Erneuter Rückgang bei Fehltagen in Hamburg
- Der Krankenstand sinkt in Hamburg von 5,69 Prozent (2024) auf 5,48 Prozent (2025)
- Auch die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) liegt mit 2.001 je 100 Versicherte unter dem Vorjahreswert (2.078).
- Realistisches Bild des Krankschreibungsgeschehens erst seit Einführung der eAU im Jahr 2022 möglich
- Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg: „Die außergewöhnlich hohen, corona-bedingten Fehlzeiten der vergangenen Jahre verlieren weiter an Bedeutung“.
Hamburg, 1. Februar 2026 – Gute Nachrichten für Hamburgs Arbeitswelt: Die Menschen in der Hansestadt waren 2025 seltener krankgeschrieben als im Jahr zuvor. Das zeigen vorläufige Auswertungen des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg 2.001 Krankheitstage je 100 Versicherte registriert. 2024 waren es noch 2.078 Tage. Umgerechnet bedeutet das: Jede versicherte Person fehlte im Schnitt rund 20 Tage krankheitsbedingt – knapp einen Tag weniger als im Vorjahr. Parallel sank der Krankenstand von 5,69 auf 5,48 Prozent. Damit waren in Hamburg täglich rund 55 von 1.000 Beschäftigten krankgeschrieben.
Nach Einschätzung der BARMER ist vor allem ein Effekt ausschlaggebend: Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie verlieren an Bedeutung. „Nach dem Ende der Kontaktbeschränkungen trafen viele Krankheitserreger auf ein wenig trainiertes Immunsystem. Das hat die hohen Fehlzeiten der vergangenen Jahre maßgeblich mitverursacht“, erklärt Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg. „Dieser sogenannte Nachholeffekt schwächt sich nun spürbar ab.“ Besonders deutlich zeigt sich das bei Atemwegserkrankungen. Die Fehltage wegen Erkrankungen wie Bronchitis oder grippalen Infekten gingen 2025 in Hamburg um 2,4 Prozent zurück. Bei klassischen Erkältungskrankheiten wie Schnupfen oder Mandelentzündung fiel der Rückgang sogar noch stärker aus: minus 6,1 Prozent. Die Zahl der Krankheitstage sank hier von 468 Tagen je 100 Versicherte im Jahr 2024 auf 440 Tage im Jahr 2025. „Wir beobachten eine schrittweise Rückkehr zu einem normalen Infektionsgeschehen“, so Klein. „Die außergewöhnlich hohen Fehlzeiten der vergangenen Jahre verlieren weiter an Gewicht.“Kran
Krankenstand sinkt auch bundesweit
Dieser positive Trend zeigt sich auch bundesweit. In ganz Deutschland wurden 2025 2.202 Krankheitstage je 100 Versicherte erfasst, nach 2.253 Tagen im Jahr zuvor. Der bundesweite Krankenstand sank von 6,17 auf 6,03 Prozent. Im Ländervergleich liegt Hamburg damit unter dem Bundesschnitt. Am niedrigsten war der Krankenstand in Baden-Württemberg mit 5,02 Prozent und 1.833 Krankheitstagen je 100 Versicherten. Die höchsten Fehlzeiten verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit 2.663 Krankheitstagen und einem Krankenstand von 7,29 Prozent.
Ein Blick zurück zeigt zudem, wie stark methodische Veränderungen das Bild beeinflusst haben: Im Jahr 2022 war zunächst ein deutlicher Anstieg der krankheitsbedingten Fehltage zu verzeichnen. Treiber dieser Entwicklung war neben einer Infektwelle vor allem ein statistischer Effekt: die Einführung der sogenannten elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung (eAU). Erst seit 2022 liegt ein realistisches Bild des Krankschreibungsgeschehens vor, weil seitdem alle Arbeitsunfähigkeiten digital erfasst und an die Kassen übermittelt werden. Zuvor gab es keine automatische elektronische Übermittlung von Krankenscheinen. Der markante Anstieg der Fehlzeiten in Hamburg von 15,2 Tagen im Jahr 2021 auf 19,9 Tage im Jahr 2022 ist damit weitgehend erklärbar.
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