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Sleepmaxxing – Wenn guter Schlaf zur neuen Leistung wird

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Schlafen ist längst mehr als reine Erholung. In sozialen Medien entwickelt sich guter Schlaf zunehmend zum Lifestyle- und Leistungsthema. Unter dem Schlagwort „Sleepmaxxing“ zeigen Influencer ihre Abendroutinen mit Schlaftrackern, Lichtweckern, Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen Hilfsmitteln, die den Schlaf optimieren sollen. 

Sleepmaxxing ist kein medizinischer Fachbegriff, sondern ein Social-Media-Trend. „Grundsätzlich ist es eine gute Entwicklung, dass Schlaf heute stärker als wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils wahrgenommen wird. Schließlich spielt ausreichender und erholsamer Schlaf eine wichtige Rolle für die körperliche und psychische Gesundheit sowie für Konzentration, Gedächtnis und Leistungsfähigkeit“, so Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER. Viele Tipps, die unter dem Begriff Sleepmaxxing verbreitet werden, sind dabei keineswegs neu. „Sie entsprechen den wissenschaftlich gut untersuchten Empfehlungen zur Schlafhygiene. Dazu gehören vor allem regelmäßige Schlafens- und Aufstehzeiten, möglichst viel Tageslicht am Morgen sowie eine ruhige, dunkle und angenehm kühle Schlafumgebung“, erklärt Jakob-Pannier. Auch Alkohol und Nikotin können die Schlafqualität beeinträchtigen und sollten möglichst vermieden werden. Ebenso empfiehlt es sich, helles Licht und intensive Bildschirmnutzung in den Abendstunden zu reduzieren, da sie den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen können.

Wenn Optimierung zum Stress wird

Neben diesen bewährten Empfehlungen kursieren auf Social Media auch zahlreiche sogenannte Schlaf-Hacks, also einfache Tricks, die eine deutlich bessere Schlafqualität oder einen besonders tiefen Schlaf versprechen. Ein Beispiel sind Schlaftracker. Sie können dabei helfen, die eigenen Schlafgewohnheiten besser kennenzulernen und Veränderungen im Blick zu behalten. Allerdings kann die permanente Beschäftigung mit Schlafdaten auch Nachteile haben. „Wer sich jeden Morgen stark auf seinen Schlaf-Score konzentriert oder sich von den angezeigten Werten verunsichern lässt, setzt sich unter Umständen unnötig unter Druck. Die ständige Optimierung kann den Schlaf damit sogar verschlechtern“, warnt die Psychologin. 

Gefährliche Praktiken

Auch das sogenannte „Mouth Taping“, also das nächtliche Verkleben des Mundes, gehört zu den derzeit häufig diskutierten Trends. Für einen gesundheitlichen Nutzen gibt es bislang aber keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. „Gleichzeitig kann die Methode insbesondere bei bestimmten Vorerkrankungen Risiken mit sich bringen und sollte deshalb nicht unkritisch übernommen werden“, so Jakob-Pannier. Ähnlich sieht es bei frei verkäuflichen Melatonin-Produkten aus. Melatonin ist zwar ein körpereigenes Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflusst. Entsprechende Präparate sollten aber nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden. Anstatt immer neue Schlaf-Hacks auszuprobieren, ist es ratsam, zunächst die bewährten Grundlagen einer guten Schlafhygiene umzusetzen. „Bleiben Ein- oder Durchschlafstörungen über mehrere Wochen bestehen oder beeinträchtigen sie den Alltag, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden“, rät Jakob-Pannier.