Das Bild zeigt eine Frau, die Nasenspray verwendet.
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Wenn der Griff zum Nasenspray zur Routine wird

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Die Erkältungszeit ist im vollen Gange. Sobald die verstopfte Nase das Atmen erschwert, greifen viele Menschen zu einem abschwellenden Nasenspray. Wird dieses jedoch über einen langen Zeitraum verwendet, kann ein Gewöhnungseffekt eintreten und ernstzunehmende Folgen haben.

Ein kurzer Sprühstoß und schon ist die Nase frei. Das allseits bekannte Nasenspray rettet in den kalten Wintermonaten vielen Menschen sowohl den Tag als auch die Nacht. Als eines der meistverkauften Medikamente bei akutem Schnupfen kann es jedoch bei zu langer Anwendung abhängig machen. „Nasenspray sollte in der Regel nicht länger als eine Woche verwendet werden. Denn mit der Zeit gewöhnt sich die Nasenschleimhaut an das Medikament, sodass die Wirkung schnell wieder nachlässt. Die Nasenschleimhaut schwillt dann nur kurzzeitig ab und wird schnell wieder dicker. Der nächste Griff zum Spray ist dann bereits vorprogrammiert“, warnt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. Das rezeptfreie Medikament sollte höchstens drei Mal am Tag verwendet werden, um diesen Gewöhnungseffekt zu verhindern.

Bewusstsein für Anzeichen und Folgen stärken

Um eine Abhängigkeit angehen zu können, ist es besonders wichtig, ihre Anzeichen frühzeitig zu erkennen und sich den möglichen Folgen bewusst zu sein. Sollte das Mittel über einen längeren Zeitraum verwendet und die Dosis im Laufe der Zeit gesteigert werden, ist Vorsicht geboten. Auch wenn es Probleme bereitet, das Haus ohne ein Nasenspray zu verlassen, deutet dies auf ein Suchtverhalten hin. „Nasenspraysüchtige sind oftmals häufiger krank und die Erkältungen halten besonders lange an. Denn auf Dauer wird der natürliche Schutzmechanismus der Nase beschädigt und bietet Krankheitserregern ein leichtes Spiel. Ist das Gewebe stark beschädigt, können sich Bakterien ausbreiten und faulige Substanzen absondern. Diese verursachen einen unangenehmen Geruch“, so Günther. Außerdem trocknen die Inhaltsstoffe des Sprays die Nasenschleimhaut stark aus, sodass diese im Laufe der Zeit sehr trocken wird und Nasenbluten entstehen kann.

Entwöhnung und alternative Mittel

Die Entwöhnung kann auf verschiedenen Wegen stattfinden. Sollte das Nasenspray noch nicht allzu lange verwendet werden, kann ein kalter Entzug Wirkung zeigen. Dafür bietet es sich an, alle vorhandenen Sprays zu entsorgen. Auch ein kontinuierliches Reduzieren oder Verdünnen des Mittels kann hilfreich sein. Sollte das Medikament bereits stärkere körperliche Reaktionen auslösen, ist eine Entwöhnung unter ärztlicher Betreuung ratsam. „Wer trotz einer Erkältung frei durchatmen möchte, kann anstatt zu abschwellendem Nasenspray zu Kochsalz- oder Meersalzlösungen greifen. Eine weitere Alternative ist das Inhalieren über warmen Wasserdampf mit Pflanzenextrakten wie Kamille oder ein Erkältungsbad mit ätherischen Ölen. Diese können dabei helfen, das Nasensekret zu lösen. Außerdem befeuchten sie die Schleimhäute und oberen Atemwege“, rät Günther.

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