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Nicht nur zur Fête de la Musique: Musik stärkt unsere Gesundheit

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Am 21. Juni ist es wieder so weit, die Fête de la Musique lockt in vielen Städten Europas die Menschen auf die Straße, um Musik zu erleben oder selbst zu machen. Erstmals durchgeführt 1981 in Paris sollte es die Vielfalt selbstgemachter Musik sichtbar machen. Inzwischen ist bewiesen, Singen und Musizieren ist auch für unsere Gesundheit gut.

Besonders stark sind die positiven Effekte, wenn Musik in der Gruppe gemacht wird. „Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen und möchte dazu gehören. Melodie und Rhythmus sind verbindende Elemente und machen Gemeinschaft erlebbar, wenn zusammen gesungen und musiziert wird“, erklärt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER.

Singen bringt Glückshormone zum Tanzen

Das musikalische Gemeinschaftsgefühl und seine gesundheitlichen Effekte sind besonders gut bei Chören erforscht. Ein Forscherteam des Canterbury Christ Church University Colleges hat 84 Mitglieder des Universitätschors danach befragt, wie sie den Einfluss des Singens im Chor auf ihr Wohlbefinden einschätzen. Eine große Mehrheit gab an, vom Chor auf soziale (87 Prozent) und emotionale (75 Prozent) Art und Weise zu profitieren. 84 Prozent spürten auch gesundheitliche Vorteile zum Beispiel durch eine verbesserte Atemtechnik, Stressreduzierung und Allgemeinstimmung. Diese Aussagen bestätigen weitere Studien, die Speichelproben von Chormitgliedern untersucht haben. Das Ergebnis: Beim Singen sinkt die Konzentration des Stresshormons Cortisol. Dafür steigen die Hormone Oxytocin, das umgangssprachlich auch Kuschelhormon genannt wird, und Endorphine. „Aus psychologischer Sicht ist die Mitgliedschaft in einem Chor eine gute Maßnahme gegen Vereinsamung“, sagt Jakob-Pannier. Vor allem für Menschen, die im Homeoffice arbeiten, und im Alltag wenig soziale Kontakte haben, könne es eine gute Idee sein, sich einem Chor oder eine Musikgruppe anzuschließen.

Musizieren hilft Kindern in der Entwicklung

Orte an denen ganz selbstverständlich zusammen gesungen und getanzt wird, sind Kindergärten. Und das ist auch gut so. Denn Musizieren und Singen wirkt sich positiv auf den Spracherwerb, das Gedächtnis und die motorischen Fähigkeiten von Kindern aus. Neurologen erklären dies damit, dass durch Singen und Musizieren bestimmte Nervenbahnen im Gehirn vernetzt und vergrößert werden. Dies betrifft vor allem das Zusammenwirken der Schläfenlappen, wo im Gehirn das Gehör angesiedelt ist, und der Stirnlappen, wo das Bewegungszentrum sitzt. „Eltern können ihr Kind gezielt fördern, wenn sie es an Musik heranführen. Allerdings sollte die Freude dabei im Vordergrund stehen. Wenn Eltern ihr Kind zwingen, ein Musikinstrument zu erlernen, erreichen sie meist das Gegenteil von dem, was sie wollen“, rät die Psychologin. 

Für ein Instrument ist es auch im Alter nicht zu spät

Musizieren ist keine Frage des Alters. Auch für Betagte lohnt es sich, in die Tasten zu greifen oder die Saiten zu zupfen. Denn auch im Alter tut Musik gut. Forscher der University of Exeter untersuchten die Gehirn-Funktion von Menschen um die 68 Jahren. Sie bildeten dabei eine Gruppe, die ein Musikinstrument spielten, und einer Vergleichsgruppe, die sich noch nie musikalisch betätigt hat. Das Ergebnis: Musizieren und Notenlesen fördert die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erfassen und verbessert die Gedächtnisleistung. Zwar könne Musizieren keine Demenz verhindern, so die Forscher, aber sie helfe die geistigen Kapazitäten aufrechtzuerhalten. „Das Geheimnis von Musik liegt in ihrer kognitiven und sozialen Wirkung. Ich kann nur allen raten: Chor statt Couch, macht Musik und singt für eure Gesundheit, egal wie alt ihr seid“, sagt Jakob-Pannier.
 

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