Häufig erhalten Patienten am Ende eines Arztbesuchs ein Rezept. Das klassische rosafarbene Kassenrezept wurde durch das E-Rezept weitgehend abgelöst. Neben dem E-Rezept gibt es weiterhin verschiedene Rezeptarten, die sich schon auf den ersten Blick an ihrer Farbe erkennen lassen.
Wie das bisherige rosa Papierrezept kann auch das E-Rezept innerhalb von drei Monaten eingelöst werden. Die Apotheken können jedoch die Rezepte nur innerhalb der ersten vier Wochen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen. Falls das Rezept erst nach den vier Wochen eingelöst wird, müssen die Patientinnen und Patienten selbst die Kosten tragen. Doch was steckt dahinter, wenn die Rezepte blau, gelb, weiß und grün sind.
Blau - für Selbstzahler
Das blaue, drei Monate gültige Rezept erhalten in erster Linie Privatpatienten, die bei der Einlösung in Vorkasse treten und sich das Geld später von ihrer Krankenkasse zurückerstatten lassen können. Aber auch Kassenpatienten bekommen von ihrem Arzt ab und an ein blaues Rezept, und zwar immer dann, wenn er ihnen ein verschreibungspflichtiges Medikament verordnet, das nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung gehört, so wie beispielsweise die Anti-Baby-Pille für Versicherte ab dem vollendeten 20. Lebensjahr. Die Kosten dafür tragen gesetzlich Versicherte allein.
Gelb - für starke Schmerzmittel
Für Medikamente, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, zum Beispiel starke Schmerzmittel wie etwa Morphin, oder die meisten Medikamente gegen ADHS gilt ein besonders sensibler Umgang. Deshalb gibt es für sie auch eine eigene Rezept-Kategorie. Eine Besonderheit des gelben Rezeptes, das übrigens sowohl für Kassen- als auch für Privatpatienten ausgestellt wird, ist die kurze Gültigkeit von sieben Tagen. Um Missbrauch auszuschließen werden gelbe Rezepte in dreifacher Ausführung ausgestellt. Eine Kopie behält der Arzt direkt für seine Unterlagen, das Original und eine weitere Kopie muss der Patient in der Apotheke vorlegen, die wiederum das Original bei der Krankenkasse einreichen.
Weiß – für Arzneimittel mit besonderen Risiken
Für Arzneimittel mit den Wirkstoffen Thalidomid, Lenalidomid und Pomalidomid, die vor allem zur Behandlung bestimmter Krebserkrankungen eingesetzt werden, gibt es das zweiteilige weiße T-Rezept. Aufgrund der besonderen Risiken gelten bei Verordnung und Abgabe strenge Sicherheitsvorgaben. Das Rezept ist nur sechs Tage nach dem Ausstellungsdatum gültig.
Grün - für Empfehlungen des Arztes
Streng genommen ist das grüne Rezept gar keine echte Verordnung, sondern "nur" eine Empfehlung. Darauf notiert der Arzt nicht rezeptpflichtige Medikamente, die in der Regel keine Kassenleistung sind. Im Prinzip könnten sich Patientinnen und Patienten auch einfach in der Apotheke beraten lassen. Damit ist das grüne Rezept eher so etwas wie eine Gedächtnisstütze und deshalb auch unbegrenzt gültig.
Tipp: Wer das grüne Rezept zusammen mit der Quittung beim Finanzamt einreicht, kann es als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen.