Pressemitteilung aus Hamburg

Krebs in Hamburg weniger oft erkannt

Lesedauer unter 3 Minuten

Hamburg, 22. Juli 2022 – Während der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Menschen in der Stadt eine Krebsdiagnose erhalten. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Abrechnungsdaten der Barmer hervor. „Die Krebsdiagnosen lagen im ersten Jahr der Corona-Pandemie 26 Prozent unter der durchschnittlichen Krebsinzidenz der Jahre 2017 bis 2019“, sagt Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Hamburg. Untersucht wurden Krebsdiagnosen der Haut, der Brust, der Prostata und der Verdauungsorgane. Während die Zahl der Hautkrebsdiagnosen um zehn Prozent zurückging, waren die Rückgange bei den Verdauungsorganen (-25 Prozent) und bei der Brust (-28 Prozent) deutlich höher. Die Zahl der Prostatakrebsdiagnosen sank im Vergleich zu den Vorjahren sogar um 57 Prozent. „Weniger Krebsdiagnosen müssen nicht bedeuten, dass es tatsächlich weniger Krebserkrankungen gibt. Der Rückgang der Krebsdiagnosen hat möglicherweise damit zu tun, dass die Menschen aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus Krankenhäuser und Arztpraxen gemieden haben“, sagt Klein. „Ich empfehle allen, die ihre Krebsvorsorge in letzter Zeit verschoben haben, die wichtigen Untersuchungen so bald wie möglich nachzuholen. Keinesfalls sollte hiermit auf das Ende der Pandemie gewartet werden. Im Ernstfall könnte dadurch wertvolle Zeit verloren gehen“, so Klein weiter.

Hintergrund:

Nach wie vor ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Zu den häufigsten Arten gehören laut Krebsgesellschaft hierzulande Darmkrebs sowie Brustkrebs bei den Frauen und Prostatakrebs bei den Männern. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Früherkennungsuntersuchung. 

Mehr zur Krebsfrüherkennung unter barmer.de/gesundheit-verstehen/krebs.

Auswahl kostenfreier Früherkennungsuntersuchungen

Allgemeine Gesundheitsuntersuchung: Der Check-Up-35 prüft, ob Risikofaktoren etwa für Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für Diabetes oder Krebs vorhanden sind oder ob diese Erkrankungen bereits vorliegen. Versicherte zwischen 18 und 35 Jahren können ihn einmal und ab 35 alle drei Jahre beanspruchen.

Hautkrebs-Screening: Hier wird die Haut auf Veränderungen abgesucht. Die Untersuchung ist ab 35 Jahren alle zwei Jahre möglich. Barmer-Versicherte können einen Haut-Check bereits unter 35 alle zwei Jahre vornehmen lassen. 

Test auf verstecktes Blut im Stuhl: Eine Stuhlprobe wird untersucht auf mit bloßem Auge nicht sichtbares Blut, was ein Anzeichen für Polypen oder Krebs im Darm sein kann. Bei einem positiven Befund folgt eine Darmspiegelung. Der Stuhltest ist für alle gesetzlich Versicherten zwischen 50 und 54 Jahren einmal jährlich möglich, danach alle zwei Jahre. Es sei denn, es ist bereits eine Darmspiegelung erfolgt. Barmer-Versicherte erhalten ihn bereits ab 40 Jahren.

Darmspiegelung: Männer ab 50 und Frauen ab 55 Jahren können diese Darmkrebs-Früherkennung zweimal in Anspruch nehmen, mit zehn Jahren Abstand. Nach der Spiegelung ist für zehn Jahre kein Stuhltest nötig.

Frauen

Gebärmutterhalskrebs: Beim Pap-Test werden Gebärmutterhalszellen abgestrichen und auf Krebs hin untersucht. Für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren ist der Test einmal jährlich möglich und ab 35 alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung aus Pap- und HPV-Test. Der HPV-Test sucht nach bestimmten Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Tastuntersuchung der Brust: Frauen ab 30 können einmal jährlich den Test machen, bei dem Brüste und Lymphknoten auf Krebs untersucht werden.

Mammographie-Screening: Hier werden die Brüste auf Krebs hin geröntgt. Die Untersuchung ist zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre möglich.

Männer

Prostata- und Genitaluntersuchung: Hier werden Prostata und äußere Genitalien abgetastet, unter anderem auf Krebs. Männer ab 45 Jahren haben einmal im Jahr Anspruch darauf.

Screening der Bauchaorta: Hier können Männer ab 65 Jahren einmalig den Durchmesser der Bauchschlagader mit einem Ultraschallgerät messen lassen. So sollen große Aneurysmen rechtzeitig entdeckt werden.

Darüber hinaus gibt es weitere kostenfreie Früherkennungsangebote, etwa die U- und J-Untersuchungen für Kinder, zahnärztliche Untersuchungen sowie Untersuchungen für Schwangere. 

Pressekontakt:

Karsten Schulz
Pressesprecher Barmer Hamburg
Telefon: 0800 33 30 04 65 1131
E-Mailpresse.hh@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_HH

Nach oben