Ein Mann liegt krank auf der Couch
Pressemitteilung aus Thüringen

Bundesweit höchste Krankheitslast in Thüringen

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Erfurt, 19. Oktober 2022 – Die Menschen in Thüringen haben die höchste Krankheitslast in ganz Deutschland. Sie liegt 31 Prozent über dem Bundesschnitt. Das geht aus dem heute vorgestellten Morbiditäts- und Sozialatlas des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervor. Weil darin auch der Einfluss des Bildungsstandes auf die Gesundheit deutlich wird, fordert die Barmer mehr Gesundheitsunterricht in den Schulen. 

Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Foto: Michael Reichel

Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Foto: Michael Reichel

„Gesundheit ist klar bildungsabhängig. Das Vermitteln von Gesundheitskompetenz muss sich deutlich stärker in den Lehrplänen wiederfinden“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer Thüringen.  Weitere Einflussfaktoren auf die im Freistaat so hohe Krankheitslast der Bevölkerung seien Einkommens- und Altersstruktur sowie Geschlecht und Beruf.

Jenas Bevölkerung ist die gesündeste

Der Morbiditäts- und Sozialatlas zeigt auf der Basis anonymisierter und standardisierter Versichertendaten auch regionale Unterschiede in den Landkreisen auf. Demnach hat Jena die geringste krankheitsbedingte Gesamtbelastung in Thüringen. Allerdings liegt sie in der Wissenschaftsstadt noch immer 16 Prozent über dem Bundesschnitt. Am schlechtesten schneiden Gera, der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und Suhl ab, die 46 beziehungsweise 45 Prozent über der durchschnittlichen Krankheitslast liegen.

„Der Atlas bietet ein realistisches Bild zur gesundheitlichen Situation der Menschen im Freistaat und ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Landkreise. Auch der Einfluss soziodemografischer Faktoren ist in interaktiven Grafiken darstellbar“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Mit derartigen Ergebnissen könne man wichtige Impulse für die Prävention setzen. Dabei gehe es etwa darum, das Betriebliche Gesundheitsmanagement noch zielgruppengerechter auszugestalten, Gesundheitsangebote in Schulen und Kommunen effektiv auf- und auszubauen und die Prävention insgesamt zu stärken. Diese Maßnahmen zum Verbessern der öffentlichen Gesundheit sollten obendrein durch eine strukturierte Gesundheitsberichterstattung des Landes begleitet werden.

Kranke Herzen, chronische Schmerzen

Auch zu einzelnen, weit verbreiteten Krankheiten liefert der Morbiditäts- und Sozialatlas detaillierte Aussagen. Demnach hat Thüringen die höchste Rate an herzkranken Menschen. Mit 362 Betroffenen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner liegt der Freistaat 40 Prozent über dem Bundesschnitt. Hierbei gibt es ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen den Kreisen. Während in Jena 295 von 1.000 Personen herzkrank sind, trifft dies in Suhl auf 430 Menschen zu. Auch zeigt der Atlas, dass Thüringen den höchsten Anteil an Menschen mit chronischem Schmerz hat. Mit 88 je 1.000 Personen liegt dieser um 52 Prozent über dem Bundesschnitt. Innerhalb des Landes liegen die Raten zwischen 14 Prozent über dem bundesweiten Mittelwert im Kyffhäuserkreis und 101 Prozent in Suhl.

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