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Juckreiz, Blut und Tabu – Wenn Hämorrhoiden zur Qual werden

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Das Symbolbild zeigt Hämorrhoiden bei einer Frau.

Sie jucken, brennen, nässen und werden in der Gesellschaft tabuisiert. Dabei sind etwa die Hälfte der über 30-Jährigen davon betroffen. Die Rede ist von Hämorrhoiden. Viele Betroffene vermeiden aus Scham den Gang zu einer Ärztin oder zu einem Arzt. Wir klären auf, was hinter diesem unangenehmen Problem steckt und wann medizinischer Rat unabdingbar ist.

Um dem Schamgefühl entgegenzutreten, ein wichtiger Fakt zur Einleitung – jeder Mensch hat Hämorrhoiden und das ist auch gut so! „Das schwammartige, gut durchblutete Gefäßpolster sitzt am Ausgang des Enddarms und besitzt eine wichtige Aufgabe. Es dichtet zusätzlich zum Schließmuskel den After sicher nach außen ab und wird nur zum Problem, wenn die Hämorrhoiden vergrößert sind und so Beschwerden verursachen. Ärztinnen und Ärzte reden hierbei über ein sogenanntes „Hämorrhoidalleiden“, erklärt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer.

Welche Symptome können bei vergrößerten Hämorrhoiden auftreten?

Wer von „Hämorrhoiden“ spricht, meint vergrößerte Gefäßpolster. Betroffene scheuen sich meist, über ihre Probleme zu sprechen oder medizinischen Rat einzuholen. „Je größer die Hämorrhoiden sind, umso stärker sind in der Regel die Beschwerden. Dabei kann das Leiden unterschiedliche Symptome verursachen. Oft sind es Juckreiz, Nässen oder Brennen am After. Auch schmerzlose Blutungen treten auf, wenn fester Stuhl die dünnen Gefäßwände der Hämorriden beim Verlassen des Enddarms beschädigt“, sagt Petzold.

Sie können ein Druck- oder Fremdkörpergefühle im Analbereich verursachen und das Sitzen sehr unangenehm machen. Außerdem kann das Gefühl entstehen, dass der Darm trotz Toilettengang nicht richtig leer wird und bei Blähungen unabsichtlich etwas Schleim oder Stuhl abgehen. Das wiederum kann zu einer weiteren Reizung der Haut durch die Bestandteile des Stuhls führen. Wichtig ist: Werden die Beschwerden stärker, kann sich das Hämorrhoidalleiden im fortgeschrittenen Stadium befinden. Betroffene sollten hier den Schamgedanken beiseiteschieben und dringend ärztlichen Rat einholen.

Wann sollten Betroffene zum Arzt gehen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden zu behandeln. Die Therapiemöglichkeiten reichen von Salben im Anfangsstadium über eine Verödung der erweiterten Gefäße bis hin zur operativen Entfernung der vergrößerten Hämorrhoidalknoten. Entscheidend ist dabei, welcher der vier Schweregrade des Leidens vorliegt. „Ganz egal, ob Betroffene unter der mildesten Form, bei der die Hämorriden nicht tastbar und ausschließlich bei einer Analkanalspiegelung sichtbar sind oder am scheinbar problematischsten Grad leiden, wo sie dauerhaft am After sichtbar sind und sich nicht mehr in den Analkanal zurückschieben lassen, ist der Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt empfehlenswert“, so Petzold.

Um analen Beschwerden im alltäglichen Leben vorzubeugen, helfen gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ein geregelter Stuhlgang.

Webcode: p016631 Letzte Aktualisierung: 18.03.2021
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