Hamburg, 27. Januar 2026 – Besonders in den dunklen und nasskalten Monaten leiden viele Menschen unter gedrückter Stimmung, verminderter Energie und erhöhter Müdigkeit. Diese Beschwerden stehen häufig im Zusammenhang mit einer sogenannten saisonal affektiven Störung, umgangssprachlich auch Winterblues oder Winterdepression genannt. Von einer solchen Störung spricht man, wenn sich Symptome einer depressiven Episode ausschließlich und wiederholt im Herbst und Winter zeigen. Typische Anzeichen sind Antriebslosigkeit, erhöhte Müdigkeit, Nervosität, Konzentrationsprobleme sowie ein gesteigertes Schlafbedürfnis. Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg, erklärt: „Neben den klassischen Symptomen können auch atypische Beschwerden wie Heißhunger statt Appetitverlust und vermehrter Schlaf statt Ein- und Durchschlafstörungen auftreten.“
Saisonal bedingt und meist vorübergehend
Die Winterdepression tritt, wie der Name nahelegt, überwiegend in den lichtarmen Monaten auf und klingt bei den meisten Betroffenen mit zunehmender Tageshelligkeit im Frühjahr wieder ab. Saisonal abhängige Depressionen sind in der Regel weniger schwer ausgeprägt. Als mögliche Ursache gilt ein hormonelles Ungleichgewicht: In der dunklen Jahreszeit produziert der Körper vermehrt Melatonin, während die Ausschüttung des stimmungsaufhellenden Neurotransmitters Serotonin zurückgeht. Neben gedrückter Stimmung kann auch Heißhunger auf Süßes und kohlenhydratreiche Lebensmittel eine Folge der Winterdepression sein.
Abgrenzung zur klinischen Depression
Wichtig ist eine klare Differenzierung: Hält die Symptomatik unabhängig von der Jahreszeit über mehrere Wochen an und geht sie mit starkem Leidensdruck, Interessenverlust, anhaltender Hoffnungslosigkeit oder sogar Suizidgedanken einher, kann es sich um eine Depression handeln. Depressionen sind nicht nur saisonal begrenzt und bedürfen in der Regel einer psychotherapeutischen und/oder medikamentösen Behandlung. „Eine Depression im medizinischen Sinne ist etwas anderes als eine vorübergehende Phase der Niedergeschlagenheit oder ein Stimmungstief, das bei fast jedem Menschen im Laufe des Lebens ein- oder mehrmals auftritt. Depressionen sind eine ernsthafte Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen tiefgreifend beeinflusst und erhebliches Leiden verursacht“, betont Susanne Klein.
Mehr Licht, mehr Bewegung und rechtzeitig Hilfe suchen
Zur Linderung saisonal bedingter Beschwerden empfiehlt die BARMER möglichst viel Tageslicht, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sowie den bewussten Kontakt zu anderen Menschen. Spaziergänge zur Mittagszeit oder andere leichte Bewegungsformen können Stimmung und Hirnstoffwechsel positiv beeinflussen. Bei Glätte bieten sich Gymnastik zu Hause oder Bewegung in geschützten Innenräumen an. Sind Energielosigkeit und Antriebsschwäche jedoch stark ausgeprägt oder verschlechtern sich die Symptome trotz eigener Maßnahmen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. „Depressionen dürfen kein Tabu sein. Sie sind in der Regel gut behandelbar“, so Klein. Zu den Therapieoptionen zählen Psychotherapie, gegebenenfalls Medikamente sowie insbesondere bei saisonalen Beschwerden auch die Lichttherapie. Ergänzend können digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) helfen, depressive Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die BARMER bietet ihren Versicherten kostenlosen Zugang zu den Angeboten von HelloBetter an. „Die Nutzerinnen und Nutzer lernen mit wissenschaftlich fundierten Methoden und Übungen per App, wie sie depressiven Verstimmungen vorbeugen und ihre Lebensqualität verbessern können“, erklärt Susanne Klein. Klinische Studien zeigten, dass Nutzerinnen und Nutzer nach dem Training zufriedener leben.
Service für Redaktionen
Weitere Informationen zur Winterdepression: www.barmer.de/a009262
Daten und interaktive Grafiken aus dem Morbiditäts- und Sozialatlas: https://www.bifg.de/atlas/depression
Informationen zum sechswöchigen Online-Kurs „HelloBetter Depression behandeln“, den Versicherte der BARMER kostenfrei nutzen können: https://www.barmer.de/unsere-leistungen/kursangebote/psychische-gesundheit/depression-behandeln