Hautkrebs-Früherkennung: Mehrheit nutzt Screening nicht
- GKV-Versicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening.
- In Hamburg nutzten nur etwa 284.000 Berechtigte (28,8 Prozent) dieses Angebot. Über 70 Prozent (rund 690.000 anspruchsberechtigte Versicherte) blieben fern.
- Junge Frauen nehmen die Vorsorge dabei häufiger wahr als gleichaltrige Männer. Bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren liegt die Rate bei 25,8 Prozent, bei Männern bei 17,6 Prozent
- BARMER-Landesgeschäftsführerin Dr. Susanne Klein: „Das Hautkrebs-Screening ist ein wichtiger Baustein für die Früherkennung und erfolgreiche Behandlung von Hautkrebs.“
Hamburg, 18. März 2026 – Weniger als 30 Prozent der anspruchsberechtigten gesetzlich Versicherten in Hamburg nehmen das Hautkrebs-Screening wahr. Das zeigt der aktuelle Arztreport des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Obwohl das Screening seit 2008 alle zwei Jahre kostenlos angeboten wird, ließen sich im Jahr 2023 oder im Vorjahr lediglich 28,8 Prozent der Versicherten ab 35 Jahren untersuchen – insgesamt waren das rund 284.000 Personen in der Hansestadt. Über 70 Prozent und damit rund 690.000 anspruchsberechtigte Versicherte blieben der Untersuchung fern. „Das Screening ist ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung und erfolgreichen Behandlung von Hautkrebs. Die Zahlen zeigen leider deutlich, dass dieses Angebot von der Mehrheit nicht genutzt wird“, so Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg. Die Auswertung mache zudem deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht sichtbar.
Jüngere Frauen gehen häufiger zum Screening
Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei jüngeren Erwachsenen in Hamburg: 25,8 Prozent der Frauen zwischen 35 und 39 Jahren nahmen das Screening wahr, bei den Männern desselben Alters waren es lediglich 17,6 Prozent. In höheren Altersgruppen verschiebt sich dieses Muster. So lag die Teilnahmequote bei Männern im Alter zwischen 80 und 84 Jahren bei 34,1 Prozent und damit leicht höher als bei Frauen derselben Altersgruppe (32,4 Prozent). Auffällig ist außerdem eine Veränderung in der Art der Inanspruchnahme: Während die Zahl der Screenings in hausärztlichen Praxen seit 2020 bundesweit um rund 30 Prozent zurückging und sich auf niedrigem Niveau stabilisierte, nahm die Teilnahme bei Dermatologinnen und Dermatologen zuletzt kontinuierlich zu. Der Arztreport zeigt außerdem, dass Menschen mit höherer Bildung das Screening häufiger nutzen. „Dass Menschen mit geringerer Bildung seltener teilnehmen, ist ein Warnsignal“, so Klein. Deshalb brauche es gezielte Informationskampagnen und niedrigschwellige Angebote, um insbesondere Risikogruppen besser zu erreichen.
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