- Warum Hitzeschutz für Unternehmen wichtig ist
- Welche Pflichten haben Arbeitgeber beim Hitzeschutz?
- Ab wann müssen Arbeitgeber handeln?
- Hitzeschutz im Unternehmen: 8 wirksame Maßnahmen
- Hitzeschutz bei Arbeiten im Freien
- Hitzeschutz im Homeoffice
- Häufige Fragen zum Hitzeschutz am Arbeitsplatz
- So bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die nächste Hitzewelle vor
Hitzeperioden und Hitzewellen stellen Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen, denn hohe Temperaturen belasten nicht nur die Gesundheit von Beschäftigten, sondern können auch Konzentration, Leistungsfähigkeit und Arbeitssicherheit beeinträchtigen. Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet, die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden zu schützen. Gleichzeitig können geeignete Maßnahmen dazu beitragen, Arbeitsausfälle zu vermeiden und den Arbeitsalltag auch an heißen Tagen produktiv zu gestalten.
Warum Hitzeschutz für Unternehmen wichtig ist
Steigen die Temperaturen im Sommer stark an, bedeutet das eine erhebliche Belastung für den menschlichen Körper. Während vermehrtes Schwitzen meist noch harmlos ist, können hohe Temperaturen insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen zu einem Gesundheitsrisiko werden.
Besonders belastend sind Tätigkeiten:
- im Freien
- in schlecht gekühlten Innenräumen
- mit Arbeits- oder Schutzkleidung
- bei körperlich anstrengender Arbeit
Langanhaltende Temperaturen von über 30 Grad können dazu führen, dass Konzentration und Leistungsfähigkeit nachlassen. Gleichzeitig steigen Müdigkeit, Fehleranfälligkeit, Unfallrisiken und psychische Belastungen.
Für Unternehmen bedeutet das: Hitzeschutz ist nicht nur eine Frage der Fürsorge, sondern auch ein wichtiger Faktor für einen sicheren und leistungsfähigen Betrieb.
Welche Pflichten haben Arbeitgeber beim Hitzeschutz?
Arbeitgeber sind grundsätzlich verpflichtet, Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Das gilt auch bei extremen Temperaturen und Hitzewellen.
Wichtige Orientierung bieten:
Ab wann müssen Arbeitgeber handeln?
| Raumtemperatur | Maßnahmen |
|---|---|
| Ab 26 °C | Schutzmaßnahmen sollten geprüft werden |
| Ab 30 °C | Schutzmaßnahmen sind erforderlich |
| Über 35 °C | Arbeitsräume gelten ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen als ungeeignet |
Hitzeschutz im Unternehmen: 8 wirksame Maßnahmen
Damit Hitzeschutz nicht erst während einer Hitzewelle beginnt, empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen.
1. Hitzeaktionsplan erstellen
Ein Hitzeaktionsplan schafft klare Abläufe für heiße Tage und Hitzewellen.
Mögliche Bestandteile:
- flexible Arbeitszeiten
- Verlagerung belastender Tätigkeiten in die Morgenstunden
- Klimaanlagen oder Ventilatoren
- Trinkwasserversorgung
- geeignete Schutzkleidung
- Schulungen und Informationen zum Hitzeschutz
Ein strukturierter Hitzeschutzplan sorgt dafür, dass Maßnahmen rechtzeitig und einheitlich umgesetzt werden.
2. Raumklima verbessern
Innenräume können sich im Sommer schnell aufheizen.
Hilfreiche Maßnahmen sind:
- Rollos oder Jalousien
- Sonnenschutzfolien an Fenstern
- Klimaanlagen
- Ventilatoren
- Pflanzen als natürliche Schattenspender
Wichtig ist zudem die regelmäßige Wartung vorhandener Klimatisierungssysteme.
3. Kühle Pausenräume bereitstellen
Beschäftigte benötigen Möglichkeiten, sich von der Hitzebelastung zu erholen.
Besonders in größeren Betrieben oder auf Baustellen sollten Pausenräume:
- räumlich von den Arbeitsbereichen getrennt sein
- möglichst gekühlt werden
- gut belüftet sein
So können Mitarbeitende während der Pausen ihre Körpertemperatur wirksam senken.
4. Arbeitszeiten flexibilisieren
Flexible Arbeitszeiten können die Belastung deutlich reduzieren.
Mögliche Lösungen:
- Gleitzeitmodelle
- früherer Arbeitsbeginn
- spätere Arbeitszeiten am Abend
- Verlagerung belastender Tätigkeiten in kühlere Tageszeiten
Dadurch lassen sich besonders heiße Stunden vermeiden.
5. Frühzeitig informieren und warnen
Beschäftigte sollten die Risiken von Hitze kennen und wissen, welche Schutzmaßnahmen vorgesehen sind.
Empfehlenswert sind:
- regelmäßige Informationen
- Schulungen zum Verhalten bei Hitze
- verständliche Notfallpläne
- frühzeitige Kommunikation bei angekündigten Hitzewellen
Amtliche Wetterwarnungen können dabei helfen, rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen einzuleiten.
6. Dresscode anpassen
Leichte und luftige Kleidung kann die Belastung durch Hitze reduzieren.
Prüfen Sie deshalb, ob an heißen Tagen:
- strengere Kleidervorgaben gelockert werden können
- atmungsaktive Materialien möglich sind
- weniger eng anliegende Kleidung getragen werden darf
So lässt sich die Wärmeabgabe des Körpers unterstützen.
7. Ausreichend Getränke bereitstellen
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gehört zu den wichtigsten Maßnahmen bei Hitze.
Arbeitgeber sollten:
- Trinkwasser bereitstellen
- Wasserspender anbieten
- regelmäßig an das Trinken erinnern
Geeignet sind insbesondere:
- stilles Wasser
- ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees
- verdünnte Saftschorlen
Als Orientierung gelten mindestens zwei Liter Flüssigkeit über den Arbeitstag verteilt.
8. Notfallplan und Erste Hilfe vorbereiten
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen können hitzebedingte Gesundheitsprobleme auftreten.
Besonders wichtig ist deshalb ein klar geregeltes Vorgehen bei Notfällen.
Gefährdet sind vor allem:
- Beschäftigte im Freien
- Personen mit körperlich anstrengender Tätigkeit
Schwangere - chronisch Erkrankte
Wann besteht bei Hitze akuter Handlungsbedarf?
Kreislaufprobleme
Kreislaufprobleme sind eine indirekte Reaktion des Körpers. Durch die hohen Temperaturen weiten sich die Gefäße und das Herz pumpt das Blut vermehrt in die Haut. Für die inneren Organe bleibt weniger Blut und Sauerstoff übrig. Schwindel, Übelkeit, Schweißausbrüche, Augenflimmern und sogar Ohnmacht können die Folge sein. Helfen können ein feuchtes Handtuch oder Kühlung mit einem Ventilator.
Hitzekrämpfe
Auch Muskelkrämpfe können ein Anzeichen von Hitze sein. Hitzekrämpfe werden durch intensives Schwitzen, einen Flüssigkeitsmangel und daraus resultierenden Salzverlust verursacht. Betroffene Personen sollten deswegen an einen kühlen Ort gebracht werden, ausruhen und mit salzhaltigen Getränken unterstützt werden.
Hitzeerschöpfung
Dabei handelt es sich um einen Zustand, der durch Dehydrierung und Überhitzung entsteht und Symptome wie Schwäche, Übelkeit und Schwindel umfasst. Betroffene Personen sollten ebenfalls in den Schatten oder eine kühle Umgebung gebracht werden. Die Füße können leicht hochgelagert und enge Kleidung gelockert werden. Getränke sollten nur in kleinen Mengen angeboten werden. Bei Bewusstlosigkeit müssen sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden und ärztliche Hilfe geholt werden.
Hitzschlag
Ein Hitzschlag ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius ansteigt und die lebensbedrohlich sein kann. In diesem Fall muss sofort der Notruf abgesetzt werden. Die betroffene Person wird an einen kühlen Ort gebracht und die Kleidung entfernt. Der Körper ist mit kaltem Wasser abzukühlen, z. B. durch feuchte Tücher. Bei Bewusstlosigkeit sind ebenfalls Sofortmaßnahmen durch Ersthelfer notwendig.
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Hitzeschutz bei Arbeiten im Freien
Beschäftigte im Freien sind zusätzlich direkter Sonneneinstrahlung und starker UV-Strahlung ausgesetzt.
Sonnenschutz am Arbeitsplatz
Um Beschäftigte zu schützen, sollten Sie deswegen auf umfassende Sonnenschutzmaßnahmen setzen.
Geeignete Maßnahmen sind:
- leichte, helle und UV-abweisende Kleidung
- Hüte mit breiter Krempe oder Nackenschutz
- Sonnenbrillen mit vollständigem UV-Schutz
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
Hitzeschutz für Beschäftigte im Freien
Zusätzlich sollten Unternehmen:
- ausreichend Wasser bereitstellen
- regelmäßiges Trinken fördern
- Arbeitszeiten anpassen
- Schattenplätze schaffen
- Pausen verlängern oder häufiger ermöglichen
Vor allem die frühen Morgenstunden und späteren Nachmittagsstunden sind häufig weniger belastend.
Ausfallgeld an Hitzetagen für Dachdecker
Für Dachdecker besteht die Möglichkeit, in den Sommermonaten witterungsbedingtes Ausfallgeld zu erhalten.
Das Sommer-Ausfallgeld:
- beträgt derzeit 75 Prozent des Stundenlohns
- wird für maximal 53 Stunden gezahlt
- kann durch eine Pauschalerstattung der Sozialbeiträge ergänzt werden
Hitzeschutz im Homeoffice
Auch bei mobiler Arbeit kann Hitze die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Mobile Arbeit
Beschäftigte sind grundsätzlich selbst für den Hitzeschutz im Homeoffice verantwortlich.
Arbeitgeber können dennoch unterstützen, indem sie:
- praktische Tipps für ein angenehmes Arbeitsumfeld bereitstellen
- flexible Arbeitszeiten ermöglichen
- die Verlagerung der Arbeitszeit in kühlere Tageszeiten fördern
Telearbeit
Für Telearbeitsplätze gelten grundsätzlich dieselben gesetzlichen Anforderungen wie im Betrieb.
Dazu gehört insbesondere die Berücksichtigung möglicher Gesundheitsrisiken im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung.
Die Regelungen beziehen sich in der Praxis jedoch überwiegend auf die bereitgestellten Arbeitsmittel und nicht konkret auf die Raumtemperatur im häuslichen Umfeld.
Mit der Barmer zum Thema Hitze am Arbeitsplatz informieren
Um Ihr Unternehmen für die nächste Hitzewelle vorzubereiten, sollten Sie Ihre Beschäftigten über gesundheitsförderliches Verhalten bei Hitze aufklären. Die Barmer unterstützt Sie dabei mit Maßnahmen, die sich im Arbeitsalltag praktisch umsetzen lassen.
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Häufige Fragen zum Hitzeschutz am Arbeitsplatz
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- Trinkwasserversorgung
- flexible Arbeitszeiten
- Sonnenschutz
- Kühlung von Arbeits- und Pausenbereichen
- Information und Sensibilisierung der Beschäftigten
So bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die nächste Hitzewelle vor
Wer frühzeitig plant, schützt nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten. Unternehmen schaffen damit auch die Grundlage für sichere Abläufe, geringere Belastungen und eine möglichst stabile Leistungsfähigkeit während heißer Sommermonate.
Ein strukturierter Hitzeschutzplan, klare Verantwortlichkeiten und rechtzeitig umgesetzte Maßnahmen helfen dabei, Herausforderungen durch Hitze wirksam zu bewältigen.