Eine kleine Personengruppe sitzt zusammen in einem Besprechungsraum. Notebooks und Handys liegen auf dem Tisch.
Gesundheitsmanagement

Betriebliches Gesundheitsmanagement: So gelingt die Umsetzung im Unternehmen

Lesedauer weniger als 4 Min
Redaktion:
Internetredaktion Barmer
Qualitätssicherung:
Svenja Hohbach (BGM-Expertin)

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist mehr als die Summe einzelner Maßnahmen. Erfolgreiches BGM folgt einem strukturierten Prozess, der die Bedürfnisse der Beschäftigten ebenso berücksichtigt wie die Ziele des Unternehmens. Von der Analyse über die Planung bis zur langfristigen Umsetzung unterstützt die Barmer Unternehmen beim Aufbau eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements.

Als Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) versteht man einen umfassenden, dauerhaften und nachhaltigen Prozess. Gesundheitsfördernde Maßnahmen werden nicht nur punktuell bzw. isoliert betrachtet, sondern als kontinuierlicher Kreislauf aus Bedarf, Analyse, Planung, Umsetzung, Evaluation und Nachhaltigkeit verstanden. Zudem soll BGM nicht nur auf Mitarbeiterebene zu einem gesünderen Verhalten führen, sondern ist auf die Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen insgesamt ausgerichtet. BGM ist damit auch kein Top-down-Prozess, sondern Beschäftigte werden von Anfang an in Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden.

Zu den Aktivitäten und Themen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zählen zum Beispiel:

Wie können Unternehmen von BGM profitieren?

Die Arbeitswelt wird vielfältiger: Beschäftigte unterschiedlicher Generationen arbeiten heute oft nebeneinander, neue Arbeitsformen verändern den Arbeitsalltag und die Digitalisierung schafft sowohl Chancen als auch neue Belastungen. Hinzu kommen steigende Anforderungen an Flexibilität, Zusammenarbeit und lebenslanges Lernen. Ein erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement berücksichtigt diese unterschiedlichen Voraussetzungen und unterstützt Unternehmen dabei, gesunde Arbeitsbedingungen für verschiedene Beschäftigtengruppen zu schaffen.

BGM verfolgt das Ziel, die Gesundheit, Motivation und Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten langfristig zu stärken. Dafür werden nicht nur individuelle Gesundheitsressourcen gefördert, sondern auch die Arbeitsbedingungen im Unternehmen gezielt weiterentwickelt. Dazu gehören beispielsweise gesundheitsgerechte Führung, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, altersgerechte Arbeitsbedingungen oder Maßnahmen zur Stressbewältigung und Prävention.

Davon profitieren Unternehmen in mehrfacher Hinsicht: Sie können die Arbeitsfähigkeit ihrer Beschäftigten langfristig erhalten, Fehlzeiten reduzieren, die Mitarbeitendenbindung stärken und ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen. Gleichzeitig trägt ein systematisches Gesundheitsmanagement dazu bei, Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und den Herausforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt zu begegnen.

 

In 6 Schritten zum erfolgreichen BGM

Das 6-Phasen-Modell dient als Grundlage für das Konzept der Barmer zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Die Grafik zeigt das 6-Phasen-Modell, die Basis des Barmer Betriebliches Gesundheitsmanagement-Konzeptes

1. Bedarfsbestimmung

  • Gründung eines Projektteams (Arbeitskreis Gesundheit)
  • Analyse der Beweggründe zur Einführung eines BGM
  • Festlegung des Projektablaufs
  • Klärung der Aufgaben und Zuständigkeiten

2. Analyse

  • Erhebung Ist-Zustand, bisherige Maßnahmen
  • Unternehmensreport Gesundheit (AU-Statistiken)
  • Beschäftigtenbefragungen
  • Sonstige Erfahrungen

3. Interventionsplanung

  • Festlegen der Ziele, Handlungsfelder, Prioritäten
  • Ausgewogenheit von Verhaltens- und Verhältnisprävention
  • Ressourcen, Verantwortlichkeiten, Zeitplan
  • Schlüsselpersonen, kritische Erfolgsfaktoren
  • Beteiligung und offene Kommunikation sichern

4. Umsetzung

  • Konkrete Maßnahmen (z. B. Workshops für Führungskräfte) und Angebote
  • Abstimmung und Koordination
  • Synergien nutzen
  • Kommunikation

5. Evaluation

  • Ergebnissicherung: Wirksamkeit, Nutzen, Dauer, Kosten
  • Rückmeldung
  • Auswertung, Reflexion
  • ggf. weitere Analysen, Folge-Befragungen etc.

6. Nachhaltigkeit

  • Dauerhafte Durchführung von BGM-Maßnahmen
  • BGM ist Bestandteil der Unternehmenskultur

Welche Maßnahmen eignen sich für Unternehmen?

Die Module unseres Firmenangebots Gesundheit lassen sich flexibel in bestehende Strukturen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements integrieren. Sie können unsere Maßnahmen aber auch zum Aufbau eines neuen BGM-Konzepts nutzen.

  • Unternehmensreport Gesundheit: Zur Analyse des Arbeitsunfähigkeitsgeschehens erstellt die Barmer Gesundheitsberichte speziell für Ihr Unternehmen. Einzige Voraussetzung: Sie beschäftigen eine ausreichende Anzahl von Barmer Versicherten in Ihrem Betrieb. Wenn Sie Interesse an einer Analyse der Arbeitsunfähigkeitszeiten Ihrer Beschäftigten haben, dann setzen Sie sich mit Ihrer Barmer in Verbindung.
  • Seminare und Workshops: Zu aktuellen gesundheitsrelevanten Themenfeldern bietet die Barmer spezielle Trainings und Weiterbildungen. Bei Interesse setzen Sie sich bitte einfach mit uns in Verbindung. Wir beraten Sie gern.
  • Rückenprogramme: Fast jeder leidet mindestens einmal im Leben unter Rückenschmerzen. Durch Maßnahmen zur Haltungsverbesserung und Bewegungsschulung kann Rückenschmerzen vielfach vorgebeugt oder zumindest die Häufigkeit und Stärke der Beschwerden verringert werden. Die Barmer bietet ihren Versicherten verschiedene Rückenprogramme - auch im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Wenn Sie Interesse haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
  • Rauchfreier Betrieb: Die Barmer unterstützt Sie mit Informationen zum Nichtraucherschutz, das Nichtrauchen im Betrieb zu fördern.

Besonderheiten bei kleinen und kleinsten Unternehmen

Betriebliches Gesundheitsmanagement lohnt sich nicht nur für große Unternehmen. Gerade kleine und kleinste Betriebe können von gesundheitsförderlichen Maßnahmen profitieren. Kurze Abstimmungswege, direkte Kommunikation und enge Zusammenarbeit im Team ermöglichen es oft, Veränderungen schnell umzusetzen und die Beschäftigten aktiv einzubeziehen.

Gleichzeitig stehen kleinere Unternehmen häufig vor besonderen Herausforderungen. Fehlzeiten wirken sich meist unmittelbar auf den Betriebsablauf aus, personelle Ressourcen sind begrenzt und viele Aufgaben liegen bei wenigen Verantwortlichen. Deshalb benötigen kleine Betriebe Lösungen, die sich mit überschaubarem Aufwand in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

Wichtig ist dabei, die vorhandenen finanziellen und personellen Möglichkeiten gezielt einzusetzen und Maßnahmen auszuwählen, die zum Unternehmen passen. Bereits kleine Schritte können dazu beitragen, das Arbeitsklima zu verbessern, die Motivation der Beschäftigten zu stärken und gesundheitsbedingte Ausfälle zu reduzieren.

Auch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen kann hilfreich sein. Netzwerke ermöglichen es, Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und Gesundheitsförderung sowie Arbeitsschutz langfristig im Unternehmen zu verankern. Die Barmer unterstützt auch kleinere Unternehmen mit praxisnahen Informationen, Tools und Angeboten für den Aufbau eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements.

Mit dem Barmer-BGM-Team gesunde Arbeit fördern

Buchen Sie jetzt eine Beratung durch das Expertenteam der Barmer und gestalten Sie Ihr individuelles, betriebliches Gesundheitsprogramm.

  • Senken Sie Ihren Krankenstand und vermeiden Sie Fehlzeiten durch die Verringerung gesundheitlicher Belastungen
  • Verbessern Sie die Kommunikation und profitieren Sie von mehr Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen
  • Steigern Sie Ihre Attraktivität als moderner Arbeitgeber und fördern Sie Ihr Image nach innen und außen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren