Seit Jahrhunderten kommt Honig als Hausmittel zum Einsatz. Aber ist er wirklich eine medizinische Geheimwaffe oder nur eine süße Leckerei mit rund 80 Prozent Zuckeranteil? Was sagt dazu die Wissenschaft? Erwiesen ist, dass das Naturprodukt antimikrobiell wirkt. Das liegt unter anderem an einem bieneneigenen Enzym, das Wasserstoffperoxid bereitstellt und so Krankheitserreger abtötet. Es aktiviert die körpereigenen Abwehrkräfte, indem es die weißen Blutkörperchen und die Bildung von Antikörpern fördert. Zudem hilft Honig dabei, neue Hautzellen und Blutgefäße zu bilden, was eine Schorfbildung verhindern kann. Allerdings sollte keinesfalls herkömmlicher Honig auf Wunden aufgetragen werden. Dafür gibt es Medizinhonig, der keimfrei und nachweislich frei von Fremdstoffen wie organischen Säuren, Antibiotika oder Schwermetallen sein muss. Bei Husten hingegen ist die Wirkung von Honig als Solotherapie nicht eindeutig belegt. Zwar gibt es Indizien, dass er die Absonderung von Schleim und akuten Husten bei Kindern reduzieren kann. Eine systematische Auswertung verschiedener Studien hat aber nichts wirklich Belastbares ergeben, das für oder gegen die Verwendung zur Linderung von Husten sprach. Darüber hinaus gibt es schwache Hinweise, demnach zufolge Honig das Herz schützen könnte, indem er Fettstoffwechsel und Blutdruck verbessert, antioxidativ wirkt, und den Zelltod abschwächt. Aber auch hier sind weitere hochwertige Studien erforderlich, um den Nutzen von Honig bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachzuweisen. Letzten Endes ist Honig also keine Geheimwaffe. Er kann eine medizinische Behandlung höchstens ein wenig unterstützen, aber nicht ersetzen. Und bei Säuglingen unter einem Jahr sollte er überhaupt nicht zum Einsatz kommen, weil er seltene Bakteriensporen enthalten kann.