Für viele Menschen ist der Frühling die schönste Zeit des Jahres, für Pollen-Allergiker beginnt jedoch eine Phase voller Beschwerden. Beim Heuschnupfen reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Pflanzenpollen. Diese Mittel helfen gegen Heuschnupfen oder können teilweise schon seine Entstehung im Kindesalter verhindern.
Zu den häufigsten Beschwerden bei Heuschnupfen zählen Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende und tränende Augen. Manche Betroffene klagen außerdem über Husten, Müdigkeit oder gereizte Schleimhäute. In schweren Fällen kann die allergische Reaktion sogar die Bronchien betreffen. Deshalb sollten anhaltende Symptome ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.
Medikamente können schnell helfen
Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Heuschnupfen sind Medikamente, die die allergische Reaktion des Körpers abschwächen. „Bei leichten bis moderaten Beschwerden können vor allem sogenannte Antihistaminika eingesetzt werden. Diese blockieren die Wirkung des Botenstoffs Histamin und lindern dadurch Symptome wie Niesen, Juckreiz oder eine laufende Nase“, sagt Dr. André Breddemann, Apotheker und Fachbereichsleiter Arzneimittel bei der BARMER. Antihistaminika sind in verschiedenen Formen erhältlich. Augentropfen oder Nasensprays können gezielt dort wirken, wo die Beschwerden auftreten, und dadurch Juckreiz, Brennen oder Schnupfen schnell lindern. Bei stärkerem allergischen Schnupfen können zudem kortisonhaltige Nasensprays eingesetzt werden, die entzündungshemmend wirken und die allergische Reaktion reduzieren. „Wenn mehrere Symptome gleichzeitig auftreten, kommen häufig Antihistaminika in Tablettenform zum Einsatz. Sie wirken im gesamten Körper und können die Beschwerden umfassend lindern“, so Breddemann. Moderne Wirkstoffe, wie zum Beispiel Bilastin, sind dabei meist besser verträglich und machen deutlich seltener müde als ältere Präparate.
Vorbeugen schon in der Kindheit
Um gar nicht erst eine Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Pollen zu entwickeln, kann auch die richtige Ernährung schon im Kindesalter ein Faktor sein. Allerdings kann die Neigung zu Allergien zum Teil auch erblich bedingt sein. Es gibt Hinweise darauf, dass die Vielfalt der Ernährung des Kindes im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen hat. Eine vielfältige Ernährung beinhaltet auch, dass Fisch und eine begrenzte Menge Milch beziehungsweise Naturjoghurt sowie Hühnerei (durcherhitzt, nicht roh) im Rahmen der Beikost eingeführt werden. Babys sollten für den Zeitraum der ersten vier bis sechs Monaten nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden. Frühestens ab Beginn des 5. und spätestens ab Beginn des 7. Lebensmonats sollte mit der Beikost begonnen werden. Früher wurde zur Vorbeugung von Allergien oft empfohlen, bei der Ernährung von Kindern im ersten Lebensjahr potente Nahrungsmittelallergene zu meiden. Da es hierfür keine Nutzenbelege gibt, wird von solchen diätetischen Restriktionen heutzutage abgeraten.
Pollen im Alltag vermeiden
Wer schon Heuschnupfen entwickelt hat, für den spielt neben Medikamenten auch das Verhalten im Alltag eine wichtige Rolle. So sollten Aktivitäten danach geplant werden, wann und wo besonders viele Pollen fliegen. Pollenkalender oder Vorhersagen helfen dabei, Tage mit hoher Belastung zu erkennen und Aufenthalte im Freien entsprechend anzupassen. Auch kleine Gewohnheiten können die Belastung reduzieren. „Es kann helfen, nach Regenschauern oder abends zu lüften, da dann weniger Pollen in der Luft sind. Außerdem kann es sinnvoll sein, vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen oder das Gesicht zu reinigen, damit sich die tagsüber angesammelten Pollen nicht im Bett verteilen“, so der BARMER-Experte. Eine weitere einfache Maßnahme ist eine Nasenspülung mit einer isotonischen Kochsalzlösung. Dadurch werden Pollen aus der Nase gespült und die Schleimhäute befeuchtet. Das kann die Wirkung von Medikamenten zusätzlich unterstützen.
Langfristige Behandlungsmöglichkeiten
Wer jedes Jahr stark unter Heuschnupfen leidet, kann auch über eine langfristige Behandlung nachdenken. Eine Möglichkeit ist die sogenannte Hyposensibilisierung. „Dabei wird der Körper über einen längeren Zeitraum schrittweise an die Allergieauslöser gewöhnt. Ziel ist es, die Reaktion des Immunsystems zu verringern und die Beschwerden langfristig deutlich zu reduzieren“, erklärt Breddemann. Eine solche Therapie kann nicht nur die Symptome lindern, sondern auch verhindern, dass sich aus einem Heuschnupfen später allergisches Asthma entwickelt.
Beschwerden früh behandeln
Grundsätzlich gilt: Heuschnupfen sollte nicht einfach ausgesessen werden. Eine gezielte Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessern und mögliche Folgeerkrankungen verhindern. Mit der richtigen Kombination aus Medikamenten, Alltagsmaßnahmen und gegebenenfalls einer langfristigen Therapie lassen sich die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen, selbst in Zeiten starken Pollenflugs.