In einem Blutzucker-Messgerät steckt ein Teststreifen. Mit diesem wird ein Bluttropfen von einem Finger der anderen Hand abgenommen.
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Blutzucker richtig messen

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Millionen Menschen leiden an Diabetes mellitus, viele von ihnen müssen deshalb ihren Blutzuckerspiegel messen. Wie das richtiggemacht wird und welche Fehler man vermeiden kann, sagt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin der Barmer.

Zum Alltag von Diabetikerinnen und Diabetikern gehört das Messen ihres Blutzuckers. Diese Information ist Grundlage einer modernen Behandlung des Diabetes mellitus, vor allem bei der mit Abstand häufigsten Form, dem Diabetes mellitus Typ 2. Diese umgangssprachlich auch als Alterszucker oder Zuckerkrankheit bezeichnete Erkrankung betrifft in Deutschland Millionen Menschen. Damit sie gut mit ihrer Erkrankung leben können, müssen sie selber aktiv werden. „Diabetes mellitus lässt sich gut behandeln. Dafür müssen die Ärztin oder der Arzt aber ein möglichst genaues Bild davon haben, wie sich der Blutzucker ihrer Patientinnen und Patienten entwickelt“, sagt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer. 

Wie Blutzucker gemessen wird

Dabei gibt es mittlerweile einige Möglichkeiten, den Blutzucker mit Hilfe eines Bluttropfens zu messen. „Die Blutzuckermessung läuft im Grunde immer gleich ab“, so Marschall. Gründliches Händewaschen, Teststreifen in das Messgerät stecken, einen Blutstropfen auf den Teststreifen geben und das vom Messgerät ermittelte Ergebnis mit Datum und Uhrzeit dokumentieren. Wichtig ist, so Marschall, dass die Werte möglichst exakt erfasst werden. Dann helfen sie den behandelnden Diabetologinnen und Diabetologen, die Behandlung genau auf die Patienten zu optimieren. Die Messung sollte deshalb möglichst ein fester Bestandteil der Tagesplanung sein. Um an den Blutstropfen zu kommen, der für die Messung benötigt wird, sind heute Stechhilfen üblich. Marschall rät, die darin verwendeten Lanzetten nach jeder Nutzung zu wechseln und die Stechhilfe immer seitlich an die Fingerbeere anzusetzen. „Dort ist die Fingerbeere am wenigsten schmerzempfindlich“, so Marschall. 

Typische Fehler beim Blutzuckermessen

Gerade Patienten, die auf Insulin für die Behandlung ihres Diabetes angewiesen sind, brauchen exakte Blutzuckerwerte. Sie sind umso besser, wenn einige typische Fehler bei der Messung vermieden werden. „Den ersten Fehler begeht bereits, wer sich nicht vor der Messung die Hände gründlich wäscht und abtrocknet. Schon die kleinsten Verunreinigungen führen zu falschen Messergebnissen!“, so Marschall. Außerdem müssen die Teststreifen richtig gelagert werden. Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit wie Bad oder Küche eignen sich daher nicht. Auch sollte die Dose, in der die Streifen lagern, schnell wieder geschlossen werden, nachdem ein Streifen entnommen wurde. Nach Ablauf des Verfallsdatums sollten die Streifen nicht mehr verwendet werden. Außer der Luftfeuchtigkeit sind Teststreifen auch gegenüber Temperatur und selbst Höhe empfindlich. Daher sollten Teststreifen und Messgerät auch etwa die gleiche Temperatur haben. „Außerdem empfehle ich bei starken Temperaturunterschieden zwischen draußen und drinnen mit der Messung etwa eine Viertelstunde zu warten“, rät Marschall. Schließlich lassen sich Messfehler auch dadurch vermeiden, dass man Teststreifen und Messgerät genau nach Gebrauchsanleitung benutzt und sich vorab gut und gründlich beraten lässt. Dann steht exakten Messergebnissen und einer optimierten Therapie nichts im Wege.

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