Sarah Wiener, Ursula Nonnemacher, Gabriela Leyh bei Ich kann kochen!
Ich kann kochen!

10-jährige Erfolgsgeschichte

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Gemeinsam kochen und essen mit Kindern in Kitas und Grundschulen - für die Präventionsarbeit von Ich kann kochen! setzte sich in Brandenburg im Jahr 2022 sogar die damalige Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher als Schirmherrin ein (hier im Bild in der Mitte nehmen Sarah Wiener, links, und BARMER-Landesgeschäftsführerin Gabriela Leyh, rechts). Nun feierten BARMER und Sarah Wiener Stiftung am 30. Oktober in Berlin den 10. Geburtstag von Ich kann kochen! und blickten auf erfolgreiche Jahre zurück: Deutschlandweit haben sich bereits mehr als 36.000 Genussbotschafterinnen und Genussbotschafter aus mehr als 19.000 Einrichtungen, darunter etwa 20 Prozent aller Grundschulen und 14,5 Prozent der Kitas, der gemeinsamen Ernährungsinitiative angeschlossen.

Ich kann kochen! in Berlin besonders erfolgreich

Besonders erfolgreich läuft Ich kann kochen! in Berlin. Fast die Hälfte der Grundschulen (48,4 Prozent) und rund 22 Prozent der Kitas haben Genussbotschafterinnen und Genussbotschafter ausgebildet. Der Erfolg von Ich kann kochen! in Berlin und Brandenburg kommt nicht von ungefähr: „Die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der gesundheitlichen Prävention hat in Berlin eine lange Tradition und hat in Brandenburg mit der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung sogar eine eigene Institution. Das Konzept von Ich kann kochen! ist hier auf fruchtbaren Boden gefallen,“ sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg.

Online-Plattform: Familienküche mit Kochanregungen und Rezepten

Die Ernährungsinitiative bietet bundesweit kostenfreie Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte von Kitas und Grundschulen an. Als Genussbotschafterin und Genussbotschafter bereiten sie dann gemeinsam mit den Kindern in ihrer Einrichtung leckere Mahlzeiten aus frischen Lebensmitteln. Die Barmer fördert teilnehmende Einrichtungen zusätzlich mit bis zu 500 Euro für den Einkauf von gesunden Lebensmitteln. Seit dem Jahr 2021 gibt es zudem die Plattform Familienküche. Eltern werden dort mit praktischen Tipps, Rezepten für das gemeinsame Kochen oder Küchenkniffen motiviert, ihre Kinder aktiv in den Essalltag einzubeziehen.

Umfrage: Abendessen ist wichtiges Familienritual

Zum Jubiläum der Initiative haben Barmer und Sarah Wiener eine große Studie in Auftrag gegeben, an der rund 1.200 Eltern von Kindern im Alter von drei bis elf Jahren teilgenommen haben. Bei der Ernährungskompetenz gibt es laut Studie erhebliches Verbesserungspotential. Nur jede zehnte Person fühlt sich demnach sehr sicher im Umgang mit Fragen rund um eine ausgewogene Ernährung. Das gemeinsame Abendessen bleibt den Studienergebnissen zufolge für viele Familien ein wichtiger Fixpunkt im Alltag. Diese Mahlzeit nutzen 80 Prozent, um sich auszutauschen und den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Kinder haben dabei häufig ein Mitspracherecht. In 69 Prozent der Familien dürfen sie bei der Essensauswahl mitentscheiden. Allerdings werden nur in gut der Hälfte der Haushalte Kinder aktiv in die Zubereitung einbezogen. Beim Portionieren haben sie dagegen oft das letzte Wort. Drei von vier Kindern bestimmen selbst, wie viel sie essen möchten.

Barmer legt Positionspapier zur gesundheitlichen Prävention vor

„Ich kann kochen! zeigt, wie erfolgreich Präventionsprojekte durchgeführt werden können. Doch gesundheitliche Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht den Krankenkassen allein überlassen werden. Generell fehlt die Beteiligung der öffentlichen Hand, um Strukturen, Angeboten und Maßnahmen der Prävention dauerhaft zu etablieren. In ihrem neuen Positionspapier zur gesundheitlichen Prävention fordert die Barmer, dass Bund, Länder und Kommunen einen verpflichtenden Anteil der Kosten übernehmen. Zum Positionspapier der Barmer.