Sozialversicherungsrecht

Flexi-Rente

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Ziele des "Flexi-Rentengesetzes" sind eine Verlängerung der individuellen Lebensarbeitszeit der Beschäftigten und eine Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand.

Rentenversicherungsfreiheit für Bezieher einer Vollrente wegen Alters tritt erst nach Ablauf des Monats ein, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wird. Dies bedeutet, dass auch neben einer Altersvollrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze noch Beiträge zur Steigerung der Rente gezahlt werden. Dies erhöht den Anreiz, neben der Rente noch weiterzuarbeiten und den späteren Lebensstandard zu erhöhen.

Ab 01.01.2022 müssen Unternehmen, die einen Rentner oder eine Rentnerin nach Erreichen der Regelaltersgrenze beschäftigen, den Arbeitgeberanteil zur Arbeitslosenversicherung zahlen. Diese Pflicht war bis zum 31.12.2021 ausgesetzt. Zum Jahreswechsel sollten Sie nicht vergessen, die Beitragsgruppe in der DEÜV-Meldung anzupassen. Bisher waren beschäftigte Rentner/innen mit der Beitragsgruppe „0“ in der Arbeitslosenversicherung gemeldet. Künftig ist wieder die Beitragsgruppe „2“ zu übermitteln.

Hinzuverdienstregelungen bei der Flexi-Rente

Um Beschäftigte möglichst lange im Erwerbsleben zu halten, haben sie verschiedene Wahlmöglichkeiten zur flexiblen und selbstbestimmten Gestaltung des Übergangs in den Ruhestand. Dies betrifft beispielsweise die Kombinierbarkeit von Einkommen aus Teilzeitarbeit und vorgezogener Altersrente. Wer neben einer Alters- oder vollen Erwerbsminderungsrente weiterarbeitet, darf mehr vom Zuverdienst behalten.

Anspruch auf eine Rente wegen Alters als Vollrente besteht vor Erreichen der Regelaltersgrenze nur, wenn die Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 6.300 Euro (im Kalenderjahr) nicht überschritten wird. Monatsverdienste bis 525 Euro wirken sich auf die Rentenhöhe nicht aus. Der Jahresverdienst ist dabei im Voraus gewissenhaft zu schätzen.

Werden 6.300 Euro jährlich (525 Euro monatlich) überschritten, so werden 40 % des überschreitenden Betrags von der Rente abgezogen. Erst wenn der Hinzuverdienstdeckel erreicht wird, erfolgt eine vollständige Anrechnung. Der individuelle Hinzuverdienstdeckel wird berechnet, indem die monatliche Bezugsgröße mit den höchsten Entgeltpunkten der letzten 15 Jahre vor Beginn der Rente multipliziert wird. Er wird jeweils zum 1.7. eines Jahres neu berechnet.

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