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Darmkrebs: Mit Vorsorge das Risiko senken

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Nach dem Brustkrebs bei Frauen und dem Prostatakarzinom bei Männern ist der Darmkrebs die häufigste bösartige Tumorerkrankung in Deutschland. Allein im Jahr 2016 erkrankten mehr als 58.000 Personen daran, knapp 26.000 Frauen und mehr als 32.000 Männer. Das Tückische an dieser Krebsart: Gerade im Anfangsstadium verursacht er in der Regel keine Beschwerden. Selbst später auftretende Symptome wie Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Gewichtsverlust oder Übelkeit sind so unspezifisch, dass sie viele Ursachen haben können. Umso wichtiger ist eine regelmäßige ärztliche Vorsorge. „Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte an der Darmkrebs-Früherkennung teilnehmen. Sie ist für alle zwischen 50 und 75 Jahren gedacht, die keine Anzeichen und kein besonderes Risiko für Darmkrebs haben“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer. 

Unterschiedliche Vorsorgeangebote

In Deutschland bieten die Krankenkassen zwei Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs an, den Stuhltest und die Darmspiegelung. Im ersten Fall wird der Stuhl auf nicht sichtbare Blutspuren untersucht. Den Test können gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 54 einmal im Jahr in Anspruch nehmen und nach dem 55. Geburtstag dann alle zwei Jahre. Es sei denn, sie entscheiden sich für eine Darmspiegelung, also für die endoskopische Untersuchung des Dickdarms. Gesetzlich versicherte Frauen können sich für zwei kostenlose Spiegelungen anmelden, die erste ab 55 Jahren, die zweite zehn Jahre später. Männer können die erste Darmspiegelung schon ab 50 Jahren machen lassen, die zweite dann ebenfalls zehn Jahre nach der ersten. Sollten bei der Darmspiegelung Polypen entdeckt werden, können diese während der Untersuchung auch gleich entfernt werden. „Etwa ein Drittel der Erwachsenen über 55 Jahre hat zumindest einen Polypen im Darm. Dabei handelt es sich um Wucherungen der Darmschleimhaut, die meist gutartig, klein und harmlos sind. Einige Polypen können allerdings auch wachsen und zu bösartigen Krebswucherungen werden“, so Marschall.

Gute Heilungschancen

Es gibt allerdings auch Patienten, die die Darmkrebsvorsorge häufiger beziehungsweise in kürzeren Abständen vornehmen lassen sollten. Dies ist bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn der Fall sowie dann, wenn bei der ersten Darmspiegelung bereits ein Polyp entdeckt wurde. Betroffene, bei denen in der Familie bereits Verwandte unter Darmkrebs leiden, sollten ebenfalls mit ihrem Arzt abklären, wie ihre speziellen Vorsorgeintervalle aussehen sollten. „Grundsätzlich gilt, wer Darmbeschwerden hat, kann die Ursache immer kostenlos abklären lassen. Da spielt es keine Rolle, ob und wann zuletzt eine Früherkennungsuntersuchung wahrgenommen wurde“, sagt Marschall. Eine engmaschige Kontrolle sei auch deshalb so wichtig, weil sie den Betroffenen viel Leid ersparen und sogar Leben retten könne. „Wird Darmkrebs im Frühstadium diagnostiziert, sind die Prognosen gut und die Menschen nach der Operation in der Regel geheilt. Je später er erkannt wird, desto schlechter sind die Heilungschancen“, sagt Marschall. Hat Darmkrebs bereits Metastasen gebildet, ist eine vollständige Genesung meist nicht mehr zu erwarten.

Lifestyle ist entscheidend
Experten gehen davon aus, dass sich die Darmkrebsrate halbieren ließe, wenn die Menschen gesünder leben würden. Denn vor allem Tabakkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung steigern das Risiko für diesen Tumor. 

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