- Das app-gestützte Physiotherapieprogramm GLA:D soll Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und Operationen bei Arthrose möglichst vermeiden.
- „Mit GLA:D setzen wir auf ein innovatives und wissenschaftlich belegtes Versorgungskonzept. Für unsere Versicherten ist GLA:D ein absoluter Gewinn.“ (Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg)
- Allein in Hamburg sind zehntausende Menschen von Knie- oder Hüftarthrose betroffen; nach erfolgreicher Testphase wird GLA:D seit 2026 schrittweise bundesweit eingeführt.
Hamburg, 30. Januar 2026 – Schmerzen beim Gehen, Probleme im Alltag und eingeschränkte Beweglichkeit: Viele Menschen in Hamburg leben mit einer Hüft- oder Kniearthrose. Für Betroffene gibt es nun eine neue Behandlungsoption. Seit Januar 2026 bietet die BARMER ihren Versicherten in der Hansestadt das aus Dänemark stammende Therapiekonzept GLA:D („Good Life with osteoArthritis in Denmark“) an. Das wissenschaftlich fundierte Programm kombiniert persönliche Physiotherapie mit einer begleitenden App und soll Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und unnötige Operationen möglichst vermeiden. Nach einer dreijährigen erfolgreichen Testphase in Nordrhein-Westfalen wird das Programm nun bundesweit etabliert. „Arthrose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates in Deutschland und bringt für viele Betroffene extrem große Belastungen mit sich. Mit GLA:D setzt die BARMER auf ein innovatives und wissenschaftlich belegtes Versorgungskonzept, das die Lebensqualität verbessern kann. Für unsere Versicherten ist GLA:D ein absoluter Gewinn“, so Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg.
Mehr Selbstkompetenz für Patienten
Das Versorgungsprogramm GLA:D, das gemeinsam mit der Deutschen Arzt Management GmbH aus Essen entwickelt wurde, verbindet fundierte Informationen zur Arthrose, gezielte Patientenschulungen sowie strukturierte physiotherapeutische Trainings. Vorrangiges Ziel von GLA:D ist es, Beschwerden zu reduzieren, die Selbstkompetenz der Betroffenen zu stärken und operative Eingriffe möglichst zu vermeiden oder hinauszuzögern. Teilnehmende Netzwerkärztinnen und -ärzte könnten digital eine Verordnung für Patienten ausstellen. Sollte sich keine teilnehmende Arztpraxis in der Nähe befinden, gibt es auch die Möglichkeit, eine Verordnung von einer Online-Arztpraxis zu erhalten. Anschließend wählen Betroffene dann individuell eine GLA:D-Physiotherapiepraxis aus und starten dort mit dem Programm.
Volksleiden Arthrose betrifft Millionen
Wie groß der Bedarf an innovativen Arthrose-Therapien ist, zeigen Zahlen des BARMER-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Allein in Hamburg waren 2024 rund 82.000 Menschen mit Kniearthrose und etwa 47.000 mit Hüftarthrose ärztlich dokumentiert. Bundesweit litten mehr als 6,3 Millionen Menschen an Kniearthrose und mehr als 3,7 Millionen an Hüftarthrose. „Die tatsächliche Zahl der Betroffenen dürfte deutlich höher liegen, da nur Personen erfasst sind, die wegen ihrer Arthrose medizinische Hilfe in Anspruch genommen haben“, so Klein.
Der bundesweite Roll-out des Programms erfolgt nun schrittweise. In Hamburg sowie in Niedersachsen, Bremen, Bayern und Baden-Württemberg ist GLA:D seit dem 1. Januar 2026 verfügbar. Im Juli sollen Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern folgen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll GLA:D am 1. Januar 2027 starten. Der Beginn des Konzepts in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen ist für Juli 2027 geplant.
Service für Redaktionen
Weitere Informationen zum Arthrose-Versorgungsprogramm und eine interaktive Karte der teilnehmenden Einrichtungen gibt es unter www.glad-deutschland.de.
Daten zur Knie- und Hüftarthrose: BARMER-Arztreport (Ambulante Diagnosen nach ICD-10-Dreistellern)