Medizin zum Kleben

Wirkstoffpflaster

Ob zur Schmerzlinderung, als Hormontherapie, zur Rauchentwöhnung oder zur Behandlung von Herpes, die Anwendungsgebiete für Wirkstoffpflaster sind vielseitig. Doch auch bei der Medizin zum Kleben gibt es einiges zu beachten.

Vorbei die Zeiten, in denen Pflaster lediglich der Wundversorgung dienten. Längst haben sich Wirkstoffpflaster einen festen Platz in der Medizin erobert. Doch Wirkstoffpflaster sind nicht gleich Wirkstoffpflaster. Man unterscheidet zwischen sogenannten lokal wirkenden Pflastern und richtigen Arzneipflastern. „Lokale Wirkstoffpflaster enthalten in der Regel keine rezeptpflichtigen Stoffe und sind deshalb auch freiverkäuflich. Hierzu zählen beispielsweise Herpes- und Narbenpflaster und natürlich der Klassiker, das Wärmepflaster bei Bewegungs- oder Muskelschmerzen. Daneben gibt es richtige Arzneipflaster, die wie Medikamente wirken, und zwar im ganzen Körper. Diese können verschreibungspflichtig sein“, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer. Diese sogenannten transdermalen Pflaster werden unter anderem gegen Reisekrankheit, bei Nikotinsucht, zur Hormonbehandlung und bei starken Schmerzen eingesetzt.

Langsame, aber kontinuierliche Wirkung

Im Vergleich zu Pillen oder gar Spritzen unterscheiden sich die transdermalen Pflaster nicht nur in der Anwendung, sondern auch im Wirkmechanismus. „Der Wirkstoff dringt zunächst in die Haut ein, gelangt von dort in die Blutgefäße, darüber in den Blutkreislauf und erst dann an seinen Wirkungsort. Diese Besonderheit sorgt dafür, dass die Pflaster zwar nicht sofort helfen, dafür die Medizin aber langsam und gleichmäßig an den Körper abgeben“, so Günther. Zu den weiteren Vorteilen zählt auch, dass man nicht mehr darauf achten muss, ob man ein Medikament vor, während oder nach einer Mahlzeit einnimmt. Und die transdermalen Pflaster sind auch eine Erleichterung für alle, die nicht dran denken können, regelmäßig ihre Tabletten zu schlucken. Daher gibt es auch Pflaster für Menschen mit Demenz oder Parkinson.

Tipps für die Anwendung

Damit Arzneipflaster ihre Wirkung optimal entfalten können, sollte man bei der Handhabung darauf achten, sie vorsichtig aus der Packung zu nehmen und nicht zu zerschneiden, sonst könnte die Wirkstoffmatrix beschädigt werden. Die Haut sollte immer sauber, trocken und haarfrei sein. Nachdem die Schutzfolie entfernt ist, die Klebeschicht nicht berühren. Das Pflaster aufkleben und 30 Sekunden andrücken. Baden und duschen ist erlaubt. Aber Vorsicht, zu viel Wärme sorgt für eine schnellere Wirkstoffabgabe. Generell kann ein transdermales Pflaster je nach Wirkstoff bis zu mehreren Tagen auf der Haut bleiben, bevor es gewechselt werden muss. Lokale Wirkstoffpflaster wirken in der Regel mehrere Stunden. Im Zweifelsfall den Beipackzettel studieren oder direkt einen Arzt oder Apotheker fragen.

Webcode dieser Seite: p007121 Autor: Barmer Erstellt am: 16.01.2017 Letzte Aktualisierung am: 14.03.2017
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