Sozialversicherungsrecht

Kinderkrankengeld

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Laut § 45 SGB V haben Versicherte Anspruch auf Krankengeld von ihrer Krankenkasse, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, dass sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben*, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.

Wird das Kind auf Grund der Pandemie bis zum 07.04.2023 zu Hause betreut, ist ein Antrag erforderlich. Dieser kann hier heruntergeladen und direkt ausgefüllt werden. Anschließend kann der Antrag bequem über das geschützte Postfach der Barmer eingereicht werden. In diesen Fällen ist keine Unterschrift erforderlich. 

Kinderkrankengeld: Anspruchsdauer

Regulär ist der Krankengeldanspruch auf zehn Arbeitstage pro Kind beschränkt. Bei mehreren Kindern sind es maximal 25 Arbeitstage je Versicherte. Gemäß der Corona-Sonderregelung für die Jahre 2021, 2022 und 2023 sind es 30 Arbeitstage pro Kind und 65 Arbeitstage im Kalenderjahr bei mehreren Kindern.

Bei Alleinerziehenden beträgt der reguläre Anspruch pro Kalenderjahr 20 Arbeitstage bei einem Kind und 50 Arbeitstage bei mehreren Kindern. Nach der Corona-Sonderregelung für 2021, 2022 und 2023 sind es 60 Arbeitstage pro Kind und 130 Arbeitstage bei mehreren Kindern.

Die zeitliche Befristung entfällt bei der Beaufsichtigung, Betreuung und Pflege von Kindern, die an einer schweren, lebensbedrohlichen Erkrankung leiden. Der Anspruch auf Kinderkrankengeld ist von der jeweiligen Familiensituation abhängig:

Regulär bis 31.12.2019

Sonderregelung 2020

Sonderregelung 2021, 2022, 2023 


Jeder Elternteil

pro Kind


 10 Arbeitstage

15 Arbeitstage

30 Arbeitstage

maximal

25 Arbeitstage

35 Arbeitstage

65 Arbeitstage

Alleinerziehende

pro Kind

20 Arbeitstage

30 Arbeitstage

60 Arbeitstage

maximal

50 Arbeitstage

70 Arbeitstage

130 Arbeitstage

Höhe des Kinderkrankengeldes

Das Kinderkrankengeld beträgt 90 % des ausgefallenen Nettoentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt der Versicherten. Wurde in den vorangegangenen 12 Monaten beitragspflichtiges einmaliges Arbeitsentgelt (z. B. Weihnachtsgeld) bezogen, beträgt das Krankengeld 100 % des ausgefallenen Nettoentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt, höchstens aber 70 % der Beitragsbemessungsgrenze nach § 223 Absatz 3 SGB V.

Sozialversicherungsbeiträge bei Bezug von Kinderkrankengeld

Das Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes ist beitragspflichtig zur Sozialen Pflegeversicherung (PV), Gesetzlichen Rentenversicherung (RV) sowie zur Arbeitslosenversicherung (ALV).

Als Beitragsbemessungsgrundlage dienen 80 % des vom Unternehmen gemeldeten ausgefallenen Bruttoarbeitsentgeltes. Der Bezieher bzw. Bezieherin des Kinderkrankengeldes zahlt die Hälfte des Beitrags, der Träger (z. B. Krankenkasse) den Rest.

*Wegen der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung den Anspruch auf Kinderkrankengeld nochmals erweitert.  So gelten die oben dargestellten Regelungen bis 07.04.2023 auch dann, wenn eine Betreuung des Kindes zu Hause notwendig wird, weil die Schule, der Kindergarten, die Klasse oder Gruppe aufgrund der Pandemie geschlossen bleibt oder die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt bzw. der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt ist.

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