Wenn Menschen sich schlapp oder unkonzentriert fühlen, greifen einige gerne zu Traubenzucker. Weil man dann angeblich wieder Energie hat und besser denken kann. Andere konsumieren Kaffee, Nüsse oder greifen gleich zu Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Vitamintabletten oder Kapseln mit den verschiedensten Inhaltsstoffen. Aber steigern diese sogenannten Brain Booster das Denkvermögen wirklich? Mitnichten. Tatsächlich ist die wissenschaftliche Basis hierfür sehr dünn. Einerseits gibt es zwar groß angelegte Studien, die können oftmals aber keinen klaren Nutzen für gesunde Menschen belegen. Andererseits existieren kleine Erhebungen, die häufig herstellergetrieben sind und deren unabhängige Aussagekraft daher fraglich ist. Unter dem Strich zeigen die Analysen bei Brain Boostern allenfalls einen begrenzten Nutzen, und dann vor allem bei Menschen mit Mangelernährung oder bestehendem kognitivem Abbau. Für die meisten Menschen reicht eine gesunde Ernährung in aller Regel aus, um dem Gehirn auf die Sprünge zu helfen. Pflanzenstoffe, die in Obst und Gemüse für die Farbe und den Geschmack verantwortlich sind, auch Flavonoide genannt, unterstützen die Gehirnfunktion. Sie sind zum Beispiel in Äpfeln, Beeren und Kakao enthalten. Für den internen Informationsaustausch, benötigt das Gehirn auch reichlich Aminosäuren, die es durch Eiweiß bezieht. Sei es durch Eier, Quark, aber auch aus pflanzlichen Quellen wie Sojabohnen oder Kichererbsen, die noch reichlich B-Vitamine enthalten. Traubenzucker liefert dem Gehirn im Übrigen tatsächlich Energie, allerdings sollte es eine Notlösung bleiben. Für die Hirnfunktion ist ein stabiler Kohlenhydratspiegel wichtiger als eine schwankende Energieversorgung. Gute Energielieferanten für das Gehirn sind daher Haferflocken, die den Blutzuckerspiegel langsam steigen lassen. Am wichtigsten ist und bleibt aber ausreichend Wasser. Andernfalls schrumpfen die Gehirnzellen, die Neuronen, und funktionieren nicht mehr richtig. Das Gehirn kann dann nicht mehr gut denken. Deshalb sollte der Mensch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.