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Insektenstiche, Sonnenbrand & kleine Sommernotfälle – was hilft wirklich

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Mückenstich, Sonnenbrand oder Schürfwunde beim Ausflug ins Grüne. Gerade im Sommer sind kleine Gesundheitsprobleme schnell passiert. Doch welche Maßnahmen helfen wirklich und wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden? Ein Überblick über sinnvolle Soforthilfen und geeignete Arzneimittel für die warme Jahreszeit.

Sommerzeit ist Draußenzeit. Ob im Freibad, beim Wandern, Grillen oder im Urlaub am Meer. Mit den steigenden Temperaturen können auch kleinere Gesundheitsprobleme zunehmen. Insektenstiche, Sonnenbrand oder minimale Verletzungen gehören zu den häufigsten Sommerbeschwerden. Viele Betroffene greifen dann zu Hausmitteln oder frei verkäuflichen Arzneimitteln. Doch nicht alles, was durch Social Media oder Freunde empfohlen wird, ist auch tatsächlich sinnvoll. „Bei den meisten kleineren Sommerbeschwerden können Betroffene selbst viel tun. Wichtig ist jedoch, die Situation richtig einzuschätzen und Warnzeichen zu kennen“, sagt Dr. André Breddemann, Apotheker und Leiter der Abteilung Arzneimittel bei der BARMER.

Wenn Mücken, Wespen und Co. zustechen

Mückenstiche gehören zu den typischen Begleitern lauer Sommerabende. Die Beschwerden entstehen meist nicht durch den Stich selbst, sondern durch die Reaktion des Immunsystems auf den Speichel des Insekts. Die Folge sind Juckreiz, Rötung und Schwellung. Am wichtigsten ist es, nicht zu kratzen. Auch wenn das schwerfällt. Kratzen kann die Haut zusätzlich reizen und Krankheitserregern das Eindringen erleichtern. Kühlende Umschläge, Kühlpads oder kühlende Roll-ons können den Juckreiz schnell lindern, sind aber meist nur kurz wirksam. Zur länger andauernden Linderung der Beschwerden sind Gele oder Sticks mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Antihistaminika empfehlenswert. Des Weiteren können thermische Stichheiler (Wärmestifte) angewendet werden, am besten unmittelbar nach dem Stich. Diese erhitzen die Haut wenige Sekunden auf etwa 47–51 °C. Dadurch sollen die Speichelproteine des Insekts denaturiert werden, die Immunreaktion fällt dann schwächer aus. Weitere Wirkmechanismen wie beispielsweise die Hemmung der Reizweiterleitung des Juckreizes werden aktuell diskutiert. Thermische Stichheiler gibt es als batteriebetriebene Stift-artige Geräte oder als kleine USB-Stick-artige Aufsätze, die sich gut für unterwegs eignen und über das Smartphone mit Energie versorgt und gesteuert werden können. Bei stärkeren Beschwerden, also bei großen, stark juckenden, geröteten und geschwollenen Stichen, kommen Cremes mit niedrig dosiertem Hydrocortison infrage. „Je früher die Behandlung beginnt, desto besser lassen sich Schwellung und Juckreiz begrenzen“, erklärt Dr. Breddemann. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Wespen- oder Bienenstiche im Mund- und Rachenraum. Hier kann die Schwellung die Atmung beeinträchtigen. In solchen Fällen sollte sofort der Notruf verständigt werden. Gleiches gilt bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion wie Atemnot, Schwindel oder Kreislaufproblemen.

Sonnenbrand ist mehr als nur gerötete Haut

Ein Sonnenbrand wird oft unterschätzt. Tatsächlich handelt es sich um eine akute Entzündungsreaktion der Haut nach übermäßiger UV-Belastung. Erste Beschwerden treten häufig erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auf. Bei einem leichten Sonnenbrand helfen vor allem Kühlung, ausreichendes Trinken und feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte. Geeignet sind beispielsweise Lotionen oder Gele mit Aloe vera oder Dexpanthenol. Auf stark fettende Produkte sollte zunächst verzichtet werden, da sie die Wärme in der Haut speichern können. Schmerzmittel können sinnvoll sein, wenn die Beschwerden stärker ausgeprägt sind. Wichtig ist außerdem, die betroffenen Hautbereiche bis zur vollständigen Abheilung vor weiterer Sonneneinstrahlung zu schützen. „Blasenbildung, starke Schmerzen oder allgemeine Beschwerden wie Fieber sind eindeutige Hinweise darauf, dass ärztlicher Rat eingeholt werden sollte“, sagt der Experte.

Schürfwunden und kleine Verletzungen richtig versorgen

Beim Radfahren, Wandern oder Spielen im Freien sind kleinere Verletzungen schnell passiert. Entscheidend ist dann eine sorgfältige Wundversorgung. Zunächst sollte die Wunde mit sauberem Wasser oder einer geeigneten Wundspüllösung gereinigt werden. Das Auftragen eines antiseptischen Mittels im Anschluss ist zudem empfehlenswert. Moderne Wundauflagen schützen die verletzte Haut und fördern eine ungestörte Heilung. Von veralteten Methoden wie dem Auftragen von Puder oder aggressiven Desinfektionsmitteln ist deutlich abzuraten. Auch vermeintliche Hausmittel wie z. B. Salz oder Zwiebeln können die Wundheilung beeinträchtigen. Wenn die Wunde stark verschmutzt ist, stark blutet oder sich Anzeichen einer Infektion entwickeln, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Was bei Hitzebeschwerden hilft

Nicht jeder Sommernotfall hat mit Sonne oder Insekten zu tun. Gerade an heißen Tagen kann es zu Kreislaufprobleme kommen. Typische Anzeichen dafür sind Schwindel, Kopfschmerzen, Schwäche oder Übelkeit. Dann gilt es, sofort Schatten aufzusuchen, ausreichend zu trinken und den Körper langsam abzukühlen. Besonders ältere Menschen und Kinder sollten an heißen Tagen ihre Flüssigkeitsaufnahme im Auge behalten und viel trinken, auch wenn kein ausgeprägtes Durstgefühl besteht.

Gut vorbereitet durch den Sommer

Letztlich kann eine kleine Sommerapotheke helfen, Beschwerden rasch zu behandeln. Sinnvolle Bestandteile dieser sind unter anderem kühlende Gele gegen Insektenstiche, ein Wunddesinfektionsmittel, Pflaster, eine antiseptische Salbe, Sonnenschutzmittel sowie ein geeignetes Schmerzmittel. „Nicht jedes Problem erfordert sofort einen Arztbesuch. Wer eine gut ausgestattete Haus- oder Reiseapotheke besitzt und die wichtigsten Maßnahmen kennt, kann viele kleinere Sommerbeschwerden selbst sicher versorgen“, so Dr. André Breddemann.