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Antriebslos? Was bei Winterdepressionen helfen kann

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Hamburg, 13. Januar 2026 – Das dunkle und nasskalte Winterwetter schlägt vielen Hamburgerinnen und Hamburgern aktuell aufs Gemüt – und es kann die psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Typische Anzeichen einer sogenannten Winterdepression sind gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, erhöhte Müdigkeit, Nervosität und Konzentrationsprobleme. Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg, rät: „Gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit können Spaziergänge an der frischen Luft oder gemeinsame soziale Aktivitäten die wichtige Serotoninproduktion fördern und das Wohlbefinden spürbar verbessern.“

Antriebslos und gereizt?

Wie der Name bereits vermuten lässt, tritt die sogenannte Winterdepression ausschließlich in den lichtarmen Monaten auf und verschwindet meist mit zunehmendem Tageslicht im Frühjahr. Ursache der affektiven Störung ist ein hormonelles Ungleichgewicht: Im Winter steigt die Produktion von Melatonin (auch Schlafhormon), während die Bildung des stimmungsaufhellenden Serotonins sinkt. Eine Folge: Symptome wie eine niedergeschlagene Stimmung, gesteigerter Appetit auf Süßes und Kohlenhydrate, erhöhtes Schlafbedürfnis sowie eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit.

Bei diesen vergleichsweise milden Symptomen empfiehlt die BARMER Tageslicht, regelmäßige Bewegung an frischer Luft und die Pflege sozialer Kontakte. Spaziergänge zur Mittagszeit oder Sport am Wochenende wirkten positiv auf die Stimmung und den Hirnstoffwechsel. „Bei stärkerem Leidensdruck sollten Betroffene jedoch unbedingt ärztlichen Rat einholen“, betont Susanne Klein. Im Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt ließe sich die Diagnose genau klären und eine passende Behandlung besprechen. Klein unterstreicht: „Depressionen sind heutzutage gut behandelbar und dürfen kein Tabu mehr sein.“

Digitale Unterstützung

Zu den bewährten Behandlungsoptionen bei einer diagnostizierten Depression zählen Psychotherapie, gegebenenfalls Medikamente und die Lichttherapie. Ergänzend können digitale Programme helfen. Die BARMER bietet ihren Versicherten deshalb unter anderem einen kostenfreien Zugang zu den Online-Coachings der Therapieplattform HelloBetter an. In wissenschaftlich geprüften Kursen lernen Nutzerinnen und Nutzer anhand von Videos, Audios und interaktiven Übungen, depressiven Verstimmungen vorzubeugen und ihre Lebensqualität zu steigern. Studien belegen eine messbare Verbesserung des Wohlbefindens. „Digitale Coachings sind ein wirksamer und vor allem sehr niedrigschwelliger Baustein zur Stärkung der psychischen Gesundheit“, so Susanne Klein.

Hamburg am stärksten betroffen

Wie verbreitet Depressionen in der Hansestadt sind, belegt auch der Morbiditäts- und Sozialatlas des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg): In keinem anderen Bundesland werden Depressionen pro Kopf häufiger diagnostiziert als in Hamburg. Im Jahr 2023 erhielten 1.240 von 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine entsprechende ärztliche Diagnose. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt (1.142 je 10.000). Besonders stark betroffen ist dabei die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen mit 2.003 Erkrankungen pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Für den Morbiditäts- und Sozialatlas werden anonymisierte Daten von BARMER‑Versicherten statistisch aufbereitet und standardisiert. So lassen sich Unterschiede in der Krankheitsbelastung zwischen einzelnen Regionen oder Bevölkerungsgruppen erkennen, die nicht allein durch Unterschiede im Alter oder Geschlecht erklärbar sind.

Nach Einschätzung von BARMER‑Landeschefin Susanne Klein hängt die hohe Zahl der Depressionsdiagnosen auch mit der vergleichsweise hohen Arztdichte in der Hansestadt zusammen: „Wo mehr Fachärztinnen und Fachärzte zur Verfügung stehen, werden psychische Erkrankungen naturgemäß häufiger erkannt und behandelt.“ Hinzu kämen die spezifischen Belastungen des Lebens in der Großstadt wie Hektik, Lärm und beruflicher Druck. Klein betont: „Wichtig ist, wer Hilfe sucht, findet in Hamburg ein breites Netz aus Ärztinnen, Therapeuten sowie Selbsthilfeangeboten. Mit Depressionen muss also niemand alleine bleiben – zu keiner Jahreszeit.“

Service für Redaktionen

Weitere Informationen zur Winterdepression finden Sie unter: www.barmer.de/a009262

Daten und interaktive Grafiken aus dem Morbiditäts- und Sozialatlas stehen unter https://www.bifg.de/atlas/depression zur Verfügung.

Informationen zum sechswöchigen Online-Kurs „HelloBetter Depression behandeln“: https://www.barmer.de/unsere-leistungen/kursangebote/psychische-gesundheit/depression-behandeln

Pressekontakt:

Sebastian Finger
Pressesprecher Barmer Hamburg
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