Sozialversicherungsrecht

Hinzuverdienstgrenzen

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Vor der Regelaltersgrenze

Bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze dürfen bis zu 6.300 Euro im Kalenderjahr anrechnungsfrei zur vorgezogenen Altersrente hinzuverdient werden. Diese Regelung gilt für Ost und West gleichermaßen. Eine monatliche Grenze gibt es nicht. In welchem Zeitraum innerhalb eines Kalenderjahres der Hinzuverdienst erzielt wird, spielt keine Rolle.
Der Hinzuverdienst, der über 6.300 Euro* hinausgeht, wird durch 12 geteilt. Davon werden 40 % auf die Rente angerechnet und die Rente dann nur noch als Teilrente ausgezahlt.

Hinzuverdienstdeckel*

Der Begriff Hinzuverdienstdeckel bezeichnet die jeweilige individuelle Höchstgrenze für den Hinzuverdienst. Dafür werden die Einkommensverhältnisse der letzten 15 Kalenderjahre vor Rentenbeginn betrachtet. Das Kalenderjahr mit den höchsten Entgeltpunkten ist maßgebend. Wenn die gekürzte Rente und ein Zwölftel des Jahreshinzuverdienstes höher sind als der Hinzuverdienstdeckel, wird der darüber liegende Betrag komplett auf die verbliebene Rente angerechnet und die Rente um diesen Betrag gekürzt.

Nach der Regelaltersgrenze

Wer seine Regelaltersgrenze erreicht hat, kann momentan neben seiner Rente unbegrenzt hinzuverdienen. Seit 2008 besteht ein Anspruch auf eine Rente wegen Alters nur dann, wenn die Hinzuverdienstgrenze bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze nicht überschritten wird. Die Formulierung "bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze" bezieht sich auf die stufenweise Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre. Somit haben Versicherte der Geburtsjahrgänge 1947 und jünger bei sämtlichen Renten wegen Alters bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze die Hinzuverdienstgrenzen zu beachten.

Bezug von Erwerbsminderungsrente

Neben einer Rente wegen voller Erwerbsminderung gelten die oben dargestellten Regelungen. Zum Hinzuverdienst zählen neben dem Arbeitsentgelt aus einer abhängigen Beschäftigung und Arbeitseinkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit auch bestimmte Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel Krankengeld.

* Aufgrund der Corona-Krise wird für den Zeitraum vom 01.01.2021 bis 31.12.2021 und vom 01.01.2022 bis 31.12.2022 der Betrag von 6.300 Euro durch den Betrag von 46.060 Euro ersetzt. Der Hinzuverdienstdeckel findet keine Anwendung.

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