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Herzschlag ist der Takt – Was der Puls über unsere Gesundheit verrät

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Sicherlich haben Sie schon einmal Ihren Puls am Handgelenk überprüft. Vielleicht tragen Sie auch eine Smart-Watch, die ihn aufzeichnet. Aber was sagt der Puls eigentlich über unsere Gesundheit aus und warum ist es besser, eine eher niedrige Herzfrequenz zu haben?

Fangen wir mit dem Ruhepuls an. Unser Ruhepuls verrät, wie schnell unser Herz das Blut durch den Körper pumpt, wenn wir uns nicht anstrengen. Durch Pulsmessen können wir feststellen, wie oft das Herz in der Minute schlägt. Bei körperlicher Anstrengung, Stress oder Aufregung schlägt das Herz rascher und sorgt dafür, dass das Blut schneller durch die Adern fließt und der Körper mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Doch der Puls verrät noch viel mehr. „Unser Puls ist gewissermaßen ein Gradmesser für unsere Fitness und Gesundheit. Man muss ihn nur zu lesen wissen“, sagt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der BARMER.

Warum Frauen meist einen höheren Puls haben

Zunächst geht es darum, den Ruhepuls richtig einzuordnen. Wie hoch er ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergröße und -gewicht ab. Bei gesunden Erwachsenen liegt der Ruhepuls im Optimalfall zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Frauen haben einen etwas höheren Ruhepuls als Männer, da ihr Herz kleiner ist und schneller schlagen muss, um die Organe mit Blut zu versorgen. Während einer Schwangerschaft ist der Puls um zehn bis 20 Schläge pro Minute erhöht. Denn in dieser Zeit ist die Blutproduktion höher, um das Baby über Gebärmutter und Plazenta mit Nährstoffen zu versorgen. Das Herz von Kindern schlägt deutlich schneller als das von Erwachsenen. Während Neugeborene eine Herzfrequenz von 120 bis 160 haben, liegt der Puls bei 12- bis 14-Jährigen durchschnittlich bei etwa 85. Im Erwachsenenalte sinkt der Puls und steigt erst im Seniorenalter wieder leicht auf bis zu 90 Schläge in der Minute an.

Ein Ruhepuls von 100 sollte ärztlich abgeklärt werden

Was tun, wenn der Ruhepuls nun nicht der Faustregel entspricht? Zunächst können auch äußere Einflussfaktoren den Puls beeinflussen. Nach einer unruhigen Nacht, an einem Hitze-Tag, in Folge einer Infektion oder auch durch Flüssigkeitsmangel schlägt unser Herz meist etwas schneller. Einem dauerhaft erhöhten Ruhepuls sollte allerdings Beachtung geschenkt werden. „Ein Ruhepuls von über 80 kann ein Zeichen für mangelnde Kondition und ungesundem Lebensstil sein und hier sind wir bei Faktoren, die wir selbst steuern können“, sagt Marschall. Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Bluthochdruck, eine Schilddrüsenüberfunktion aber auch psychische Faktoren wie Stress und Angst sorgen dafür, dass der Ruhepuls höher ist, als er sein sollte. Langfristig kann eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten den Ruhepuls senken. Liegt der Ruhepuls bei über 100 sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen abzuklären.

Niedriger der Ruhepuls erhöht Lebenserwartung

Warum ein niedriger Ruhepuls gut ist, haben Wissenschaftler am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg herausgefunden. Sie konnten in einer Studie nachweisen, dass gesunde Menschen mit einem niedrigen Ruhepuls länger leben als Menschen mit einer dauerhaft erhöhten Ruheherzfrequenz. Ein erhöhter Ruhepuls steigert das Herzinfarkt- und Sterblichkeitsrisiko. Umgekehrt erkennt man trainierte Spitzensportler auch an ihrem Puls. Ihr Herz schlägt im Ruhezustand nur etwa 30- bis 40-mal pro Minute. Sollten Sie einen so niedrigen Puls haben und kein Spitzensportler sein, wäre ebenfalls ein Besuch beim Arzt angebracht. „Mit einem zu niedrigen Ruhepuls können Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Schwindel oder Kopfschmerzen einhergehen, die ärztlich abgeklärt werden sollten“, so Marschall. Ausdauersport wie Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen sorgen dafür, dass das Herz trainiert wird und der Ruhepuls langfristig sinkt. Wer sein Training optimieren möchte, kann sich einer sportmedizinischen Untersuchung unterziehen. Anhand der Ergebnisse können Ärzte individuelle Trainingstipps geben.