Kind mit Pflaster am Oberarm
Zum morgigen Welt-HPV-Tag

Unzureichender Impfschutz gegen HPV in Brandenburg

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  • Trotz des nachgewiesenen Schutzes vor Gebärmutterhalskrebs sind in Brandenburg rund 29 Prozent der Mädchen und jungen Frauen im Alter von neun bis 17 Jahren nicht oder unvollständig gegen HPV geimpft.
  • Gebärmutterhalskrebs ist die vierthäufigste Krebsart bei Frauen. Jährlich erhalten rund 4.600 Patientinnen eine entsprechende Diagnose. Im Jahr 2020 starben mehr als 1.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.
  • Auch Jungen sollten sich gegen HPV impfen lassen, um sich und ihre Partnerinnen vor Krebs zu schützen. In Brandenburg sind jedoch 67,7 Prozent der Jungen bis 13 Jahren nicht oder unvollständig gegen HPV geimpft.

Berlin, 3. März 2026 – Viele Mädchen und Jungen in Brandenburg sind trotz entsprechender Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nicht oder nur unzureichend gegen das humane Papillomvirus (HPV) geimpft. Das geht aus dem Arzneimittelreport der Barmer hervor. Demnach sind knapp 29 Prozent der Mädchen und jungen Frauen im Land nicht vollständig gegen das Virus immunisiert. Bei Jungen bis zum Alter von 13 Jahren fällt der Anteil ohne vollständige HPV-Impfung mit rund 68 Prozent sogar noch deutlich höher aus. „Das humane Papillomvirus ist für fast alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Dabei kann eine HPV-Impfung Gebärmutterhalskrebs und andere bösartige Tumorerkrankungen verhindern und damit erwiesenermaßen Leben retten,“ sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg, anlässlich des morgigen Welt-HPV-Tages.

Wissenslücke Hauptursache für Impflücke

Laut einer repräsentativen BARMER-Umfrage zusammen mit dem Sinus-Institut unter bundesweit 2.000 Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ist eine große Wissenslücke Hauptursache für die erhebliche Impflücke. Demnach haben 22 Prozent der Jugendlichen in der Region Berlin-Brandenburg noch gar nicht von der Impfung gehört, 35 Prozent fühlen sich schlecht zu den Folgen einer Infektion mit HPV informiert, 26 Prozent fühlen sich schlecht über die HPV-Impfung unterrichtet. Für eine HPV-Impfung haben bei 85 Prozent die Eltern den Ausschlang gegeben, bei 45 Prozent die behandelnde Arztpraxis. Bei lediglich 19 Prozent der Befragten wurde „Angst vor Krebs durch HPV“ als Beweggrund für die Impfung genannt. 15 Prozent der Ungeimpften nannten Sorgen vor Nebenwirkungen als Barriere, 30 Prozent hatten sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt.

HPV-Infektion als „tickende Zeitbombe“

Jedes Jahr erkranken deutschlandweit rund 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Das ist die vierthäufigste Krebsart bei Frauen. Allein im Jahr 2020 starben 1.546 Frauen an einem solchen Tumor. Auslöser für die Erkrankung ist häufig eine HPV-Infektion, die sehr weit verbreitet ist. Eine HPV-Infektion bleibt zunächst symptomlos und hat nicht zwangsläufig eine Krebserkrankung zur Folge. Nach Schätzung einer Studie ist jede vierte Frau im Alter von zehn bis 30 Jahren mit HPV infiziert. Andere Schätzungen liegen sogar noch höher. Zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose haben sich bei jeder dritten Patientin bereits Metastasen in den Lymphknoten des Beckens gebildet. „HPV-Infektionen sind keine Bagatelle, sondern können sich über Jahre unbemerkt zu Krebs entwickeln. Viele Betroffene sagen rückblickend, sie hätten alles getan, um diese Erkrankung zu vermeiden. Die HPV-Impfung zu Lasten der Krankenkassen sollte daher unbedingt frühzeitig in Anspruch genommen werden“, sagt die Barmer-Landeschefin. Um die Impfbereitschaft in Brandenburg zu stärken, unterstütze die BARMER gemeinsam mit weiteren gesundheitspolitischen Akteurinnen und Akteuren den Schülerwettbewerb „Die Impf-Checker“.

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