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Pressemitteilungen 2025

„Dry January“: Alkoholmissbrauch in Hamburg weit verbreitet

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Hamburg, 30. Dezember 2025 – Nach den Feiertagen starten viele Menschen mit dem sogenannten „Dry January“ ins neue Jahr. Die Idee: einen Monat lang auf Alkohol verzichten. Die Aktion, 2014 in Großbritannien ins Leben gerufen, erfreut sich inzwischen auch in Deutschland großer Beliebtheit. 

„Schon 30 Tage ohne Alkohol können spürbare positive Effekte haben“, erklärt Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Hamburg. „Besserer Schlaf, weniger Kopfschmerzen, stabileres Gewicht und ein gestärktes Immunsystem sind nur einige der möglichen Veränderungen.“ Auch Herz, Kreislauf und Leber profitierten von der Auszeit. Zudem seien die psychischen Vorteile nicht zu unterschätzen: Teilnehmende berichteten häufig von mehr Ausgeglichenheit und einer höheren Lebensqualität. 

Alkoholmissbrauch überdurchschnittlich hoch

Gerade in Hamburg ist das Thema Alkoholsucht besonders relevant. Laut aktuellem Morbiditäts- und Sozialatlas des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) wurden im Jahr 2023 durchschnittlich 145 von 10.000 Hamburgerinnen und Hamburgern wegen Alkoholmissbrauchs ärztlich behandelt – rund 16 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt (125 Betroffene pro 10.000 Versicherte). Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer sind in Hamburg deutlich häufiger betroffen (198 pro 10.000) als Frauen (94 pro 10.000). Alkoholprobleme treten vor allem im mittleren und höheren Alter auf. Den Höchstwert erreicht Hamburg bei Männern zwischen 60 und 69 Jahren mit 470 Behandlungen pro 10.000 Versicherten. Auch die Einkommenssituation spielt offenbar eine Rolle: Menschen mit weniger als 15.000 Euro Jahreseinkommen sind rund sechsmal häufiger betroffen als Personen mit über 55.000 Euro Jahreseinkommen (259 gegenüber 40 pro 10.000).

Reflexion des Trinkverhaltens

„Der ‚Dry January‘ ist vor allem eine Chance, das eigene Trinkverhalten kritisch zu hinterfragen“, so Klein. Wer den Verzicht als besonders schwierig empfindet, sollte aufmerksam werden – das kann ein Hinweis auf ein erhöhtes Suchtrisiko sein. Die BARMER bietet hierfür einen Alkohol-Selbsttest unter www.barmer.de/a006509 an. Zusätzlich motiviert die Krankenkasse gemeinsam mit dem Blauen Kreuz Deutschland im Rahmen der „Try Dry“-Initiative dazu, regelmäßig alkoholfreie Phasen in den Alltag zu integrieren. Ob „Dry January“ oder „Sober October“: Jeder Moment ist eine gute Gelegenheit für eine Pause vom Alkohol.

Alkoholabhängigkeit ist ernsthafte Erkrankung

Klein betont, dass Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit ernstzunehmende Erkrankungen sind, die professionelle medizinische und therapeutische Hilfe erfordern. Der „Dry January“ könne ein wichtiges Signal sein, um Aufmerksamkeit zu schaffen und das Bewusstsein für problematische Trinkgewohnheiten zu schärfen. „Der ‚Dry January‘ ersetzt keine fachliche Diagnose und Therapie“, stellt Klein klar. Die Auszeit könne jedoch helfen, Warnsignale zu erkennen und Betroffene zu ermutigen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig trage die gesellschaftliche Aufmerksamkeit dazu bei, das Thema zu enttabuisieren und Verständnis für die Herausforderungen von Menschen mit Alkoholproblemen zu fördern.

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Sebastian Finger
Pressesprecher Barmer Hamburg
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