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Tag der Endometriose am 29. September – Einer der häufigsten Unterleibserkrankungen von Frauen Paroli bieten

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Das Bild zeigt eine Frau, die sich vor Schmerzen im Unterleib krümmt.

Wenn Frauen über starke Schmerzen während der Regelblutung klagen, leiden sie unter Umständen an einer Endometriose. Die Krankheit ist nur wenigen bekannt, obwohl sie eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen ist und gravierende Auswirkungen haben kann.

Unter Endometriose versteht man die Ansiedlung von Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, sich jedoch außerhalb der Gebärmutter befindet. Oftmals geht die Erkrankung mit starken Schmerzen während der Regelblutung einher, die zudem stark oder verlängert sein kann. Doch auch Schmerzen, die unabhängig von der Regelblutung oder beim Geschlechtsverkehr oder danach auftreten, können auf Endometriose hinweisen. „Die Endometriose wird in vielen Fällen mit dem sogenannten prämenstruellen Syndrom (PMS) verwechselt, welches unterschiedliche körperliche und psychische Symptome hervorruft. Dazu gehören auch Unterleibsschmerzen. Deshalb kann es oft mehrere Jahre dauern, bis eine Endometriose diagnostiziert wird. Viele Frauen versuchen, sich mit den wiederkehrenden Schmerzen zu arrangieren und denken, diese seien normal und man könne nichts dagegen tun“, so Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin der Barmer.

Der Tag der Endometriose am 29. September soll über die Erkrankung informieren, sie mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und der betroffenen Frauen rücken und mögliche Therapieoptionen aufzeigen. Denn obwohl jedes Jahr nach Schätzungen etwa 40.000 Frauen in Deutschland an Endometriose erkranken, ist die Krankheit nur wenigen bekannt. Dabei kann eine schwere Endometriose die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark einschränken. Sollten auch die Eierstöcke oder Eileiter von den sogenannten Endometriose-Herden befallen sein, kann zudem die Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden.

Welche Ursachen hat eine Endometriose?

Endometriose-Herde bauen sich wie die Gebärmutterschleimhaut in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus auf und werden am Ende abgestoßen. Da sich die Herde jedoch außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum befinden, können sie nicht wie eine gewöhnliche Regelblutung abfließen. Die Gewebereste können somit zu Verklebungen, Entzündungen oder Zysten führen, die unterschiedlich starke Schmerzen auslösen. „Weshalb sich überhaupt Endometriose-Herde bilden und warum einige starke und andere kaum Beschwerden verursachen, ist bislang ungeklärt“, so Marschall. In der Regel tritt eine Endometriose nur in den fruchtbaren Jahren auf. Meist beginnen die Beschwerden im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, oft jedoch bereits mit der ersten Regelblutung. Der Krankheitsverlauf lässt sich zwar nicht sicher vorhersagen, jedoch klingen die Beschwerden meist nach der letzten Regelblutung ab.

Wie wird eine Endometriose behandelt?

Bei Beschwerden, die auf eine Endometriose hindeuten, sollten sich Frauen unbedingt an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin wenden. Auch spezialisierte Endometriose-Zentren können hilfreiche Anlaufstellen sein. Die Endometriose kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung oder einer Bauchspiegelung diagnostiziert werden. Ist die Diagnose erst einmal gestellt, helfen individuelle Therapien, die Beschwerden zu lindern. Eine vollständige Heilung ist bislang leider nicht möglich. Die Behandlung wird auf die persönlichen Lebensumstände und Beschwerden abgestimmt und erleichtert den betroffenen Frauen, besser mit der Erkrankung zu leben.

„Eine medikamentöse Behandlung der Endometriose kann zum Beispiel mit Schmerzmitteln, hormonellen Verhütungsmitteln oder anderen Hormonpräparaten erfolgen. Hormonelle Mittel haben den Vorteil, dass sie das Wachstum der Endometriose-Herde bremsen und somit die Beschwerden abmildern können. Schmerzmittel greifen dagegen bei der Schmerzweiterleitung und -entstehung an“, erklärt Marschall. Eine weitere Option ist auch eine Operation, bei der die krankheitsauslösenden Gewebeansiedlungen entfernt werden. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich mit der Zeit wieder neues Gewebe außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Ist die Familienplanung abgeschlossen, kann unter Umständen auch die Entfernung der Gebärmutter inklusive Eileiter und Eierstöcke eine Option sein, die Beschwerden los zu werden. 

Webcode: p017300 Letzte Aktualisierung: 16.09.2021
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