Krankenversicherte erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuss. Maßgeblich für die Berechnung des Zuschusses ist der allgemeine Beitragssatz (14,6 % : 2 = 7,3 %), der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz 2022 (1,3 %) und das aktuelle Arbeitsentgelt, maximal in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Der Höchstzuschuss für privat krankenversicherte Arbeitnehmer beträgt folglich ab 1.1.2022 353,14 Euro (4.837,50 Euro x 7,3 %) zuzüglich 31,44 Euro (4.837,50 Euro x 0,65 %). Höchstens erhält der bzw. die Beschäftigte als Beitragszuschuss jedoch die Hälfte des Betrags, den er/sie tatsächlich für seine/ihre private Krankenversicherung aufwendet. Voraussetzung für die Zahlung des Beitragszuschusses ist eine Absicherung bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen mit Vertragsleistungen, die der Art nach den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Eine Bescheinigung des privaten Krankenversicherungsunternehmens muss alle drei Jahre beim Unternehmen eingereicht werden.

Beitragszuschuss zur sozialen Pflegeversicherung 

Gemäß §§ 58 und 61 Sozialgesetzbuch (SGB) XI können freiwillige Versicherte auch in der sozialen Pflegeversicherung einen Beitragszuschuss vom Arbeitgeber erhalten. Er wird in Höhe des Betrages gezahlt, den das Unternehmen im Falle von Versicherungspflicht des Beschäftigten zu tragen hätte. Der Beitragszuschuss beträgt 2022 73,77 Euro (Bundesland Sachsen: 49,58 Euro). Den Beitragszuschlag für Kinderlose tragen die Beschäftigten allein.

Beitragszuschuss zur privaten Pflegeversicherung

Beschäftigte, die dem Gesetz nach entsprechende Leistungen aus einer privaten Pflegeversicherung beanspruchen können, erhalten von ihrer Firma einen Beitragszuschuss. Er wird in Höhe des Betrags gezahlt, den das Unternehmen im Fall der Versicherungspflicht des Beschäftigten zu tragen hätte; höchstens jedoch die Hälfte des tatsächlich zu zahlenden Betrags. Der Höchstzuschuss beträgt 2022 73,77 Euro (Bundesland Sachsen: 49,58 Euro).

Symbol eines Buchs mit einer Leuchte und dem Wort Praxistipp

Beitragszuschuss

Beschäftigte, die wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze aus der Krankenversicherungspflicht ausscheiden, erhalten von ihrem Unternehmen einen Beitragszuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung. Hat sich der Beschäftigte bei einer gesetzlichen Krankenkasse (zum Beispiel der Barmer) freiwillig versichert, beträgt der Beitragszuschuss zur Krankenversicherung für den allgemeinen Beitragssatz 7,3 % und für den ermäßigten Beitragssatz 7,0 % zuzüglich des halben kassenindividuellen zusätzlichen Beitragssatzes. Zur Pflegeversicherung beträgt der Zuschuss 1,525 % (in Sachsen 1,025 %) der Bemessungsgrundlage. Ist der Beschäftigte bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert, wird der Beitragszuschuss zur Krankenversicherung in Höhe der Hälfte des allgemeinen oder ermäßigten Beitragssatzes zuzüglich des halben durchschnittlichen Zusatzbeitrags (2022 = 0,65 %) berechnet. Die Zuschüsse dürfen jedoch nicht höher als die Hälfte der tatsächlich zu zahlenden Beiträge sein.*

* Voraussichtliche Werte

Qualitätssicherung

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