FAQ zum Coronavirus

Wir beantworten die häufigsten Fragen rund um das neuartige Coronavirus. Darüber hinaus erreichen Sie unsere Experten über die Barmer-Hotline bis auf Weiteres rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 84 84 111.

 Aktuelles zur Corona-Impfung

Die Impfung gegen Covid-19 findet in Impfzentren statt. Diese werden von den Bundesländern an zentralen Orten eingerichtet, so dass in jedem Landkreis oder jeder kreisfreien Stadt mindestens ein Zentrum vorhanden ist. Insgesamt wird es in Deutschland über 400 Impfzentren geben.

Zusätzlich werden mobile Impfteams beispielsweise Alten- oder Pflegeheime aufsuchen und dort Personen impfen, die nicht mobil sind.

Einen guten Überblick über die eingerichteten Impfzentren mit Adressen findet man auf den Internetseiten der Ministerien für Gesundheit der einzelnen Bundesländer.

Die EU-weite Zulassung des ersten Covid-19 Impfstoffes von BioNTech/Pfizer ist am 21.12.2020 erfolgt. Im Anschluss an die Zulassung gibt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Impfstoff-Chargen frei. Danach erfolgt die Auslieferung des Impfstoffes durch den Hersteller an die Anlieferungszentren der Länder und von dort an die Impfzentren.

Am 27.12.2020 wurde bundesweit mit den ersten Impfungen begonnen.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) teilt mit, dass bis Ende Januar deutschlandweit 3 bis 4 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Die Bundesländer bekommen ihre Impfdosen entsprechend ihres Bevölkerungsanteils zugeteilt. Das BMG rechnet mit 11 bis 13 Millionen verfügbarer Impfdosen im ersten Quartal 2021.  

Da anfänglich nur eine begrenzte Menge an Impfstoffen verfügbar sein wird, hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut Personengruppen mit besonders hohem Risiko für Ansteckung und schweren Verlauf definiert.

Die Coronavirus-Impfverordnung vom 15.12.2020 baut auf dieser STIKO-Empfehlung auf und unterscheidet Personen mit höchster Priorität, hoher Priorität und erhöhter Priorität für eine Covid-19 Impfung. Zunächst soll die Personengruppe mit höchster Priorität geimpft werden.

Folgende Personengruppe soll als erstes geimpft werden:

  • Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben,
  • Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer, geistig behinderter oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  • Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere, geistig behinderte oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit sehr hohem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, Rettungsdiensten, SARS-CoV-2-Impfzentren sowie in Bereichen, in denen infektionsrelevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden,
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Hämato-Onkologie oder Transplantationsmedizin. 
  • Personen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben,
  • Personen, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht:
    a) Personen mit Trisomie 21,
    b) Personen mit einer Demenz oder geistigen Behinderung,
    c) Personen nach Organtransplantation,
  • eine enge Kontaktperson
    a) von pflegebedürftigen Personen nach § 2 Nummer 1 und nach Nummer 1 und 2 Coronavirus-Impfverordnung, die von dieser Person oder von ihrem gesetzlichen Vertreter bestimmt werden,
    b) von schwangeren Personen, die von dieser Person oder von ihrem gesetzlichen Vertreter bestimmt werden,
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit hohem oder erhöhtem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren,
  • Personen, die in Obdachlosenunterkünften und Asylbewerberunterkünften untergebracht oder tätig sind,
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind.  
  • Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben,
  • Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht:
    a) Personen mit Adipositas (BMI > 30),
    b) Personen mit chronischer Nierenerkrankung,
    c) Personen mit chronischer Lebererkrankung,
    d) Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion,
    e) Personen mit Diabetes mellitus,
    f) Patienten mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie/Vorhofflimmern oder koronare Herzkrankheit oder arterieller Hypertension,
    g) Personen mit zerebrovaskulären Erkrankungen /Apoplex,
    h) Personen mit Autoimmunerkrankungen,
    i) Personen mit Krebserkrankungen,
    j) Personen mit Autoimmunerkrankungen,
    k) Personen mit COPD oder Asthma bronchiale,
    l) Personen mit rheumatischen Erkrankungen,
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, welches keine PatientInnen mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut,
  • Personen, die in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen tätig sind, insbesondere in den Regierungen und Verwaltungen, bei den Streitkräften, bei Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, in den Parlamenten und in der Justiz,
  • Personen, die in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, Ernährungs- und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen,
  • Personen, die als Erzieher oder Lehrer tätig sind,
  • Personen, mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen, insbesondere Saisonarbeiter, Beschäftigte in Verteilzentren oder der Fleisch verarbeitenden Industrie,
  • Personen, die im Einzelhandel tätig sind.

Folgende Personen haben im Rahmen der Verfügbarkeit der vorhandenen Impfstoffe Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2:

  • Personen, die in der Bundesrepublik Deutschland in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind.
  • Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Bundesrepublik Deutschland haben.
  • Personen, die in der Bundesrepublik Deutschland in einer medizinischen Einrichtung/Unternehmen gepflegt oder betreut werden oder tätig sind.
  • Personen, die im Auftrag einer solchen medizinischen Einrichtung/Unternehmen im Ausland tätig sind.

Deutsche, die im Ausland ihren Wohnsitz haben (Expats), können sich in Deutschland impfen lassen, wenn Sie in Deutschland in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind.

Ein Besuch des Impfzentrums ist nur nach vorhergehender Terminvergabe möglich.

Über die bundesweit einheitliche Telefonnummer 116117 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sollen Anrufe in die Callcenter der Länder zur Terminvereinbarung gesteuert werden. Zusätzlich soll es die Möglichkeit geben, online Termine zu vereinbaren.

Da letztendlich die Bundesländer für die Terminvergabe verantwortlich sind, sind regional auch andere Lösungen der Terminvergabe denkbar.

Weiterführende Informationen für jedes Bundesland findet man auf der Internetseite vom Patientenservice 116117.

Nach dem Entwurf der Coronavirus-Impfverordnung vom 15.12.2020 sollen Personen ihren Anspruch auf die Impfung über folgende Dokumente nachweisen:
  • Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis
  • ein ärztliches Zeugnis über das bei ihnen krankheitsbedingt sehr hohe, hohe oder erhöhte Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf
  • eine Bescheinigung des Arbeitgebers oder eine Bescheinigung einer Einrichtung über die Behandlung, Betreuung oder Pflege dieser Person
  • eine Bescheinigung, dass die Person eine enge Kontaktperson einer pflegebedürftigen oder schwangeren Person ist 
Den Nachweis erstellt die pflegebedürftige oder schwangere Person beziehungsweise ihre gesetzliche Vertreterin oder ihr gesetzlicher Vertreter. Über die Form des Nachweises liegen keine Informationen vor.

Zunächst melden sich die Impfwilligen an einer Anmeldung im Impfzentrum, weisen sich aus und legen ihren Berechtigungsnachweis vor. Anschließend erhalten Sie Informationen zur Impfung, zu Risiken und Nebenwirkungen und einen Fragebogen zu ihrem Gesundheitszustand. Die Impfwilligen werden hierbei von Ärzten und Ärztinnen aufgeklärt. Daraufhin wird die Impfung in einer Einzelkabine durch medizinisches Personal durchgeführt. Abschließend können sich die geimpften Personen in einem Beobachtungsbereich aufhalten. Dies dient der Nachbeobachtung und zum Komplikationsausschluss.
Insgesamt wird der Besuch des Impfzentrums 45 bis 60 Minuten dauern.
Die Impfzentren sind bewusst weitläufig und in Form von „Impfstraßen“ gestaltet, damit Abstände eingehalten werden können und somit das Infektionsrisiko geringgehalten wird.

Die zu impfenden Personen bekommen jeweils ein Aufklärungsmerkblatt und einen Einwilligungsbogen im Impfzentrum ausgehändigt. Diese Dokumente füllen sie vor der Impfung aus und unterschreiben sie.
Aufklärungsmerkblatt:
Dieses enthält Informationen zur Art des Impfstoffs, zur Wirksamkeit der Impfung, Kontraindikationen, Verhalten vor und nach der Impfung, mögliche Impfreaktionen und Vorgehen bei Impfkomplikationen.

Einwilligungsbogen:

Der Einwilligungsbogen enthält Fragen zum Gesundheitszustand der zu impfenden Person, zu früheren Impfungen, zu Allergien und zur Einnahme von Gerinnungshemmern.

Wie bei allen anderen Impfungen auch, kann es nach der Anwendung des mRNA-Impfstoffes Comirnaty® von BionTech/Pfizer und Covid-19-Vaccine (m-RNA1273) von Moderna zu Lokal-und Allgemeinreaktionen kommen. Am häufigsten wird von Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Frösteln, Gelenkschmerzen, Fieber oder Schwellung der Einstichstelle berichtet. Personen über 55 Jahren hatten in den Studien seltener Reaktionen als jüngere Personen. Die Reaktionen sind meist mild oder mäßig ausgeprägt. Begleiterscheinungen treten häufiger nach der zweiten Impfdosis auf.

Geimpfte Personen können über die App SafeVac 2.0 angeben, wie gut sie die Impfung vertragen haben. Diese Beobachtungsstudie dient dem Robert-Koch-Institut dazu, möglichst viele Informationen zur Verträglichkeit der Covid-19 Impfstoffe zu sammeln.

Alternativ können geimpfte Personen mögliche Nebenwirkungen auch über die Website www.nebenwirkungen.bund.de, dem örtlichen Gesundheitsamt oder ihren Hausarzt/ ihre Hausärztin melden.

Für die impfwilligen Personen ist die Impfung kostenfrei. Die Kosten für den Impfstoff werden vom Bund getragen. Die Organisation und der Betrieb der Impfzentren wird von der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung und den Ländern finanziert. 
Für eine vollständige Grundimmunisierung mit dem in Deutschland momentan verfügbaren Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer wird eine zweimalige Impfung im Abstand von mindestens 21 Tagen benötigt. Der volle Impfschutz ist ab dem siebten Tag nach der zweiten Impfdosis vorhanden. Für den bald verfügbaren Impfstoff von Moderna ist ein Mindestabstand von 28 Tagen notwendig.
Eine Auswahl des Impfstoffes durch die Versicherten ist auch bei Verfügbarkeit von Impfstoffen mehrerer Hersteller nicht möglich. Wichtig ist, dass eine begonnene Impfserie auch mit dem gleichen Impfstoff fortgesetzt wird. 

Comirnaty® von BioNTech/Pfizer:
Dieser mRNA-basierte Impfstoff ist seit 21.12.2020 in der Europäischen Union (EU) zur Anwendung ab 16 Jahren zugelassen. Für die Grundimmunisierung sind zwei Impfdosen notwendig, welche im Abstand von mindestens 21 Tagen intramuskulär (i.m.) verabreicht werden. Es handelt sich um den ersten in Deutschland verfügbaren Impfstoff. Der Impfstoff hat eine Wirksamkeit von 95 Prozent und verhindert dadurch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu erkranken.

Impfstoff von Moderna:
Als zweiter Corona-Impfstoff ist seit dem 06.01.2021 auch der mRNA-Impfstoff des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union (EU) zugelassen. Die EU hat 160 Millionen Impfdosen dieses Impfstoffes bestellt. Für eine vollständige Grundimmunisierung werden 2 Impfdosen im Abstand von 28 Tagen benötigt. Ein Vorteil dieses Impfstoffes ist die Lagerung bei -20° C, die längere Stabilität bei Kühlschranktemperatur und die bereits fertige Applikationsform. Die Wirksamkeit liegt bei 94,1 Prozent.

Weitere Impfstoffe sind weltweit in der Entwicklung. Insgesamt gibt es über 230 Impfstoffprojekte.

Die EU hat neben den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna auch Impfstoffe fünf anderer Hersteller bestellt. Diese befinden sich größtenteils in der Studienphase III.

Mehr Informationen zum aktuellen Stand der Impfstoffentwicklung findet man auf der Website der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen.

Diese Impfstoffe enthalten Genabschnitte der Viren in Form von mRNA (Boten-RNA). Körperzellen stellen ausgehend von der verimpften mRNA Proteine her, welche als Antigene vom Immunsystem erkannt werden. Das Immunsystem wird daraufhin zur Bildung von Antikörpern und Immunzellen angeregt. Die Körperzellen bauen nach kurzer Zeit die mRNA wieder ab. Die mRNA wird nicht in DNA umgebaut oder ins Erbgut integriert. Bei einem späteren Kontakt mit dem Covid-19 Virus erkennt das Immunsystem die Antigene wieder und kann darauf mit einer Immunantwort reagieren.

Der Vorteil der mRNA-Impfstoffe besteht darin, dass innerhalb kurzer Zeit sehr viele Impfdosen produziert werden können.

Die Sicherheit des Impfstoffes hat oberste Priorität. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes. Dafür gibt es strenge gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben und Kontrollen. Dieser Prozess wird zeitlich verkürzt, indem einzelne Datenpakete von der Zulassungsbehörde bewertet werden sobald sie vorliegen. Das Zulassungsverfahren läuft dadurch schneller ab ohne an Qualität einzubüßen. 

Auch nach der Zulassung des Impfstoffes wird dieser ständig kontrolliert. Nebenwirkungen und Impfreaktionen werden erfasst und vom Paul-Ehrlich-Institut,dem Impfstoffhersteller sowie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bewertet.

Der Impfstoff schützt die geimpfte Person davor, selbst an Covid-19 zu erkranken. Noch ist unklar, ob die Impfung auch die Übertragung des Virus reduziert oder verhindert. Daher sollen auch nach der Impfung die bekannten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. 

Laut Ständiger Impfkomission (STIKO) sind die bisher entwickelten Covid-19 Impfstoffe strikt intramuskulär (i.m.) zu verabreichen. Bei Patientinnen und Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, soll die Impfung mit einer sehr feinen Injektionskanüle und anschließender fester Komprimierung der Einstichstelle über mindestens 2 Minuten erfolgen. Die Anwendung von Gerinnungshemmern stellt in der Regel keine Kontraindikation für die Covid-19 Impfung dar.

Versicherte sollen im Vorfeld der geplanten Impfung mit ihrem Hausarzt sprechen. Zum Aufklärungsgespräch im Impfzentrum sollen sie möglichst alle verfügbaren Unterlagen zu ihrer Vorerkrankung (beispielsweise. ihren Gerinnungsausweis) sowie die Arzneimittelpackung des Gerinnungshemmers mitbringen.

Zusätzlich werden die Patientinnen und Patienten über den Einwilligungsbogen zu der Einnahme von Gerinnungshemmern befragt.


Die FAQ zum Coronavirus

Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tierarten infizieren und wurden erstmals Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts entdeckt. Heutzutage sind hunderte Arten von Coronaviren bekannt, die je nach Virusvariante bei Menschen gewöhnliche Erkältungen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen auslösen können. Zu den Virusvarianten, die seinerzeit Epidemien mit besonders schwerwiegenden Krankheitsverläufen auslösten, gehörten das SARS- und das MERS-Coronavirus. SARS steht für „schweres akutes respiratorisches Syndrom“. MERS bedeutet „Middle East respiratory syndrome“, übersetzt „Atemwegssyndrom des Mittleren Ostens“.


Die aktuelle Lungenerkrankung COVID-19 wird durch ein neuartiges Coronavirus verursacht, SARS-CoV-2, das genetisch eng mit dem SARS-Virus aus den frühen 2000er Jahren verwandt ist. Im Gegensatz zum ersten SARS-Virus, SARS-CoV, das sich in der Tiefe der Lunge vermehrt hat, erfolgt die Einnistung und Vermehrung des neuen SARS-CoV-2 im Rachen. Auf diese Weise wird es viel schneller in die Atem- und Sprechluft abgegeben und führt viel schneller zu einer Infektionsweitergabe als das letzte SARS-Virus. Was den Ursprung betrifft, geht man davon aus, dass sich die ersten Patienten Anfang Dezember 2019 auf einem Markt in Wuhan mit SARS-CoV-2 angesteckt haben.

Bei Grippe-Viren weiß man, dass sich die Erreger von Saison zu Saison verändern können. Entsprechend werden die Impfstoffe jährlich angepasst. Auch das neuartige Corona-Virus ist mittlerweile mehrfach mutiert. So sind Patienten nach Abheilung einer ersten Covid-19-Erkrankung an einer weiteren SARS-CoV-2-Infektion mit einem anderen SARS-CoV-2-Virenstamm erkrankt. Dabei gab es bei der Zweitinfektion sowohl symptomärmere als auch schwerwiegendere Verläufe als bei der jeweiligen Erstinfektion.


In Südengland und Südafrika konnten im Dezember 2020 jeweils neue Virenstämme mit einer Veränderung im Erbgut des Virus nachgewiesen werden. Diese Veränderungen führen dazu, dass sich diese beiden neuen Virenstämme deutlich schneller ausbreiten als die bisher in Europa vorherrschende Variante. Auf diese Weise verdrängt besonders die neue Virusvariante aus Südengland den Virenstamm, der sich in Europa bisher hauptsächlich verbreitet. In welcher Art die neuen Mutationen des Virus SARS-CoV-2 die Ausprägung der Krankheit Covid-19 verändern, ist noch nicht eindeutig beschrieben. Durch die rasante Verbreitung führt es dort, wo es auftritt, allerdings zu einer deutlicheren Belastung des Gesundheitssystems als die bisherige Virusvariante. Dadurch kann es auch bei gleichbleibender Schwere der Symptomatik zu negativen Auswirkungen auf die Covid-Statistik kommen. 

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 kann ganz unterschiedliche Krankheitsformen verursachen. Die häufigsten Symptome sind Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. So wurde bereits bekannt, dass der Krankheitsbeginn von COVID-19 vom Patienten mit einem Heuschnupfen verwechselt wurde. Bei einigen Betroffenen können schwere Verläufe mit Lungenentzündungen und Atemnot auftreten. Auch Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie neurologische Symptome wie Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit werden beschrieben. Weniger häufig treten Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag und Lymphknotenschwellung auf.


Das Virus befällt und schädigt unter anderem die Innenwände der Blutgefäße, so dass es zu Verstopfungen der Gefäße und zu Durchblutungsstörungen der Organe kommt. Das wiederum führt zu den vielfältigen Symptomen – so vielfältig wie die betroffenen Organe. Die Immunantwort des Körpers gegen das Virus kann zudem sehr heftig ausfallen – man spricht dann von einem Zytokinsturm. Diese Abwehrreaktion kann unkontrolliert verlaufen und dadurch lebensgefährlich werden.

Die drei Erkrankungen sind nicht so leicht zu unterscheiden. Die Grippe setzt sehr plötzlich ein. Typisch sind neben trockenem Husten und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber ein starkes Krankheitsgefühl sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Für den Laien ist sie von COVID-19 aber schwer unterscheidbar. Ein wichtiges Indiz ist daher ein möglicher voriger Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Person. Einen sicheren Befund kann hier aber nur der Test auf das Coronavirus liefern.


Die herkömmliche Erkältung wiederum kommt schleichend, mit Schnupfen, Halsschmerzen, schleimigem Husten, leicht erhöhter Temperatur, Abgeschlagenheit sowie leichten bis mäßigen Kopfschmerzen. Der Husten kommt in der Regel erst später dazu. Wer eine Erkältung hat, fühlt sich nicht so kraftlos wie bei einer Influenza.


Covid-19 kann sich durch zahlreiche unspezifische Symptome bemerkbar machen, die sich über mehrere Tage entwickeln. Die unteren Atemwege scheinen häufiger betroffen zu sein. Die Hauptsymptome sind Fieber und trockener Husten. In schweren Fällen kann es zur Lungenentzündung mit Atemnot kommen. Halsschmerzen und Niesen treten dagegen seltener auf. Weitere, seltenere Symptome sind auch Muskel- und Gelenkschmerzen oder Durchfall. Manche Krankheitsverläufe werden von den Betroffenen gar nicht bemerkt, andere sind noch Wochen nach der immunologischen Genesung geschwächt und stark beeinträchtigt. Das bedeutet, der Virusnachweis ist wieder negativ, aber das Krankheitsgefühl besteht weiter.

Laut Robert Koch-Institut haben Menschen im Alter von über 50 bis 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen ein zunehmendes beziehungsweise das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Risikoreiche Grunderkrankungen sind zum Beispiel chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen. Gefährdet sind auch Menschen, die mit Medikamenten, behandelt werden, die die Immunabwehr schwächen. Die WHO berichtet, dass die Erkrankung bei Kindern vergleichsweise selten auftritt und dann meistens mild verläuft. Nur ein sehr kleiner Teil der infizierten Kinder und Jugendlichen ist bisher schwer oder kritisch erkrankt. Die Datengrundlage reicht allerdings noch nicht aus, um zu bestimmen, ob Kinder generell weniger anfällig für das Virus sind. Viele dieser Daten sind während allgemeiner Kontaktbeschränkungen erhoben worden und damit weniger aussagekräftig. Schwangere scheinen der WHO zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Auch gibt es unter Schwangeren, die an COVID-19 erkrankt sind, keine erhöhte Rate an spontanen Frühgeburten. Das sind Frühgeburten, die von allein beginnen, beispielsweise mit Blasensprung oder Wehen. Die Anzahl erforderlicher Frühgeburten, die eingeleitet werden, weil es Mutter oder Kind gesundheitlich schlecht geht, scheint etwas größer zu sein als bei Schwangeren ohne COVID-19.
Neuere Forschungen haben gezeigt, dass Patienten, deren Blut eine bestimmte Sorte Abwehrzellen, die sogenannten CD8-T-Lymphozyten, in hoher Zahl aufweisen, einen vergleichsweise günstigen Verlauf von COVID-19 haben. Überwiegen im Blutbild hingegen die sogenannten Neutrophilen Granulozyten, wird wahrscheinlich eine Versorgung auf der Intensivstation notwendig werden. Auch die Blutgruppe scheint einen Einfluss auf die Schwere der Krankheit zu haben. So beobachteten Forscher aus verschiedenen Ländern, dass Menschen mit der Blutgruppe A häufiger unter den an COVID-19 Erkrankten zu finden waren als solche mit Blutgruppe 0.

Mittlerweile liegen Erkenntnisse vor, dass auch drei Monate nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung über die Hälfte der Betroffenen noch Symptome haben. Dabei stehen Erschöpfung, Atembeschwerden und Geschmacks- bzw. Geruchsverlust im Vordergrund. Auch später auftretende Einschränkungen des zentralen Nervensystems wie „Nebel im Kopf“, Verwirrtheit oder Konzentrationsschwäche werden beschrieben. Dabei ist noch nicht klar, ob diese Veränderungen durch das Virus verursacht werden oder eine psychische Folge davon sind, dass man an COVID-19 erkrankt war und das erst noch verarbeiten muss.

Auch bei Kindern wurden bereits Spätfolgen beschrieben, selbst wenn die Corona-Infektion selbst milde verlief oder gar nicht bemerkt wurde.

Insgesamt ist die Datenlage aber noch nicht ausreichend, um die Häufigkeit von Dauerschäden durch COVID-19 zu bestimmen. Dazu müssen auch Patientinnen und Patienten befragt und untersucht werden, deren Erkrankung sechs bis zwölf Monate zurückliegt.

Chronisch Erkrankte und ältere Personen zählen zur Risikogruppe und müssen daher besonders geschützt werden. Die allgemeinen Hygienemaßnahmen sind insbesondere im Umgang mit diesem Personenkreis zu beachten. Grundsätzlich gilt auch hier das Prinzip des „social distancing“. Daher sollte man beim Kontakt zu diesen Personen auf ausreichenden Abstand und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und auf das regelmäßige Lüften der benutzten Innenräume achten. Besser ist es, einander im Freien zu treffen als in geschlossenen Räumen. Eltern, Großeltern oder Nachbarn sollte man lieber anrufen und zum Beispiel fragen, ob man Einkäufe sowie nötige Erledigungen übernehmen kann. Sollte man Einkäufe bei den Betroffenen abgeben, gilt es auch hier den notwendigen Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern zu beachten. Sollte man bei sich selbst Erkältungssymptome erkennen, muss natürlich jeglicher weiterer Kontakt vermieden werden.


Wichtig ist, die betroffenen Personen aus der Risikogruppe selbst entscheiden zu lassen, in welchem Maße sie sich schützen möchten oder geschützt werden wollen. Für manche Seniorin oder manchen Senior ist es wichtiger, ihre oder seine Familie in der Nähe zu haben als durch Isolation geschützt zu werden. Andere Ältere entscheiden sich bewusst für sozialen Abstand, um die Zeit bis zu einer möglichen Impfung coronafrei zu überstehen. Wichtig ist, diese Entscheidung auch bei besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Geburtstag zu berücksichtigen, denn das Virus kennt keine Feiertage.

Der wichtigste Übertragungsweg der Coronaviren ist der über die Atemluft. Dabei unterscheidet man zwei Transportmöglichkeiten für das Virus.
Tröpfchen, die beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen ausgestoßen werden, sind so groß, dass man sie oft schon mit bloßem Auge sehen kann. Sie sind die Ursache der so genannten Tröpfcheninfektion. Aufgrund ihrer Größe sinken sie relativ schnell zu Boden. Beim Niesen werden sie mehrere Meter weit in den Raum geschleudert, weswegen man unbedingt in die Armbeuge niesen sollte. Beim Sprechen oder Singen fliegen die Tröpfchen weniger weit, so dass ein Abstand zum Gegenüber von eineinhalb bis zwei Metern in der Regel ausreicht, um den feuchten Partikeln zu entgehen. Ein noch besserer Schutz ist eine Mund-Nase-Maske, die die Tröpfchen einfach abfängt.


Etwas anders verhält es sich mit den so genannten Aerosolen. Dabei handelt es sich um ein Gemisch von Luft und winzigen Feuchtigkeitspartikeln, die noch kleinere Teilchen wie beispielsweise Viren über lange Strecken durch die Luft transportieren können. Diese Feuchtigkeitspartikel sind kleiner als ein rotes Blutkörperchen und fliegen schon allein mit der natürlichen Luftströmung kilometerweit. Diese Aerosole werden ebenfalls beim Sprechen, Singen, Husten und Niesen, aber eben auch beim Atmen, insbesondere unter Anstrengung, ausgestoßen. Die Teilchen sind dabei so winzig, dass sie auch den Stoff einer einfachen Mund-Nase-Schutzmaske durchdringen können. Aus diesem Grund ist neben dem ausreichenden Abstand zusätzlich ein intensiver Austausch der Umgebungsluft notwendig. Geschlossene Räume sollten intensiv gelüftet werden. Bei der Verwendung von Lüftungs- oder Klimaanlagen ist darauf zu achten, dass die Luft nicht ungefiltert in den Raum zurückgeführt wird. Ventilatoren sollten in Räumen mit mehreren Personen verschiedener Haushalte, beispielsweise in Büroräumen, nicht verwendet werden.  Aktivitäten sollten nach Möglichkeit ins Freie verlegt werden.


Nach bisherigen Erkenntnissen hat die Menge der Viren einen Einfluss auf die Schwere der Infektion. Daher ist eine gute Durchmischung mit frischer Außenluft hilfreich, um die Menge der im Aerosol vorhandenen Viren zu verringern und eine infektiöse Konzentration vor allem in geschlossenen Räumen zu verdünnen.

 

Coronaviren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. Untersuchungen zeigten zudem, dass die Toilettenspülung über die Verwirbelung der Luft bis zu einem Meter Höhe zu einer Verbreitung der Viren beitragen kann. Hier hilft es, den Toilettendeckel bereits vor dem Spülen geschlossen zu haben. Da SARS-CoV-2 in geringerem Maß auch über die Hände oder Oberflächen verbreitet werden kann, ist eine gute Hand- und Oberflächen-Hygiene weiterhin wichtig.

Coronaviren werden über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Wenn Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Gegenstände wie auf Türklinken oder Lichtschalter gelangt, können die Viren dort mehrere Tage überleben. Zwar ist bei Coronaviren eine Ansteckung über Gegenstände bisher nicht bekannt und eine grundsätzliche Flächendesinfektion im eigenen Haushalt in der Regel nicht notwendig. Wenn sich allerdings Erkrankte im Haushalt befinden, sollten alle Oberflächen und Kontaktgegenstände regelmäßig desinfiziert werden. Ansonsten reicht gründliches Händewaschen mit Seife oder die Händedesinfektion mit einem geeigneten, begrenzt oder einfach viruziden Desinfektionsmittel aus.


Generell gilt: Die Übertragungsmöglichkeiten über Oberflächen hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema finden unter experimentellen Bedingungen statt und können nicht das realistische Übertragungsrisiko im Alltag widerspiegeln. Es gilt aber als möglich, dass die Menge der Viren, die über Oberflächenflächen übertragen wird, nicht für eine Neuinfektion ausreicht. Bei wiederholtem Kontakt mit virusbelasteten Gegenständen steigt die Gefährdung hingegen.


Fragen zu Übertragungsrisiken durch Lebensmittel und Gegenstände beantwortet das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), für das Thema Arbeitsschutz ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verantwortlich.

Die Weltgesundheitsorganisation hat den Ausbruch der Krankheit als Pandemie eingestuft. Nach Angaben des "Coronavirus Resource Center" der Johns-Hopkins-University in Baltimore, das zentral alle Fallzahlen sammelt, wurden weltweit bisher rund 90,4 Millionen bestätigte Fälle gemeldet. Davon sind etwa 1,9 Millionen Patientinnen und Patienten verstorben. Allein in den USA gibt es bisher 22,4 Millionen bestätigte Fälle. Stark betroffen sind auch Indien mit rund 10,5 Millionen und Brasilien mit 8,1 Millionen nachweislich am Coronavirus Erkrankten (Stand: 11. Januar 2021).

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es laut "Coronavirus Resource Center" in Deutschland bislang rund 1,9 Millionen bestätigte Coronavirus-Fälle mit rund 41.000 Todesopfern. Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung durch das Coronavirus für die Gesundheit der Bevölkerung als "hoch" und für Risikogruppen als "sehr hoch" (Stand: 11. Januar 2021).

Risikogebiete sind laut RKI Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Das RKI listet tagesaktuell die Länder und Regionen, die als Risikogebiet eingestuft werden.

Abstand:

Coronaviren werden über Tröpfchen und Aerosol übertragen. Aerosol wird beim Atmen, Sprechen, Singen und Niesen freigesetzt und bewegt sich länger und weiter durch die Luft. Die Tröpfchen werden beim heftigen Atmen, beispielsweise unter Anstrengung, beim Sprechen, Husten oder Niesen vor allem aus dem Mund ausgestoßen. Die Flugweite beträgt zwischen einem halben Meter beim normalen Sprechen und mehreren Metern beim Niesen und lauten Sprechen. Aus diesem Grund ist auch das Abstandhalten zu anderen Personen eine zentrale Schutzmaßnahme, um das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2 zu verringern. Dabei sollte man mindestens 1,5 Meter Distanz wahren und auch auf das Händeschütteln verzichten.


Mundschutz:

Vor den Tröpfchen und Aerosol der Mitmenschen kann man sich auch mit speziellen Mund-Nase-Schutzmasken, die mindestens FFP2-Standard entsprechen, schützen. Diese Masken sind vergleichsweise teuer und schützen nur wirkungsvoll, wenn sie ringsherum eng auf der Haut aufliegen und ausschließlich durch den Filterstoff oder das eingebaute Ventil geatmet wird. Wem das zu mühsam ist, der sollte auf die Verwendung dieser FFP-Masken verzichten und einen einfacheren Mundschutz, so genannte Alltags- oder Community-Masken, verwenden. Diese schützen aber nicht den Träger, sondern die Mitmenschen in unmittelbarer Umgebung, weil sie Geschwindigkeit und Menge der ausgestoßenen Tröpfchen und Aerosole vermindern.


Händehygiene:

Wenn Sekret aus dem Nasen-Rachenraum auf Gegenstände wie auf Türklinken oder Lichtschalter gelangt, können die Viren dort nach neueren Untersuchungen nicht lange überleben. So ist bei Coronaviren eine Ansteckung über Gegenstände bisher nicht bekannt. Eine grundsätzliche Flächendesinfektion im eigenen Haushalt ist in der Regel nicht notwendig, kann aber sinnvoll sein, wenn sich Erkrankte im Haushalt befinden. Ansonsten reicht gründliches Händewaschen mit Seife oder die Händedesinfektion mit einem geeigneten, begrenzt oder einfach viruziden Desinfektionsmittel aus.


Eine sinnvolle Händehygiene für den Alltag besteht aus Händewaschen oder alternativ der Händedesinfektion. Eine gleichzeitige Anwendung ist in der Regel nicht notwendig.


Hände reinigen:

Gründliches Händewaschen über mindestens 20 Sekunden mit Einschäumen auch der Fingernägel und Handrücken beziehungsweise Fingerzwischenräume. Trocknen der Hände möglichst mit einem Einmalhandtuch. Nach dem Händewaschen sollten Wasserhahn und Türklinke nur noch mit dem Einmalhandtuch angefasst werden. Wenn häufiges Händewaschen wie während der aktuellen Corona-Pandemie notwendig ist, sollte die Haut unterstützt werden. Regelmäßiges Eincremen, am besten nach jedem Händewaschen, schützt die Haut vor dem Austrocknen.


Hände desinfizieren:

Wenn kein Waschbecken in der Nähe ist oder die Hände nicht merklich verschmutzt sind, kann auch ein Händedesinfektionsmittel hilfreich sein. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Desinfektionsmittelflasche vor dem Verreiben der Lösung wieder verschlossen und verstaut wird, um eine erneute Verschmutzung der Hände durch die Flasche zu vermeiden. Vorteil der Händedesinfektion ist, dass die Haut nicht so sehr ausgelaugt wird wie beim Händewaschen mit Seife.


Richtiges Lüften:

Gerade in der kalten Jahreszeit ist das Ausweichen an die frische Luft nicht immer möglich. Umso wichtiger ist es, die frische Luft in die Innenräume zu holen. Das gelingt am besten mit einer so genannten Stoßlüftung. Dabei werden Fenster oder Türen je nach Außentemperatur für 3 – 10 Minuten weit geöffnet. Bei niedrigen Temperaturen reichen drei Minuten Lüftungszeit, im Sommer bei Wärme muss mindestens zehn Minuten gelüftet werden. Der Grund dafür ist die Physik: Die Luft tauscht sich nur aus, wenn auf beiden Seiten des Fensters unterschiedliche Temperaturen herrschen. Nur dann kann ein Luftstrom entstehen und die belastete Luft mitreißen. Je größer der Temperaturunterschied auf beiden Seiten ist, umso schneller erfolgt der Luftaustausch. Sind die Fenster hingegen dauerhaft – beispielsweise in Kippstellung - geöffnet, gleichen sich Außen- und Innentemperatur aneinander an und der Luftstrom kann zum Erliegen kommen.


Geschlossene Räume sollten alle 20 bis 60 Minuten gelüftet werden. Wenn in den Räumen viel gesprochen oder tief geatmet wird (Schulklassen, Besprechungsräume, Sporträume), muss häufiger gelüftet werden. In Räumen, in denen nicht oder wenig gesprochen wird (Büros, Bibliotheken) muss entsprechend seltener gelüftet werden.


Wer außerdem andere schützen will, sollte darauf achten, in die Armbeuge zu niesen und zu husten. An diese Etikette sollten sich ohnehin alle Erkälteten halten. Das bedeutet auch, dass gebrauchte Papiertaschentücher nicht einfach in den offenen Mülleimer geworfen werden, sondern zum Beispiel in einer verschließbaren Plastiktüte gesammelt und dann entsorgt werden. Auch durch das Tragen eines Mundschutzes kann vermieden werden, dass virenbeladene Speicheltröpfchen aus der Atemluft weit fliegen.

Es gibt zahlreiche Desinfektionsmittel, aber nicht jedes Desinfektionsmittel wirkt auch gegen Viren. Es reicht nicht aus, wenn darauf steht, dass es 99 Prozent aller Bakterien tötet. Der Schutz gegen Viren muss explizit genannt werden.
Das Robert Koch-Institut stellt eine Übersicht über geprüfte Desinfektionsmittel und deren Anwendung zur Verfügung. Es gibt drei Kategorien. Die erste Kategorie ist „begrenzt viruzid“, die zweite „begrenzt viruzid PLUS“ und die dritte „einfach viruzid“. Gegen Coronaviren reicht die niedrigste Variante, also „begrenzt viruzid“.


Für die Hand-Desinfektion werden alkoholische Lösungen eingesetzt. Dafür sollte man mindestens drei Milliliter Desinfektionsmittel nehmen, dieses komplett auf den Handflächen verteilen und über 30 Sekunden einwirken und an der Luft trocken lassen.


Mittel für die Flächendesinfektion gegen Coronaviren können Formaldehyd oder sonstige Aldehyde enthalten und sollten nicht für die Desinfektion der Haut zweckentfremdet werden. Bei der Flächendesinfektion ist darauf zu achten, dass die Desinfektionslösung ausreichend konzentriert eingesetzt wird.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind grundsätzlich die von der Bundesregierung und den Landesregierungen erlassenen Leitlinien zur Kontaktbeschränkung einzuhalten und die Vorgaben der Behörden zu befolgen. Für den Fall einer Quarantäne hat die Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) Handlungsempfehlungen zur häuslichen Isolierung herausgegeben. Darüber hinaus gelten folgende Empfehlungen, wie jeder einzelne der Erkrankungswelle bestmöglich begegnen kann:

  • Man sollte sich stets über die aktuelle Situation informieren. Hier bieten sich die Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums und sowie der Landesgesundheitsministerien, des Robert Koch-Instituts sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an.
  • Sofern es erforderlich ist, informiert auch das zuständige Gesundheitsamt vor Ort.
  • Man soll möglichst zu Hause bleiben und die Zimmer regelmäßig lüften. Bei Symptomen für eine Atemwegserkrankung sollte man generell zu Hause bleiben.
  • Risikogruppen wie alte Menschen oder chronisch Kranke sollten sich möglichst durch Familienmitglieder oder Nachbarn versorgen lassen, die zum Beispiel für sie einkaufen. Sollte man Einkäufe bei diesen Personen abgeben wollen, sollte man auch hier den notwendigen Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern beachten.
  • Auf der Arbeit sollte man möglichst per E-Mail oder Telefon kommunizieren, Händeschütteln vermeiden und den Mindestabstand einhalten.
  • Öffentliche Verkehrsmittel sollten möglichst gemieden werden. Stattdessen sollte man lieber auf das Fahrrad oder Auto umsteigen oder zu Fuß gehen.
  • Generell gilt es, eine gute Händehygiene zu praktizieren, sich an die Husten- und Niesregeln halten, auf das Händeschütteln zu verzichten und sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen. Dies verringert das Risiko, dass man Krankheitserreger über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufnimmt.
  • Man soll keine zweifelhaften Social-Media-Informationen verbreiten.

Bund und Länder haben erneute Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis vom 16.12.2020 bis zunächst zum 10. Januar 2021 beschlossen. Die Grundzüge dieses neuerlichen Lockdowns sind in einem Beschlusspapier der Bundesregierung zusammengefasst. Die konkrete Ausgestaltung obliegt den Bundesländern.

Über die schrittweise Rücknahme zuvor beschlossener Einschränkungen des öffentlichen Lebens oder sogar weiterer Einschränkungen entscheiden die Bundesländer, in Teilen aber auch die Städte in eigener Verantwortung. Sie berücksichtigen dabei auch die regionale Entwicklung der COVID-19-Infektionszahlen.

Wenn die Infektionszahlen innerhalb einer Woche um mehr als 50 Personen pro 100.000 Einwohner ansteigen, müssen die Behörden reagieren. Dabei kann es einen Unterschied bedeuten, ob die Neu-Infektionen klar auf beispielsweise eine Einrichtung oder ein Gebiet eingegrenzt werden kann oder ob die Neu-Infektionen über die Stadt oder den Kreis verteilt auftreten. Die Entscheidung über die Art der Maßnahmen liegt beim jeweiligen Bundesland oder bei der jeweiligen Stadtverwaltung.

Infektionskrankheiten sind immer dann erfolgreich, wenn sie von einem zum anderen Lebewesen (Wirt) weitergegeben werden. Nur dann können sich die Krankheitserreger weiterverbreiten und in der Umwelt bleiben. Dafür steht ihnen aber nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung: wenige Tage vor den ersten Symptomen bis unterschiedlich viele Tage nach der Erkrankung. Bei SARS-CoV-2 endet die Phase der Ansteckungsfähigkeit schon während der Erkrankung. Oft wissen die Virenträger nicht einmal, dass sie ansteckend sind. Wenn während dieser wenigen Tage, in denen die Viren weitergegeben werden können, keine Kontakte zwischen Virenträgern und Gesunden stattfinden, wird das Virus regelrecht „ausgehungert“ - es wird nicht weitergegeben. Dadurch sinken die Infektionszahlen. Weil es aber immer irgendwo unvermeidbare Kontakte gibt, gelingt die Unterbrechung in der Regel nicht komplett.


Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst Viele an die Abstands- und Hygieneregeln halten und die Kontakte ohne Mundschutz in geschlossenen Räumen auf ein Minimum beschränken. Diese Kontakte sind in der Regel privater Natur, dennoch können gerade auf diese Weise die Viren besonders gut übertragen werden. Um die Infektionsketten zu unterbrechen, sollte nicht zwischen „privat“ und „dienstlich“, sondern nur zwischen „Abstand und Maske möglich“ oder „keine Abstandsregeln möglich“ unterschieden werden. 

Die Anzahl der Corona-Erkrankungen, von denen einige schwer verlaufen und eine intensivmedizinische Behandlung erfordern, spiegeln immer die Infektionszahlen von 14 Tagen zuvor wieder. Wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen, werden zwei Wochen später entsprechend viele Intensivbetten für COVID-19-Patienten benötigt. Es gelingt also nicht, alle Patienten ausreichend medizinisch zu versorgen, wenn Maßnahmen erst ergriffen werden, wenn alle Krankenhausbetten belegt sind. 


Bereits jetzt melden erste Kliniken einen Engpass, der sie zwingt zu entscheiden, welche Patientin oder welcher Patient die erforderliche Beatmung bekommt und wer darauf verzichten muss. Dieses Vorgehen nennt man Triage und es wird immer dann angewendet, wenn zu viele Erkrankte oder Verletzte zum selben Zeitpunkt versorgt werden müssen. Bisher kannte man diesen Notstand vor allem von Unglücken, Terroranschlägen, Naturkatastrophen oder Seuchen wie der Spanischen Grippe oder Ebola. Aber auch die Überlastung der Gesundheitsversorgung durch zu viele Corona-Infizierte wird die Technik der Triage erforderlich machen, wenn die vorhandenen Klinikbetten belegt sind oder das medizinische Personal zu viele Infizierte versorgen muss.

In Deutschland ist das Tragen von Mund-Nasenmasken, die dem Schutz der Mitmenschen dienen, verpflichtend. Dies gilt in der Regel für den Öffentlichen Personenverkehr, das Einkaufen in Ladengeschäften, Post- und Bankfilialen und auf Wochenmärkten, an Tankstellen, bei der Abholung von Speisen und Getränken sowie bei Dienstleistern im Kundenkontakt oder in Arztpraxen. Aber auch in anderen Alltagssituationen, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, ist ein entsprechender Fremdschutz sinnvoll. Hierzu gehört die Begegnung in engen Fluren, Büros oder Teeküchen genauso wie Haltestellen, Bahnhöfe oder der Besuch von Physiotherapiepraxen oder Friseurgeschäften. In einigen Städten gilt mittlerweile in unterschiedlich großen Bereichen (Stadtgebiet, Innenstadtbereich) auch im Freien eine Maskenpflicht.


Hilfreich ist ein waschbarer Mundschutz, der nach Durchfeuchtung, spätestens aber einmal am Tag gewechselt wird. Der Mundschutz verliert seine Funktion sofort, sobald er feucht wird. Im Zweifelsfall sollte der Mund-Nasenschutz mehrfach täglich gewechselt werden. Auf keinen Fall darf der Mundschutz von beiden Seiten benutzt oder die Textilflächen mit den Fingern berührt werden, um die Verschmutzung der Finger und damit eine Weitergabe von Viren über die Hände zu vermeiden. Hilfreich ist es, den Mundschutz nur an den Befestigungsbändern oder Befestigungsgummis anzufassen. Sofern im Nasenbereich ein biegsamer Streifen für eine bessere Passform angebracht ist, sollte dieser mit Daumen und Zeigefinger einer Hand angedrückt werden. Das Robert-Koch-Institut rät davon ab, die Alltagsmaske während des Tragens mit den Fingern zurecht zu zupfen oder – auch nicht vorübergehend – um den Hals zu tragen. Die Reinigung des waschbaren Mundschutzes kann beispielsweise durch eine Wäsche bei 60 bis 95 Grad Celsius in Kochtopf oder Waschmaschine erfolgen. Die Erwärmung in Backofen oder Mikrowelle oder Dampfbügeln ist wegen nicht zu empfehlen, weil es hierzu keine ausreichenden Untersuchungen zur Wirksamkeit dieser Methoden gibt.


Bei Kindern stellt sich vielfach die Frage, ab welchem Alter sie in der Lage sind, einen Mundschutz zu tolerieren. Auf der anderen Seite können auch Kinder SARS-CoV-2 weitergeben. Daher sollte im Einzelfall und situationsabhängig von den Eltern entschieden werden, ob die Kinder reif genug für das Tragen eines Mundschutzes sind. Für Schulen entscheiden jeweils die Länder, ab welcher Klasse und wo genau der Mund-Nase-Schutz getragen werden muss. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, kann von der Schule gewiesen werden.


Ein effektiver Mundschutz muss bestimmten Anforderungen genügen. Dazu gehören der Grad der Durchlässigkeit für Partikel, Empfindlichkeit gegen Durchfeuchtung und vieles mehr. Wer seine Umgebung schützen möchte, vermeidet durch einen Mund-Nasenschutz, dass virenbeladene Speicheltröpfchen und Aerosole aus der Atemluft weit fliegen.


Höherwertige Schutzmasken, die den Träger vor dem Einatmen virusbeladenener Tröpfchen schützen, werden als FFP1-, FFP2- oder FFP3-Masken bezeichnet. Ein FFP2-vergleichbarer Standard aus Asien heißt KN95. . Diese Schutzmasken-Kategorie ist vor allem für Menschen sinnvoll, die sich zwingend vor den Viren Erkrankter schützen müssen, wie beispielsweise medizinisches Fachpersonal im Patientenkontakt sowie Angehörige der bekannten Risikogruppen (mehr Informationen unter „Für wen ist das neue Coronavirus besonders gefährlich?“), wenn sich ein Kontakt mit haushaltsfremden Personen nicht vermeiden lässt. Wichtig bei dieser Maskenkategorie ist, dass jede Maske einen Aufdruck trägt, auf dem

  • Angabe des Herstellers
  • Schutz-Kategorie (FFP1-3)
  • CE-Zeichen mit vierstelliger Zulassungsnummer
  • DIN-Norm EN149:2001

verzeichnet sind.


Seit dem 15. Dezember 2020 bis zum 06. Januar 2021 können Personen von 60 Jahren und älter in jeder Apotheke gegen Vorlage des Personalausweises kostenfrei drei FFP2-Masken abholen. Gleiches gilt für Angehörige einer Risikogruppe, die eine entsprechende Bescheinigung vorlegen müssen. Da es keine weitere Kontrolle geben wird, wird an alle Bürger appelliert, wirklich nur in einer Apotheke die drei zugewiesenen Masken abzuholen und nicht mehrere Apotheken „abzugrasen“. Auf diese Weise würde anderen Personen, die ebenfalls dringend FFP2-Masken benötigen, dieser Service verwehrt.

Im Januar werden erneut FFP2-Masken an die oben genannten Risikogruppen ausgegeben, dann allerdings gegen Coupons, die von den Krankenkassen ausgegeben werden. Geplant ist dann eine geringe Eigenbeteiligung von je zwei Euro für ein Paket mit sechs Masken. Geplant sind zwei Pakete mit je sechs Masken pro Risikoperson.

Die Bestimmung des Coronavirus erfolgt über zwei verschiedene Testverfahren:


Polymerasekettenreaktion (PCR): bei der PCR werden Bestandteile des Virus vermehrt, bis man sie messen kann. Getestet wird in der Regel ein Rachenabstrich oder das Sekret, das die Patienten abhusten. Am besten werden beide Sekrete, also Rachenabstrich und Hustensekret, untersucht. Das Ergebnis erfährt man frühestens nach einigen Stunden.


Bestimmung des Virus mit einem Antigen-Schnelltest: Auch hier wird das Sekret der Rachenhinterwand benötigt, dass durch einen Abstrich gewonnen wird. Der Watteträger wird in einer speziellen Lösung ausgewaschen, die anschließend auf einen Testträger, wie man ihn vom Schwangerschaftstest kennt, aufgebracht wird. Je nach Streifen, die auf dem Träger sichtbar werden, kann eine Coronainfektion bestätigt oder ausgeschlossen werden. Aktuell werden die Tests nur in medizinischen Einrichtungen von Fachpersonal durchgeführt. Da das Ergebnis aber innerhalb von 20 Minuten vorliegt, werden alle Beteiligten dadurch entlastet.

Grundsätzlich können die Proben in Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichteten Zentren entnommen werden. Jeweils aktuelle Informationen erhält man auch über den Kassenärztlichen Notdienst, der bundesweit unter der Telefonnummer 116 117 erreichbar ist. Ganz wichtig ist, dass die Betroffenen bei einem Corona-Verdacht nicht ohne Absprache in eine Arztpraxis, Corona-Testzentrum oder Klinik gehen. Sie sollen auf jeden Fall vorher den Arzt oder das Gesundheitsamt telefonisch kontaktieren, damit für die anderen Patienten kein unnötiges Risiko besteht und sichergestellt ist, dass der Test in der jeweiligen Anlaufstelle auch wirklich durchgeführt werden kann.

Durch die steigenden Infektionszahlen werden auch zunehmend mehr SARS-CoV-2-Tests durchgeführt. Die Labore stoßen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die Empfehlungen, wann ein Test auf Corona-Viren durchgeführt werden soll, angepasst.


Ab November werden folgende Menschen getestet:

  • Patienten mit einer schweren Bronchitis oder Lungenentzündung mit Atemnot oder Fieber
  • Patienten mit einer neu aufgetretenen Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns
  • Patienten mit ungeklärten Krankheitssymptomen, die Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten
  • Menschen mit Erkältungssymptomen, die
  • zusätzlich einer Risikogruppe angehören,
  • in der Pflege, in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus arbeiten,
  • in engem Kontakt zu vielen Menschen arbeiten,
  • sich in schlecht gelüfteter Umgebung mit vielen Menschen aufgehalten haben, wo die AHA-L-Regeln nicht eingehalten wurden oder werden konnten
Eine Labordiagnose sollte nur bei Krankheitszeichen oder auf Anraten der regionalen Behörden durchgeführt werden. Denn wenn man noch keine Symptome von COVID-19 hat, sich aber noch in der Inkubationszeit befindet, die bis zu 14 Tage betragen kann, sagt ein negativer Test auf SARS-CoV-2 nichts darüber aus, ob man nicht doch noch krank wird. Deshalb rät das Robert-Koch-Institut (RKI) von der Testung von Personen ohne Krankheitssymptome und ohne behördliche Empfehlung ab.

Ärzte können den Test auf Infektion mit dem Coronavirus durchführen und über die Versichertenkarte abrechnen, wenn sie den Test für erforderlich halten. Hierbei sollen sie sich an den jeweils aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts orientieren. Ebenfalls müssen die behandelnden Ärzte über die Durchführung von Wiederholungstests entscheiden. Halten sie diese für medizinisch erforderlich, können auch diese über die Versichertenkarte abgerechnet werden.


Weitere Informationen zur Kostenübernahme, auch im Falle einer Warnung durch die Corona-Warn-App, lesen Sie in unserer FAQ zu Versorgung, Leistungen und Co.

Aktuell stehen zwei Testsysteme zu Verfügung: so genannte Schnelltests, die eine Ablesung innerhalb weniger Minuten erlauben und Labortests, so genannte ELISA-Tests, die die Antikörper im Serum bestimmen und deren Ergebnis erst nach wenigen Tagen zur Verfügung steht. Die Tests prüfen, ob eine Person Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, auf das Coronavirus gebildet hat. Diese Antikörper entstehen, wenn das Immunsystem bereits einige Tage gegen das Virus kämpft, man also infiziert ist oder eine Infektion bereits überstanden hat. Der Körper braucht einige Tage, um Antikörper zu bilden. Laut Robert Koch-Institut beträgt diese Zeit mindestens sieben Tage, sicherer ist das Ergebnis 14 Tage nach Symptombeginn. Für akute Diagnosen ist dieser Test daher nicht geeignet.  Der Schnelltest wird durchgeführt, indem über die Fingerspitze der Testperson ein Bluttropfen entnommen wird, zu dem anschließend auf einem speziellen Träger eine Pufferlösung hinzugegeben wird. Nach 15 Minuten kann das Ergebnis – vergleichbar einem Schwangerschaftstest - abgelesen werden. Für den ELISA-(Enzyme-linked Immunosorbent Assay)-Test wird Blut entnommen und im Labor zum Test aufbereitet. Bisherige Beobachtungen zeigen, dass die Antikörperbestimmung auf Basis des ELISA in der Regel zuverlässiger ist als die Ergebnisse der Schnelltests.

Das Testen auf Antikörper kann für das Vorgehen zur Eindämmung der Pandemie sinnvoll sein. Wer eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden hat, ohne dass dies durch einen Corona-Antigen-Test geprüft oder bestätigt worden ist, und nachweislich Antikörper gegen das Virus gebildet hat, kann entsprechend in der COVID-19-Statistik mitgeführt werden. Eine Antikörpertestung ist also eher aus Sicht der Forscher (epidemiologisches Interesse) interessant. Bei Einzelpersonen kann ein Antikörpertest im Rahmen der Verlaufskontrolle wichtig sein.

In diesem Fall wenden sich die Betroffenen  umgehend an ihr jeweilig zuständiges Gesundheitsamt, welches das weitere Vorgehen besprechen wird. Es muss individuell entschieden werden, ob eine betroffene Person zu Hause (ambulant) in Quarantäne geht oder ob es beispielsweise aufgrund einer vorliegenden chronischen Erkrankung notwendig ist, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt wird.

Eine einheitliche Therapie gegen das Virus gibt es derzeit nicht. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs erfolgen stattdessen unterstützende Maßnahmen wie der Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts oder Sauerstoffgabe und die Gabe von Kortikosteroiden (Dexamethason) im Falle einer Beatmung sowie Gabe von Antibiotika, falls es bakterielle Begleitinfektionen gibt. Auch die Gabe von Mitteln zur Blutverdünnung oder von Medikamenten, die das Eindringen der Viren in die Zellen unterdrücken, kommt infrage. Nicht alle Erkrankungen verlaufen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 schwer. Bei den in Deutschland bekannt gewordenen Fällen standen bisher meist Erkältungssymptome im Vordergrund.

Mittlerweile sind weltweit mehrere Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 zugelassen. Zwei dieser Impfstoffe dürfen auch in Europa angewendet werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen passiven und aktiven Impfstoffen.

Bei der passiven Impfung wird aus Antikörpern, die von Menschen stammen, die Covid-19 bereits überstanden haben, ein Impfstoff hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Art Medikament, das im Blut eindringende Viren sofort abfangen und so im Falle einer Infektion den Krankheitsverlauf abmildern kann. Die Antikörper werden allerdings mit der Zeit wieder abgebaut, so dass die Wirksamkeit der passiven Impfung auf einige Wochen bis wenige Monate beschränkt ist. Üblicherweise bekommen bereits infizierte oder sicher mit Erkrankten in Kontakt gekommene Personen einen solchen Impfstoff, d.h. die passive Impfung erfolgt nicht vorbeugend.

Bei der aktiven Impfung wird das Immunsystem mit Bestandteilen oder abgeschwächten Coronaviren konfrontiert. So kann es genau passende Abwehrzellen und Antikörper entwickeln, die im Falle eines Kontaktes mit SARS-CoV-2 eine Infektion verhindern.
Einen neuen Weg verfolgen die Impfstoffe, die in Europa zugelassen sind. Dabei werden die menschlichen Zellen selbst angeleitet, ausschließlich ein bestimmtes Oberflächenprotein des Virus herzustellen, also nur einen Bruchteil des vollständigen Virus. Dafür wird der Bauplan dieses Virus in die Zellen eingeschleust. Die Abwehrzellen erkennen dieses neue Oberflächenprotein und stellen sich darauf ein. Wenn später das echte Corona-Virus mit diesem Oberflächenprotein in den Körper eindringt, erkennt die Immunabwehr diese Struktur und macht das Virus unschädlich.  

Weitere Informationen zum Impfstoff finden Sie auch unserer separaten FAQ "Aktuelles zur Corona-Impfung" auf dieser Seite.

Weitere Informationen zu Versorgungen und Leistungen in der Corona-Krise, zum Beispiel zu Arzneimitteln oder Schutzmasken für Risikogruppen, lesen Sie in unserer FAQ zu Versorgung, Leistungen und Co.

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen bei älteren Menschen oder wenn Erkrankungen des Immunsystems, der Atemwege und des Herzens vorliegen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen. Dies erschwert die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung zusätzlich.


Aktuell sind Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland nur sehr eingeschränkt verfügbar, weshalb die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, nur Personen zu impfen, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben.
Das sind beispielsweise:
• Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren
• Personen mit geschwächtem Immunsystem
• Senioren ab 70 Jahren
• Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma oder COPD)
• Personen mit chronischen Erkrankungen des Herzens


Wenn möglich, sollte die Pneumokokken-Impfung auch jetzt noch durchgeführt werden, um vermeidbare Infektionen im gerade ohnehin schon stark belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Gesunde Menschen, die kein zusätzliches medizinisches Risiko tragen, profitieren von einer Impfung nicht. Pneumokokken kommen häufig im Nasen-Rachenraum vor, sind aber bei gesunden Personen harmlos. Die Kosten für die Impfung werden daher nur übernommen, wenn die STIKO die Impfung empfiehlt. Sollte eine Auffrischungsimpfung geplant werden, ist diese bei Erwachsenen frühestens nach sechs Jahren sinnvoll.

Hauptsaison für die Grippe ist die Herbst- und Winterzeit. Die Gefahr, sich mit einer Grippe anzustecken ist in den Monaten Januar bis März besonders hoch, wobei sich nicht vorhersagen lässt, ob die Grippewelle schlimm oder gemäßigt ausfallen wird. Während der Corona-Pandemie ist es besonders wichtig, sich so gut wie möglich gegen alle Krankheiten zu schützen, die die oberen Atemwege betreffen und somit Doppelinfektionen zu vermeiden. Gegen eine Infektion mit Grippeviren gibt es im Gegensatz zu einer Infektion mit Coronaviren eine Impfung. Die Impfung gegen Grippe kann besonders für Menschen wichtig sein, die an einer chronischen Erkrankung leiden. Weil dann das Immunsystem oft nicht so leistungsstark ist, ist die Ansteckungsgefahr erhöht. Die Grippeimpfung unterstützt den Körper, die Viren abzuwehren. Das Immunsystem hat dadurch noch Ressourcen frei, um mögliche Coronaviren in Schach zu halten.


Die Grippeimpfung ist aber nicht nur für Menschen mit einem medizinischen Risiko wichtig. Ähnlich wie beim Tragen eines Mundschutzes schützt die Grippeimpfung auch andere vor einer Ansteckung, da Geimpfte die Viren nicht über Tröpfchen beim Sprechen und Husten übertragen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ist für die Zulassung von Arzneimitteln in Europa zuständig. Laut EMA werben aktuell diverse Internetseiten mit vermeintlichen Arzneimitteln, die Infizierten Heilung versprechen. Sie warnt davor, auf diese Versprechen hereinzufallen und die angebotene Ware zu kaufen. Bei den angebotenen „Arzneimitteln“ handelt es sich um Produkte, die keinen wissenschaftlich erwiesenen Nutzen gegen Covid-19 haben und schlimmstenfalls sogar schädlich sein können. Derzeit gibt es keine zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19, erste, darunter auch bereits bekannte Präparate befinden sich noch im Versuchsstadium. Bisher stehen nur Arzneimittel zur Behandlung von Symptomen wie Fieber und Husten zur Verfügung. Ebenso warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vor Nahrungsergänzungsmitteln mit falschen Versprechungen. Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel die eine Infektion mit Covid-19 verhindern oder sogar heilen könnten. Laut Rechtsprechung dürfen Nahrungsergänzungsmittel ohnehin keine Angaben enthalten, die auf eine Vorbeugung, Behandlung oder Heilung hindeuten.

Das Robert Koch-Institut sieht eine 14-tägige Quarantäne vor, wenn ein hohes Risiko besteht, dass man sich angesteckt hat. Dieses besteht, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem nachweislich an COVID-19 Erkrankten hatte. Das Robert Koch-Institut definiert einen engen Kontakt wie folgt: Man hat mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen oder ist angehustet oder angeniest worden, während dieser ansteckend gewesen ist.


Diejenigen, bei denen Corona-Viren nachgewiesen worden sind, müssen sich in eine 10-tägige Isolierung begeben. In einer Isolierung geht es darum, die Betroffenen wirklich von anderen Personen – auch im gleichen Haushalt - räumlich zu trennen. In der Quarantäne geht es zunächst um das Beobachten und frühzeitige Erkennen einer COVID-19-Erkrankung, während sich die betroffenen Personen aber noch – unter Einhaltung der AHA-L-Regeln - in der häuslichen Gemeinschaft bewegen. Allerdings dürfen die Räumlichkeiten für die Dauer der Quarantäne nicht verlassen werden.


Darüber hinaus muss man immer in Quarantäne, wenn das Gesundheitsamt dies anordnet.


Für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, besteht eine Pflicht zur unverzüglichen Absonderung gemäß den Quarantäne-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer. Der aktuelle Stand zu den jeweiligen Risikogebieten kann auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts und des Auswärtigen Amtes eingesehen werden. Sofern bei der Rückreise ein Coronatest gemacht wurden, muss man dessen Ergebnis in Quarantäne abwarten.
 

Nicht in Quarantäne muss man, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen im gleichen Raum mit einem Erkrankten mit einer COVID-19 Diagnose war, ohne einen langen zeitlichen oder engen Kontakt zu haben oder wenn man in einem Gebiet mit steigenden Fallzahlen von COVID-19 war. Hier sieht das RKI nur ein geringeres Risiko, sich angesteckt zu haben. Wer mit Menschen mit Vorerkrankungen arbeitet, sollte jedoch in jedem Fall seinen Betriebsarzt informieren.


Wer Kontakt zu einer Person hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist, muss nicht in Quarantäne. In diesem Fall ist man keine Kontaktperson und hat laut RKI kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung. Wenn man aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist und einen negativen Coronatest vorweisen kann, der nicht älter als 48 Stunden ist, muss man ebenfalls nicht in Quarantäne.

Folgende Handlungsempfehlung zur häuslichen Isolierung besteht nach der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM):

  • Unterbringung des Patienten in einem separaten, gut durchgelüfteten Einzelzimmer. Gemeinschaftlich genutzte Räume sollten von den Betroffenen gemieden werden. Zudem wird empfohlen, dass der oder die Infizierte mit keinen weiteren Personen im Zimmer schlafen.
  • Falls die gemeinsame Nutzung von Räumen unvermeidlich ist, sollten diese gut durchlüftet werden und Betten mindestens einen Meter voneinander entfernt stehen.
  • Die Anzahl pflegender Kontaktpersonen sollte möglichst geringgehalten werden. Idealerweise übernimmt eine einzige Person die Pflege. Diese Person sollte in einem guten Gesundheitszustand, frei von chronischen Erkrankungen und nicht immungeschwächt sein.
  • Der Quarantäne-Patient sollte keine Besucher empfangen und möglichst dauerhaft eine Schutzmaske tragen, die Mund und Nase abdeckt. Durchfeuchtete Masken sollten ausgetauscht werden. Nähanleitungen für Mundschutze aus Stoff sind im Internet veröffentlicht.
  • Es sollte penibel auf eine einwandfreie Hygiene geachtet werden, d.h. Händewaschen nach jeder Verunreinigung, vor und nach der Essenszubereitung, nach Mahlzeiten, nach dem Toilettengang. Nach dem Händewaschen sollten die Hände möglichst mit Papier- oder Einmalhandtüchern abgetrocknet werden.
  • Nach jedem Kontakt mit dem Patienten oder Verlassen des Zimmers sollten die Hände desinfiziert werden: mindestens drei Milliliter eines geeigneten Desinfektionsmittels (auf Alkoholbasis, begrenzt oder einfach viruzid bzw. begrenzt viruzid PLUS) in den Händen verteilen und 30 Sekunden einwirken und an der Luft trocknen lassen. Nicht pusten, nicht fönen.
  • Türen möglichst mit dem Ellbogen öffnen.
  • Patienten sollten ein ausschließlich von ihnen genutztes Geschirr und Besteck benutzen, das regelmäßig gespült und nur von ihm oder ihr selbst wiederverwendet wird.
  • Sofern im Haushalt zwei Toiletten vorhanden sind, sollte eine davon ausschließlich dem Patienten zur Verfügung stehen.
  • Oberflächen im Patientenzimmer (z.B. Nachttisch, Bettgestell, Türgriff) regelmäßig, Bad und Toilettenoberflächen mindestens einmal täglich reinigen und anschließend mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfizieren. Handschuhe und Mundschutz tragen.
  • Kleidung, Bettwäsche und Handtücher des Patienten sollten mit normalen Waschmitteln bei 60 - 90 Grad gewaschen werden. Verunreinigte Wäsche sollte in einem separaten Wäschebeutel gesammelt und so wenig wie möglich berührt werden (am besten unter Verwendung von Einmalhandschuhen).
  • Hygieneabfälle sollten in einem verschließbaren Behälter im Patientenzimmer gesammelt und als infektiöser Abfall entsorgt werden.
  • Als Haushaltsmitglied eines Quarantäne-Betroffenen sollte man beim Einkaufen und bei Erledigungen Handschuhe tragen, die mindestens einmal täglich gewechselt werden.

Wenn ein Arbeitnehmer in Quarantäne muss, hat er nach dem Infektionsschutzgesetz grundsätzlich einen Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Der Arbeitgeber bezahlt dessen Verdienstausfall für die ersten sechs Wochen. Ab der siebten Woche einer Quarantäne wird eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gezahlt. Diese muss der Betroffene aber selber bei der dafür zuständigen Landesbehörde beantragen. Eine Entschädigung ist allerdings ausgeschlossen, wenn ein sog. Verschulden gegen sich selbst vorliegt. Dies wird beispielsweise dann angenommen, wenn eine Auslandsreise angetreten wird und das Reisegebiet bereits vor Fahrtantritt vom RKI als Risikogebiet ausgewiesen wurde.

 

Wenn hingegen ein Selbstständiger in Quarantäne muss, dann muss er sich wegen eines Verdienstausfalls direkt an die zuständige Landesbehörde wenden. Die Höhe des Verdienstausfalls wird anders berechnet: Hier wird ein Zwölftel des Arbeitseinkommens aus der entschädigungspflichtigen Tätigkeit zugrunde gelegt. Bei einer Existenzgefährdung können entstehende Mehraufwendungen auf Antrag in angemessenem Umfang von der zuständigen Behörde erstattet werden. Selbständige, deren Betrieb oder Praxis während der Quarantäne ruht, können zusätzlich auf Antrag von der zuständigen Behörde Ersatz für die in dieser Zeit weiterlaufenden Betriebsausgaben erhalten.

Wenn Kitas oder Schulen aufgrund des Coronavirus geschlossen bleiben um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren, ist die Zahlung von Kinderkrankengeld für die Eltern nicht möglich. Voraussetzung für die Zahlung von Kinderkrankengeld ist die nachgewiesene Erkrankung des Kindes.

Es besteht jedoch gegebenenfalls ein Entschädigungsanspruch nach dem Infektionsschutzgesetz. Die Entschädigungsregelung gilt für alle erwerbstätigen Eltern oder Pflegeeltern, die einen Verdienstausfall erleiden, weil sie ihre Kinder beziehungsweise Pflegekinder (unter zwölf Jahre beziehungsweise ältere Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind) aufgrund der behördlich angeordneten Schließung von Kitas und Schulen selbst betreuen müssen, da eine zumutbare anderweitige Betreuungsmöglichkeit nicht sichergestellt werden kann. Die Höhe der Entschädigung beträgt 67 Prozent des Nettoverdienstausfalls; für einen vollen Monat wird maximal jedoch ein Betrag von 2.016 Euro gezahlt, selbst wenn dieser Betrag unterhalb der 67 Prozent-Grenze liegen sollte. Die Entschädigungsleistung wird für jedes erwerbstätige Elternteil für längstens zehn Wochen gewährt; für Alleinerziehende längstens für 20 Wochen. Sie ist für die ersten sechs Wochen gegenüber dem Arbeitgeber zu beantragen. Ab der 7. Woche ist der Antrag gegenüber der zuständigen Landesbehörde zu stellen. Ein Anspruch besteht allerdings nicht, soweit eine Schließung der Kita oder Schule ohnehin wegen der Schul- oder Betriebsferien erfolgen würde.

Laut Fachgesellschaften gibt es derzeit keine sicheren Hinweise, dass Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Sie gehen davon aus, dass die große Mehrheit der Schwangeren nur leichte oder mittelschwere Symptome aufweist, die einer Erkältung oder Grippe ähneln.
Derzeit gibt es keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. In Einzelfällen wurde berichtet, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann. Dennoch wird es als unwahrscheinlich angesehen, dass das Virus beim Ungeborenen zu Fehlbildungen führt.
Nach derzeitigem Kenntnisstand ja. Zwar gibt es mittlerweile Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Unklar ist aber, ob auf diesem Weg auch eine Ansteckung erfolgen kann. Wenn eine Mutter infiziert ist oder ein Coronaverdacht besteht, sollte sie beim Stillen Hygienemaßnahmen einhalten. Dazu gehören gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und das Tragen eines Mundschutzes. Ist die erkrankte Mutter zu geschwächt zum Stillen, soll sie nach Möglichkeit die Muttermilch abpumpen.

Wegen der Coronakrise bestehen mittlerweile ganz unterschiedliche Einschränkungen in europäischen und außereuropäischen Ländern bezüglich Einreise, Quarantäne nach Einreise oder Einstufung als Risikogebiet. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes und auf der Seite des Robert-Koch-Instituts ist der jeweils aktuellste Empfehlungsstand abrufbar.
Andererseits bestehen aber auch im Ausland zum Teil drastische Einreisebeschränkungen, so dass man nicht nur die deutsche Reisewarnung beachten sollte, sondern sich auch über sein Zielland informieren sollte.

Wer sich zuletzt in einer Region mit bestätigten Fällen der neuen Lungenerkrankung durch Coronaviren aufhielt, sollte darauf achten, ob er Erkältungssymptome oder einen Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns verspürt. Ist dies der Fall, sollte man sicherheitshalber einen Arzt telefonisch kontaktieren und darauf hinweisen, dass man in einer Coronavirus-Region war.


Zudem sollte man bedenken, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tagen beträgt. Der Ausbruch der Erkrankung kann also auch dann erfolgen, wenn man schon geraume Zeit wieder zuhause ist. Auch sollte man die körperliche Nähe zu anderen Personen für die Inkubationszeit möglichst vermeiden, da die Viren auch dann schon weitergegeben werden können, wenn noch keine Symptome aufgetreten sind.


Webcode dieser Seite: p014554 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 11.01.2021
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