Grippeschutz in Thüringen unzureichend
Überblick
- Thüringen ist das ostdeutsche Bundesland mit der niedrigsten Grippe-Impfquote. Das belegen sowohl Daten der Barmer als auch des Robert-Koch-Instituts (RKI).
- Das WHO-Ziel einer Grippe-Impfquote von 75 Prozent wird bislang weit verfehlt.
- Mehr als die Hälfte der besonders gefährdeten Personen, wie Pflegebedürftige oder Herzinfarktpatienten, ist ungeimpft.
- Robert Büssow, Landesgeschäftsführer der Barmer Thüringen: „Gesundheitsämter können dazu beitragen, die Impfquoten zu steigern, indem auch dort die Möglichkeit besteht, sich impfen zu lassen. Damit das möglich ist, muss Thüringen eine Anschlussfinanzierung des auslaufenden ÖGD-Paktes sicherstellen.“
Erfurt, 26. Februar 2026 – In Thüringen lassen sich immer weniger Menschen gegen Grippe impfen. Der Anteil der geimpften Über-60-Jährigen liegt im Freistaat laut Barmer-Daten bei 45,4 Prozent. Unter den ostdeutschen Bundesländern ist das die niedrigste Impfquote. Der bundesweite Schnitt liegt mit 40,8 Prozent jedoch noch niedriger.
Robert Büssow, Landesgeschäftsführer der Barmer Thüringen. Foto: Kai Eisentraut
Die Analysen der BARMER decken sich mit denen des RKI. Kassenübergreifend liegt demnach die Impfquote bei Über-60-Jährigen in Thüringen in der Saison 2024/25 bei 41 Prozent, bundesweit bei 34 Prozent. „Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Quote von 75 Prozent. Davon sind wir leider weit entfernt“, sagt Robert Büssow, Landeschef der Barmer Thüringen. Die Impfung schütze vor schweren Krankheitsverläufen und könne Todesfälle verhindern helfen.
Impfen in Gesundheitsämtern soll kommen
Hoffnung mache Barmer-Landeschef Büssow, dass künftig auch in Thüringens Gesundheitsämtern flächendeckend geimpft werden soll. Dies betreffe alle empfohlenen Schutzimpfungen und soll voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2026 für alle gesetzlich Versicherten möglich sein. „Wichtig ist, dass diese Vereinbarung am Ende auch wirklich mit Leben gefüllt wird. Das ist vor allem auch eine Frage der Personalressourcen.“, sagt Büssow mit Blick auf die Tatsache, dass der Bund die finanzielle Förderung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes Ende 2026 auslaufen lässt.
Pflegebedürftige und Herzpatienten unzureichend geschützt
Alarmierend niedrig sind die Grippe-Impfquoten laut Barmer-Auswertungen bei Risikogruppen. „Besonders gefährlich ist die Influenza für Patientinnen und Patienten in stationärer Pflege und nach Herzinfarkt. Mehr als die Hälfte dieser Versicherten wurde im Jahr 2023 jedoch nicht gegen Influenza geimpft“, so Robert Büssow. Und das, obwohl belegt sei, dass Herzpatienten nach einer Impfung unter anderem deutlich bessere Überlebenschancen haben. In stationären Pflegeeinrichtungen waren bundesweit zuletzt 48,9 Prozent geimpft, bei häuslich Pflegebedürftigen 45,6 Prozent. Pflegebedürftige ab 70 Jahren wurden sogar seltener geimpft als gleichaltrige Nicht-Pflegebedürftige.
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