Sicherheit bei Knieverletzungen

Bei komplexen Knieverletzungen oder Knie-Erkrankungen stehen Patienten oftmals vor der Entscheidung, sich operieren zu lassen. Allerdings muss bei Bänderrissen, Meniskusverletzungen oder Knorpelschäden am Knie nicht zwangsläufig die Operation das Mittel der Wahl sein. Denn häufig stehen auch alternative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ein zweiter, unabhängiger Blick gibt dabei Sicherheit und kann helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Die Barmer in Schleswig-Holstein unterstützt daher ihre Versicherten mit einer neuen Option, sich für oder gegen eine Operation am Knie zu entscheiden.

Unterstützung bei der Therapiewahl

Bestandteil des neuen Angebots ist eine zeitnahe Zweitmeinung bei Knieverletzungen, die beispielsweise durch Unfälle entstanden sind. Dafür hat die Barmer mit Dr. Frank Pries, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin und Leiter des Departments für Arthroskopische Chirurgie und Sporttraumatologie am Mare Klinikum Kronshagen, eine neue Vereinbarung geschlossen. Er bewertet nach einer umfassenden Untersuchung und anhand der vorliegenden Befunde die bisherige Therapieempfehlung und gibt eine neutrale zweite Meinung ab. "Vor allem bei bevorstehenden Operationen ist es sinnvoll, sich einen zweiten, unabhängigen Rat einzuholen. Durch die Vorstellung bei einem weiteren Spezialisten können so eventuelle Zweifel und Unsicherheiten ausgeräumt werden. Optimal aufeinander abgestimmte Therapiekonzepte tragen dazu bei, dass die Patienten wieder schmerzfrei und mobil an ihrem privaten und beruflichen Alltag teilnehmen können", sagt Thomas Wortmann, Landesgeschäftsführer der Barmer für Schleswig-Holstein.

Mehr als 7.500 Knie-OP‘s in Schleswig-Holstein

Mit dem Zweitmeinungsverfahren zur Therapie von Knieverletzungen setzt die Barmer gemeinsam mit Dr. Pries auf eine verbesserte Behandlungsqualität und -sicherheit. Im Jahr 2014 wurden mehr als 7.500 Schleswig-Holsteiner aufgrund von Knieverletzungen oder -erkrankungen in Krankenhäusern behandelt. Mehr als die Hälfte der Behandlungen betraf Binnenschädigungen des Kniegelenkes wie Meniskus- oder Bänderrisse. Davon betroffen war insbesondere die Altersgruppe der 45- bis 60-Jährigen. Demgegenüber betrafen Krankenhausbehandlungen wegen Luxationen, Verstauchungen und Zerrungen an Kniegelenk und Kniegelenkbändern vor allem die Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen. Aus Expertensicht ist in Deutschland jede zehnte Knie-Operation überflüssig.

Risiken, Chancen, Alternativen

Aus medizinischer Sicht sollte eine Operation am Knie nur nach sorgfältiger Abwägung aller Risiken, Chancen und in Frage kommender Alternativen vorgenommen werden. Ziel sollte es immer sein, das eigene Kniegelenk der Patienten voll funktionsfähig wieder herzustellen und ‘Ersatzteile‘, deren Haltbarkeitsdauer immer begrenzt ist, möglichst zu vermeiden. Insbesondere können auch Alternativen, wie beispielsweise moderne physiotherapeutische Maßnahmen, berücksichtigt werden. Letztere helfen oft, unnötige Operationen zu vermeiden oder Eingriffe hinauszuzögern. Gleichzeitig können sie dafür sorgen, dass Patienten wieder schmerzfrei und mobil sind. Sollte kein Weg an einer Operation vorbeiführen, können physiotherapeutische Maßnahmen Patienten gezielt darauf vorbereiten.

Beratung und Vermittlung durch den Barmer Teledoktor

"Unsere Versicherten können sich vor einer geplanten Operation ihrer Knieverletzung zunächst beim Barmer Teledoktor unter der kostenfreien Rufnummer 0800 3333 500 ausführlich beraten und dann zu Dr. Pries ins Mare Klinikum vermitteln lassen", erläutert Wortmann. Bundesweit hat die Barmer derartige Verträge mit ausgewählten Spezialisten abgeschlossen. "Vor allem jüngere Patienten sollten vor einer komplizierten Knie-Operation eine Zweitmeinung einholen, um einen übereilten oder fehlerhaften Eingriff zu vermeiden. Bislang hat etwa jeder dritte Patient, der sich eine Zweitmeinung eingeholt hat, auf eine Knie-Operation verzichtet", so Wortmann.

Krankenhausnavi bietet weitere Hilfestellung

Rund jedes zehnte der jährlich 390.000 in Deutschland eingesetzten künstlichen Hüft- und Knie-Gelenke muss später wieder ausgetauscht werden. Über die Ursachen ist bislang wenig bekannt. Die Barmer bietet ihren Versicherten mit ihrem Kliniksuchportal zusätzlichen Schutz bei Gelenk-Operationen. Das „Krankenhausnavi“ gibt einen ersten Einblick in das deutsche Endoprothesenregister (EPRD), das die Qualität von Implantaten und Gelenkeingriffen auswertet. Das EPRD listet erstmals die Kliniken auf, die freiwillig daran teilnehmen und regelmäßig Daten liefern. "Das Endoprothesenregister kann ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz, Qualität und Sicherheit bei Gelenkimplantaten sein. Alle rund 1.200 Kliniken, die künstliche Knie- und Hüftgelenke einsetzen, sollten dem EPRD beitreten und die notwendigen Daten liefern", fordert Wortmann. Bisher haben sich knapp 700 Klinken freiwillig registriert. "Wenn bestimmte Prothesen schadhaft sind, kann das Register als Frühwarnsystem dienen und eine Klinik ihre Patienten schneller informieren", so Wortmann und verweist auf Erfolge im Ausland. So sei in Schweden die Zahl der Wechseloperationen seit Einführung eines Endoprothesenregisters um fast die Hälfte gesunken.

Weitere Informationen zum Thema Zweitmeinung gibt es unter:
www.barmer.de/a000115 und zum Krankenhausnavi unter:
www.barmer.de/a000006.

Webcode dieser Seite: p004060 Autor: Barmer Erstellt am: 05.04.2016 Letzte Aktualisierung am: 15.12.2016
Nach oben