Ein Lächeln soll bekanntlich Wunder wirken. Ob dem tatsächlich so ist, sei dahingestellt. Zumindest aber dürfte jeder schon einmal erlebt haben, dass selbst dem schlecht gelaunten Gegenüber plötzlich ein Lächeln über das Gesicht huscht, sobald er oder sie von einer anderen Person fröhlich angelacht wird. Ist Lachen also ansteckend? Ja, das ist es und von der Hirnforschung sogar eindeutig belegt. Schauen Menschen anderen beim Lachen zu, werden im Gehirn Regionen angeregt, die auch aktiv sind, wenn sie selbst lachen. Mehr noch, schon das Geräusch lachender Menschen veranlasst das Gehirn, die Gesichtsmuskeln automatisch aufs Mitlachen vorzubereiten. Britische Forscher haben dazu Freiwilligen verschiedene emotionale Lautausdrücke vorgespielt und die Hirnaktivität beobachtet. Positive Gefühlsäußerungen wie Lachen oder Jubeln lösten in einer bestimmten Region der Hirnrinde eine sehr starke Antwort aus, die die akustischen Gefühlsausdrücke widerspiegelt. Bei dem untersuchten Areal handelte es sich um den prämotorischen Cortex, also dem für die Planung von Bewegungsabläufen wie das Lachen zuständigen Bereich. In dieser Hirnregion befinden sich außerdem Spiegelneuronen. Das sind Nervenzellen, die allein durch die Betrachtung einer Bewegung anderer Menschen aktiviert werden und so die Bewegung auf nervlicher Ebene widerspiegeln. Die Forscher untersuchten, ob diese Spiegelneuronen auch bei rein akustischen Signalen automatisch reagieren. Dafür analysierten sie die Aktivität in der Hirnrinde von Freiwilligen Stoffwechselvorgänge, die bei Aktivität in Gehirn entstehen. Vorgespielt wurden menschliche Äußerungen, die die Emotionen Triumph, Spaß, Angst und Ekel ausdrückten. Alle Hörbeispiele lösten Aktivität im prämotorischen Cortex aus, der die Bewegungsabläufe für die Gesichtsmuskulatur entwirft. Die Aktivitäten bei den positiven Gefühlsausdrücken wie Lachen waren dabei stärker als bei Ekel und Angst. So gesehen ist Lachen also wirklich ansteckend.