Vor allem Frauen leiden unter Depressionen – aber dreimal so viele Männer begehen deshalb Suizid

Hamburg, 8. August 2017 - Immer mehr Erwachsene müssen wegen einer Depression zum Arzt. Das geht aus einer Analyse der Barmer hervor. Demnach waren im Jahr 2015 in Hamburg 47.000 Männer wegen einer depressiven Episode beim Arzt, 8,5 Prozent mehr als noch im Jahr 2012. Bei den Frauen stieg die Zahl der Betroffenen im selben Zeitraum um 4,5 Prozent auf 84.800. „Vor allem Männer sollten aus falscher Scham nicht im Stillen leiden. Eine Depression ist eine Krankheit, die unbehandelt im schlimmsten Fall tödlich enden kann“, sagt Barmer Landesgeschäftsführer Frank Liedtke. So begingen in Deutschland im Jahr 2015 rund 10.000 Personen Suizid, darunter etwa dreimal so viele Männer wie Frauen.

Regionale Unterschiede sind rein medizinisch nicht erklärbar

Die Analyse zeigt außerdem deutliche regionale Unterschiede bei der Häufigkeit der Diagnose „depressive Episode“. Im Jahr 2015 stellten Mediziner in Hamburg bei 29 Prozent der Barmer-versicherten Frauen und 16 Prozent der Männer eine Depression fest. In Sachsen hingegen traf dies in derselben Altersklasse nur auf 20 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer zu. „Die deutlichen regionalen Unterschiede bei der Diagnose ‚depressive Episode‘ sind rein medizinisch nicht erklärbar. Möglicherweise werden dort mehr Fälle diagnostiziert, wo es mehr Ärzte, Psychotherapeuten, und Psychologen gibt“, sagt Liedtke.
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Online-Training zur Stärkung der Psychischen Gesundheit

„Für Menschen mit Depressionen kann es schwierig sein, sich an einen Arzt oder Psychotherapeuten zu wenden. Daher brauchen wir mehr niedrigschwellige Angebote, wie zum Beispiel unser Online-Training Pro Mind zur Stärkung der Psychischen Gesundheit. Sie können den Arzt oder Therapeuten zwar nicht ersetzen, wohl aber dazu beitragen, dass sich eine Depression nicht verschlimmert oder im besten Fall erst gar nicht entsteht“, sagt Frank Liedtke. Bei „Pro Mind“ beschäftigen sich die Teilnehmer in sechs Lektionen mit dem Thema depressive Stimmung. Dabei bekommen sie Kompetenzen vermittelt wie den Aufbau positiver Aktivitäten und Problemlösestrategien in Abhängigkeit von Stimmung und Verhalten. Informationen zu „Pro Mind“ finden Interessierte unter www.barmer.de/g100069.

Webcode dieser Seite: p008056 Autor: Barmer Erstellt am: 08.08.2017 Letzte Aktualisierung am: 08.08.2017
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