Frage 6: Wie viel Macht hat der Verwaltungsrat wirklich?
Der Verwaltungsrat kann nicht alles, aber er kann mehr, als viele denken. Er beschließt den Haushalt, entscheidet über zusätzliche Leistungen und kontrolliert den Vorstand. Gleichzeitig ist er an Gesetze gebunden. Viele Rahmenbedingungen sind vorgegeben. Der Gestaltungsspielraum liegt darin, Prioritäten zu setzen: Welche Leistungen werden ausgebaut? Wo wird investiert? Und wie wird mit begrenzten Mitteln umgegangen?
Frage 7: Wie repräsentativ ist der Verwaltungsrat für alle Versicherten?
Natürlich bildet der Verwaltungsrat die Gesellschaft nicht eins zu eins ab. Er vereint jedoch verschiedene Lebens- und Berufserfahrungen. Diese Vielfalt soll sicherstellen, dass Entscheidungen praxisnah bleiben und die Interessen der Versicherten im Blick behalten. Ohne Selbstverwaltung gäbe es diese Nähe nicht. Und Entscheidungen wären vermutlich weiter weg von der Lebensrealität der Versicherten.
Frage 8: Woher weiß der Verwaltungsrat, wo es für Versicherte konkret hakt?
Über verschiedene Wege kommen die Probleme der Versicherten in den Verwaltungsrat: Zum einen über Umfragen, Auswertungen und Berichte. Zum anderen über konkrete Fälle: etwa aus Widerspruchsverfahren, Rückmeldungen von Versicherten und nicht zuletzt das Wissen der Mitglieder aus ihrem eigenen Alltag. Beides ist wichtig. Zahlen zeigen, wo es klemmt, Einzelfälle, wo Entscheidungen im Alltag wirklich ankommen oder leider nicht. Der Verwaltungsrat ist dafür da, um das zu ändern.
Frage 9: Warum engagieren sich Menschen ehrenamtlich im Verwaltungsrat?
Die Motive sind unterschiedlich. Manche wollen mitgestalten, andere etwas zurückgeben, wieder andere Missstände beheben.
Frage 10: Ist der Verwaltungsrat heute nicht eher ein Auslaufmodell?
In einem komplexen Gesundheitssystem ist Selbstverwaltung wichtiger denn je. Nicht alle Entscheidungen sollten zentral oder politisch getroffen werden. Der Verwaltungsrat bringt die Perspektive der Versicherten, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ein – nah an der Praxis und mit Blick auf den Alltag. Das ist kein Auslaufmodell, sondern die Möglichkeit, Demokratie auch im Gesundheitssystem lebendig zu halten.
Fazit: Was ist mir wichtig – und wer entscheidet darüber?
Der Verwaltungsrat arbeitet meist im Hintergrund. Seine Entscheidungen sind dagegen für alle Barmer Versicherten spürbar. Sie betreffen Leistungen, Beiträge und die Ausrichtung der Barmer. Wer mitbestimmen will, sollte wissen, dass es dieses Gremium gibt und dass die eigene Stimme bei den Sozialwahlen zählt. Selbstverwaltung klingt trocken. In der Praxis geht es um sehr konkrete Fragen: Was ist uns wichtig und wer entscheidet darüber?