Top oder Flop: Wie gesund sind Smoothies?

Smoothies liegen seit Jahren im Trend. Glaubt man den Versprechungen, ist das Mode-Getränk für alle, die sich bewusst ernähren und vielleicht sogar ein paar überflüssige Kilos loswerden möchten, eine Art Wundermittel. Schnell zubereitet, dabei ziemlich lecker und zudem auch noch unglaublich gesund. Doch stimmt das überhaupt?

Zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gehören Obst und Gemüse unbedingt dazu. Fünf Portionen oder umgerechnet etwa 650 Gramm sollen es täglich sein, so lautet die allgemeine Empfehlung der Experten wie beispielsweise der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Für viele ist es gar nicht so leicht, diese Ration im Alltag umzusetzen. Rettung verspricht hier seit einigen Jahren das Mode-Getränk Smoothie. Mit dem pürierten Mix aus Obst und Gemüse soll sich angeblich die eine oder andere Portion ersetzen lassen. Doch so einfach ist es eben nicht. „Nur wenn gerade kein frisches Obst und Gemüse zur Hand ist, kann ein gekaufter Smoothie zwischendurch einmal eine Alternative sein. Aber das Trend-Getränk sollte auf keinen Fall ein genereller Obst- oder Gemüseersatz sein“, sagt Micaela Schmidt, Diplom-Oekotrophologin bei der Barmer.

Selbst gemixt, statt fertig gekauft

Vor allem die industriell hergestellten Angebote halten oft nicht, was sie versprechen. Da der Begriff ‚„Smoothie” nicht geschützt ist, gibt es keine verbindlichen Vorgaben für die Zusammensetzung. So verwenden manche Hersteller beispielsweise ganze Früchte, andere dagegen nur Fruchtsäfte. Selbst Zusatzstoffe können in einem Fertigprodukt enthalten sein. „Am besten macht man Smoothies selbst. Das kostet meistens weniger und man weiß genau, was drin ist“, meint die Expertin. Um den Zuckergehalt so gering wie möglich zu halten, sollte ein guter Smoothie mehr Gemüse als Obst enthalten. Zum Pürieren eignet sich Wasser besonders gut, da es im Vergleich zu Fruchtsäften oder Milch deutlich weniger Kalorien hat. Wer mag, kann seinen ganz persönlichen Smoothie noch mit frischen Kräutern eine besondere geschmackliche Note verleihen.

Wenig Sättigungsgefühl

Doch auch selbst-gemixte Smoothies haben ihre Tücken. Zum einen gehen durch das Pürieren wichtige Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe verloren. Zum anderen gaukelt uns die flüssige Konsistenz vor, wir nehmen ein Getränk zu uns. Dabei entsprechen Kalorien und Nährwerte eher einer kleinen Mahlzeit – allerdings ohne den entsprechenden Sättigungseffekt. „Durch das Kauen fester Nahrung dauert das Essen schlicht und ergreifend länger, wodurch wir uns auch länger satt fühlen. Gleichzeitig hat frisches Obst und Gemüse ein größeres Volumen, füllt also den Magen besser aus, was ebenfalls zu einem schnelleren Sättigungsgefühl beiträgt”, erklärt Schmidt. Vor allem beim Abnehmen können Smoothies also eher hinderlich statt förderlich sein. Schmidt rät deshalb, das Getränk nicht als vollwertige Hauptmahlzeit zu verwenden, sondern ab und an gezielt anstelle einer Süßigkeit als Zwischen-Snack.

Webcode dieser Seite: p008272 Autor: Barmer Erstellt am: 15.09.2017 Letzte Aktualisierung am: 15.09.2017
Nach oben