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Nosferatu-Spinne, Tigermücke & Co.: Wie gefährlich sind die neuen Nachbarn?

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Sobald im Herbst die Außentemperaturen sinken, kommen vermehrt Spinnentiere und Insekten auf der Suche nach einem warmen Zufluchtsort in unsere Wohnungen. Aufgrund des Klimawandels haben sich indessen auch neue Arten in Deutschland angesiedelt. Doch wie gefährlich sind unsere neuen Nachbarn für unsere Gesundheit?

Erst vor kurzem wurden mehrere Fälle von Malaria tropica im Rhein-Main-Gebiet gemeldet. Die Betroffenen hatten sich zuvor am Frankfurter Flughafen aufgehalten. Dort wurden sie vermutlich von einer Übertragungsmücke gestochen, die zuvor unbemerkt per Flugzeug nach Deutschland gelangt war. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezeichnet diesen Vorfall als eine sogenannte Flughafen-Malaria. Dabei handelt es sich um einen sehr seltenen Übertragungsweg außerhalb eines Malariagebiets.

Die gestreifte Mücke aus Asien

Anders als die Malariamücke, Anopheles, hat sich die schwarz-weiß gestreifte Tigermücke bereits in verschiedenen Gebieten Deutschlands dauerhaft angesiedelt. Dabei ist die aus Südostasien stammende Mücke tagesaktiv und besitzt ein aggressives Stechverhalten. „Die Tigermücke kann Überträger von über 20 unterschiedlichen Viren wie beispielsweise dem Dengue-Virus, Chikungunya-Virus, West-Nil-Virus oder Zika-Virus sein, welche für Menschen riskant sein können“, so Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der BARMER. Die steigenden Temperaturen schaffen dabei zunehmend bessere Bedingungen für die Überwinterung in Deutschland. Da Tigermücken besonders gern in stillen Wasserquellen wie Regentonnen, Vogeltränken oder Gießkannen brüten, gilt es hier besonders aufmerksam zu sein und, wenn möglich, häufiger das Wasser zu wechseln. „Vor den Stichen der Tigermücken können Sie sich schützen, indem Sie beispielsweise dichtgewebte und locker sitzende Kleidung tragen, Mückengitter an Fenstern anbringen und Mückennetze für das Bett verwenden. Auch Sprays und Gele mit den Wirkstoffen Icaridin und Diethyltoluamid (DEET) können helfen“, weiß die Expertin. Allerdings müssen die Mittel lückenlos und regelmäßig aufgetragen werden, um zu verhindern, dass die Mücke den Geruch als positiv abspeichert, falls eine Blutmahlzeit durch einen nachlassenden Schutzfilm gelingt. Falls man Brutstätten von Tigermücken entdeckt, können diese bei beim regional ansässigen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Die schnelle Spinne ohne Netz

Auch die nach der Filmfigur benannte Nosferatu-Spinne tritt inzwischen in mehreren Regionen Deutschlands auf. Mit einer Beinspannweite von bis zu sechs Zentimetern gehört sie zu den größeren Spinnenarten hierzulande. Für Menschen stellt ihr Gift keine Gefahr dar.  Ihre Bisse können dennoch schmerzhaft sein und in seltenen Fällen allergische Reaktionen hervorrufen. „Die Nosferatu-Spinne beißt Menschen eigentlich nur, wenn sie sich bedroht fühlt“, so Petzold. Der Klimawandel sorgt dafür, dass Deutschland langfristig auch für die Nosferatu-Spinne ein geeignetes Zuhause darstellt. Besonders auffällig sind die feinen Haftorgane an ihren Beinen, mit denen sie auch senkrechte, glatte Flächen wie Fensterscheiben erklimmen kann. Anders als viele andere Spinnen baut sie keine Fangnetze, sondern verfolgt ihre Beute und überwältigt diese mithilfe ihrer Geschwindigkeit. Weben kann sie dennoch und nutzt dies, um ihre Eier in einen Kokon zu spinnen und anschließend zu bewachen.

Die invasiven Riesenzecken

Die Riesenzecken der Gattung Hyalomma können eine Körpergröße von bis zu zwei Zentimetern erreichen. Ursprünglich stammen sie aus Asien, der Subsahara-Region sowie aus dem südlichen Mittelmeerraum. Sie sind höchstwahrscheinlich durch Zugvögel oder unbemerkt im Auto mit nach Deutschland gekommen. Bisher werden dem RKI jährlich ca. zwei bis zwanzig Riesenzecken gemeldet. Aufgrund des Klimawandels verbessern sich ihre Lebensbedingungen in Deutschland. Die Riesenzecken können sich schnell bewegen und ihre Wirte bereits aus der Entfernung wahrnehmen. „Hyalomma-Zecken können, wie andere Zeckenarten auch, Krankheiten übertragen. Dabei können besonders Fleckfieber und das Krim-Kongo-Fieber für die betroffenen Personen lebensgefährlich werden“, sagt Dr. Petzold. Die Symptome beider Krankheiten können zwar behandelt werden, jedoch gibt es keine Impfstoffe zur Prävention. Zecken bleiben auch im Herbst aktiv. Wer sich also in der Natur aufhält, kann das Risiko eines Zeckenstichs durch lange dichtgewebte Kleidung sowie Socken und geschlossene Schuhe reduzieren. Wenn man helle Kleidung wählt, kann man die Zecken schneller sehen und abstreifen. Zusätzlich ist ein Zeckenschutzmittel für die Haut ratsam. Dabei sollte das Mittel häufiger aufgefrischt werden als für die Mückenabwehr. Sollte man eine Riesenzecke finden, kann diese mit einem Klebestreifen auf Papier befestigt und an das RKI geschickt werden, um diese untersucht zulassen. Damit soll die Ausbreitung und die möglichen Krankheitserreger überwacht werden.

Vorsicht statt Angst

Trotz alledem besteht kein Grund zur Sorge. Es gilt aufmerksam zu bleiben. Unbekannte Tiere sollten vorsichtig behandelt werden, damit Verletzungen und mögliche Infektionen vermieden werden können.