- Fastenzeit bietet Chance, um neue Routinen auszuprobieren und den eigenen Konsum bewusst zu reduzieren.
- Verzicht – ob auf digitale Medien, Genussmittel oder andere Alltagsgewohnheiten – kann anfangs herausfordernd sein, stärkt aber das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit.
- Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin BARMER Hamburg: „Wichtig ist, realistische Ziele zu setzen und auf die eigenen gesundheitlichen Voraussetzungen zu achten.“
Hamburg, 17. Februar 2026 – Mit Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch nutzen viele Menschen die Gelegenheit, eingefahrene Gewohnheiten zu überprüfen und bewusst Veränderungen im Alltag auszuprobieren. Die BARMER in Hamburg weist darauf hin, dass Fasten heute oft über den klassischen Verzicht auf bestimmte Lebens- und Genussmittel hinausgeht. Ob man während der 40 Tage nun auf das Auto, die Zigaretten, das Glas Wein am Abend, Fleisch, das Smartphone oder die Lieblingsserie verzichtet – das Weglassen bedeutet zunächst einmal: Schluss mit der Bequemlichkeit und raus aus der Komfortzone. Für viele steht dabei ein bewusster Umgang mit Konsum- und Verhaltensmustern im Mittelpunkt. „Zu viel Bildschirmzeit, zu wenig Bewegung, unregelmäßiger Schlaf oder ein hoher Süßigkeitenkonsum: vielen Menschen ist durchaus bewusst, welche Gewohnheiten ihnen langfristig nicht guttun. Im Alltag fällt es jedoch oft schwer, daran etwas zu ändern“, sagt die Psychologin Andrea Jakob-Pannier von der BARMER. Die Fastenzeit könne unabhängig von religiösen Motiven einen zeitlich begrenzten Rahmen bieten, um neue Routinen zu testen und eingefahrene Muster zu durchbrechen. Ein vorübergehender Verzicht, etwa auf bestimmte Medien oder Genussmittel, erfordere anfangs viel Disziplin. Gerade eine Reduzierung der digitalen Nutzung könne zunächst als ungewohnt oder unangenehm empfunden werden. Gleichzeitig entstehe dadurch Zeit für andere Aktivitäten. Wer eine selbst gesetzte Veränderung erfolgreich umsetzt, stärke zudem das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit, so Jakob-Pannier. Solche Erfahrungen könnten dazu beitragen, auch in anderen Lebensbereichen bewusster Entscheidungen zu treffen.
Neben dem generellen Verzicht gewinnt auch das sogenannte Intervallfasten an Bedeutung. Dabei wird die Nahrungsaufnahme auf festgelegte Zeitfenster beschränkt, während in den übrigen Stunden nicht gegessen wird. Dieses Vorgehen kann helfen, Essgewohnheiten zu ordnen und Routinen im Alltag klarer zu gestalten. Die BARMER betont jedoch, dass nicht jede Form des Fastens für alle Menschen geeignet ist. Insbesondere strengere Fastenmethoden oder ein vollständiger Verzicht auf feste Nahrung sollten vorab ärztlich abgeklärt werden.
Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg: „Jede Form des Fastens kann ein guter Anlass sein, das eigene Verhalten zu reflektieren und bewusst Veränderungen anzugehen. Die Fastenzeit ist dabei nicht nur eine Phase des Verzichts, sondern oft ein echter Gewinn: Wer erlebt, dass selbst gesteckte Ziele erreichbar sind, stärkt seine Selbstwirksamkeit und damit das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, den Alltag aktiv zu gestalten. Wichtig ist, realistische Ziele zu setzen und auf die eigenen gesundheitlichen Voraussetzungen zu achten.“