Eine Frau sitzt im Schlafanzug mit Notebook und Hund auf dem Bett
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Gesundheit, die ins Leben passt: Alexander Straube, Mitglied im Verwaltungsrat, über digitale Angebote für jede Lebensphase

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Redaktion:
Constanze Löffler (Wissenschaftsjournalistin, Nerdpol, Redaktionsagentur für Medizin- und Wissenschaftsjournalismus)

Die Unsicherheit als frischgebackene Eltern, wenn niemand einem sagt, ob das Schreien des Babys jetzt normal ist oder nicht. Nächtliches Wachliegen, wenn der Schlaf einfach nicht kommen will. Oder der Vorsatz, endlich wieder mehr Sport zu machen, der im Alltag immer wieder untergeht. Genau für diese Momente brauchen Menschen digitale Angebote, die unkompliziert unterstützen und sich flexibel in den Alltag einfügen. Dass Versicherte der Barmer heute auf ein breites Portfolio solcher Angebote zugreifen können, ist kein Zufall.

Gesundheit kennt keine Öffnungszeiten

Hinter den digitalen Angeboten der Barmer steht die Idee, Unterstützung für die eigene Gesundheit so einfach erreichbar zu machen wie viele andere Angebote des täglichen Lebens: ein paar Klicks auf dem Smartphone, fertig.

Und zwar nicht nur für Menschen, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind, sondern auch für diejenigen, die zwischen Beruf, Familie und den Anforderungen des Alltags wenig Zeit haben.

„Wir wollen niemanden bevormunden, aber wir wollen da sein, wenn jemand uns braucht“, bringt es Alexander Straube auf den Punkt, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Digitalisierung und Informationstechnologie im Verwaltungsrat der Barmer.

Die Mitglieder des Verwaltungsrats arbeiten ehrenamtlich und sind als Versichertenvertreter selbst bei der Barmer versichert. Sie bringen ihre Erfahrungen und Perspektiven ein und helfen dabei, die digitale Weiterentwicklung der Krankenkasse an den Bedürfnissen der Versicherten auszurichten. Ziel ist es, Angebote bereitzustellen, die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen sinnvoll unterstützen und Gesundheit im Alltag einfacher machen.

Zwischen Feierabend und Mitternacht

Drei Uhr nachts und wieder mal liegt man wach, obwohl man todmüde ist. Der Rücken zwickt seit Wochen, aber der nächste freie Termin bei der Orthopädin ist erst in sechs Wochen frei. Oder man kommt um 21 Uhr von der Arbeit, will sich endlich bewegen. Doch das Fitnessstudio hat längst zu. Dann kommt ein passendes Online-Angebot gerade recht, um noch mal die Kurve zu kriegen: bevor aus der schlechten Nacht ein Dauerzustand wird oder aus dem „ich sollte mal wieder joggen“ so starke Schuldgefühle, dass sie einen psychisch belasten.

„Apps und digitale Kurse müssen niedrigschwellig sein und dann funktionieren, wenn die Menschen Zeit dafür haben, ob das nachts ist, am Wochenende oder zwischendurch, wenn das Kind gerade schläft“, sagt Straube. Er sieht darin den eigentlichen Sinn digitaler Gesundheitsangebote: Sie sollen die Arztpraxis oder das Gym nicht ersetzen, sondern die Zeiten überbrücken, in denen diese nicht geöffnet haben. Es gehe auch nicht darum, für jedes kleine Wehwehchen eine App zu haben, sondern an den Stellen digital zu unterstützen, an denen es wirklich etwas bringt.

Schlafprobleme sind dafür ein gutes Beispiel: Man hat sie selten zu Sprechstundenzeiten. Stattdessen kann man nicht einschlafen oder liegt schon lange wach, bevor der Wecker klingelt. Wie soll man am nächsten Tag wieder funktionieren? Viele schieben das Problem von sich weg und scheuen sich zum Arzt zu gehen. „Ist doch nicht so schlimm“, denkt man sich, bis es eben doch zum größeren Problem wird. Genau hier setzt die App „Dein Schlaf" von SleepScore an.

Gesundheit ist für jeden anders

Ein weiterer Vorteil von digitalen Produkten: Sie lassen sich an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen. Wer mitten im Studium steckt und zwischen Prüfungsstress und Nebenjob kaum zur Ruhe kommt, braucht etwas anderes als jemand, die zum ersten Mal schwanger ist. Wer sich neben dem eigenen Job noch um die pflegebedürftigen Eltern kümmert, hat noch mal andere Fragen.

Deshalb setzt die Barmer auf Angebote, die zur jeweiligen Lebensphase passen, statt auf eine Lösung für alle. Dieser Zuschnitt ist auch für den Verwaltungsrat ein zentrales Thema. „Wir sind kein Aufsichtsrat, der mit den Leistungen nichts zu tun hat, sondern Menschen wie du und ich, die in der Regel selbst Versicherte bei der Barmer sind und diese nutzen“, sagt Straube. Bei ihm persönlich heißt das: Er kennt den Alltag als Vater von zwei Kindern genauso wie als Sohn und Schwiegersohn, in dessen Familie es pflegebedürftige Angehörige gibt.

Digital ist dabei längst keine Generationenfrage mehr, das merkt Straube auch in der eigenen Familie. In einer Zeit, in der ohnehin fast alles über das Smartphone läuft, sei man froh über sinnvolle Apps und Online-Angebote. „Das gilt nicht nur für mich oder meine Töchter, die im Teenageralter sind. Auch meine Mutter mit 80 fragt im Krankenhaus mittlerweile als Erstes nach dem WLAN.“ Deshalb ist ihm wichtig, dass die Barmer für jede Lebensphase ein passendes digitales Angebot bereithält, nicht nur für die, die ohnehin schon digital-affin sind.

Gesundheitslösungen für mehr gesunde Jahre

Früher war die Rolle der Krankenkasse klar: zahlen, wenn jemand krank wird. Arztbesuch, Diagnose, Behandlung – und fertig. Heute stellt sich zunehmend eine andere Frage: Welche Krankheiten lassen sich verhindern, bevor sie entstehen? Die Antwort auf diese Frage ist längst nicht mehr nur eine Kür, die sich einzelne Kassen aussuchen können, sondern wird durch das Präventionsgesetz zunehmend Pflicht. „Wir kommen dadurch mehr in die Rolle, Lotse zu sein“, erläutert Straube. So können bestimmte Angebote Risikofaktoren vorbeugen, etwa Bewegungsmangel bei Diabetes, zu wenig Schlaf oder eine unpassende Ernährung. 

Wie ein vorbeugendes Angebot konkret aussehen kann, zeigt das digitale Bewegungsprogramm Gymondo, das zertifizierte Online-Kurse bereithält. Und Wer beim Training mitmacht, kann sich mit bis zu 200 Euro beim Barmer Bonus belohnen.

Digitalisierung braucht Vertrauen

Nicht jede App mit einem Gesundheitslabel hält, was sie verspricht. Für den Verwaltungsrat der Barmer ist deshalb klar: Bevor ein digitales Angebot ins Portfolio kommt, muss es beweisen, dass es wirkt. Fast alle Produkte wurden mit Ärztinnen, Ärzten und anderen Gesundheitsexpertinnen und -experten aus Psychologie, Ernährung und Sportwissenschaften entwickelt. „Es reicht nicht, dass etwas gut aussieht oder sich gut anfühlt. Es muss tatsächlich etwas bringen“, erklärt Straube.

Damit ein Angebot wirklich wirkt, braucht es aber etwas, das manche Versicherten vielleicht zunächst kritisch sehen: Daten. Ein gutes Beispiel dafür ist Hello Inside. Über einen Glukose-Sensor lässt sich in Echtzeit beobachten, wie der eigene Blutzucker auf einzelne Mahlzeiten reagiert und etwa das Frühstücksbrötchen den Wert stärker steigen lässt als das Vollkornbrot am Abend. Genau diese Daten sind es, die aus einer allgemeinen Ernährungsempfehlung ein Angebot machen, das auf die eigene Stoffwechsel-Reaktion zugeschnitten ist.

Genauso wichtig wie die einzelnen Digitalprodukte ist dem Verwaltungsrat deshalb, wie mit dabei gewonnenen Daten umgegangen wird. Das gilt auch dann, wenn ein Angebot wie Hello Inside von einem externen Partner kommt: Die Barmer verpflichtet alle ihre Anbieter über einen eigenen Lieferantenkodex auf denselben Datenschutz-Standard, den sie an sich selbst anlegt. Dazu gehören auch acht digitalethische Werte, an denen sich jede neue Kooperation messen lassen muss, von „Patientenzentriert“ über „Transparent“ bis „Nutzenstiftend“. Gesundheitsdaten sind besonders sensibel. Hier würde im Ausschuss sehr genau geschaut, betont Straube: „Wann werden Versichertendaten wirklich gebraucht, um ein gutes Angebot zu machen, und wann eben nicht.“

Gesund bleiben mit dem richtigen Rückenwind

Mal besser schlafen, mehr Bewegung in den Alltag bringen oder die eigene Ernährung besser verstehen: Die digitalen Angebote der Barmer setzen an ganz unterschiedlichen Stellen an. Doch die Idee dahinter ist immer dieselbe: Menschen genau dann zu unterstützen, wenn sie Hilfe brauchen, und ihnen Angebote an die Hand zu geben, die zu ihrem Leben passen.

Der Verwaltungsrat der Barmer entscheidet dabei nicht über einzelne Apps. Er sorgt dafür, dass die „große Idee“ dahinter konsequent verfolgt wird. „Wenn ich dank meiner Krankenkasse als Lotse so gesund wie möglich alt werden kann, weil ich die passgenauen Angebote bekomme, dann ist das eine ziemlich schöne Vision“, fasst Straube zusammen. Genau dahin soll sich die Barmer dank zahlreicher digitaler Angebote entwickeln: von der Kasse, die vor allem Krankheiten verwaltet, hin zu einer, die ihre Versicherten dabei begleitet, gesund zu bleiben.