Eltern können ihre Kinder vom sechsten Lebensmonat bis zum sechsten Lebensjahr sechsmal zur zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung (FU) bringen. Dabei erkennen Zahnärztinnen und Zahnärzte mögliche Erkrankungen von Mund, Zähnen oder Kiefer schon früh und behandeln sie rechtzeitig. Seit dem 1. Januar 2026 werden die FU im gelben Untersuchungsheft dokumentiert, das Eltern bei der Geburt eines Kindes bekommen. Dadurch erkennen Kinderärztinnen und Kinderärzte jetzt auf einen Blick, ob Eltern mit ihren Kindern zur FU gegangen sind. Wenn nicht, dann können sie die Familien darauf ansprechen.
Gesunde Milchzähne sind entscheidend für gesunde bleibende Zähne
Die erste Vorsorgeuntersuchung steht bereits im Alter von sechs bis neun Monaten an. "Viele unterschätzen, wie wichtig gesunde Milchzähne sind. Sie beeinflussen nicht nur die Gesundheit der bleibenden Zähne, sondern auch die Sprachentwicklung", betont Barmer-Landesgeschäftsführer Winfried Plötze. Die regelmäßige Vorsorge in der Zahnarztpraxis habe noch einen weiteren Vorteil: "Kinder, die von Anfang an zur Kontrolle gehen, verbinden den Zahnarztbesuch mit Normalität. Und nicht mit Angst."
Gesunde Ernährung, gesunde Zähne
Karies ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern im Vorschulalter. Von den unter 3-Jährigen haben zehn bis 15 Prozent kariöse Milchzähne, in sozialen Brennpunkten sind bis zu 40 Prozent betroffen. Eine konsequente Pflege ab dem ersten Milchzahn, aber auch die Ernährung spielt bei der Prävention von Karies eine wichtige Rolle. Karies kann durch eine zuckerreiche Ernährung begünstigt werden, da die Kariesbakterien Zucker verwerten, um schädigende Säuren zu bilden. Wenn ständig 'Zuckernachschub im Mund landet, vermehren sich rasch. Zahnbelag, der durch nicht oder schlecht geputzte Zähne entsteht, schafft zusätzlich eine günstigere Umgebung für Kariesbakterien. Plötze: "Zucker ist nicht nur in Süßigkeiten vorhanden, sondern auch in Fruchtsäften, Honig, Ketchup und vielen Fertiggerichten."
Nuckelflaschen vermeiden
Die Milchzähne brechen ab dem 6. Monat durch und sind ab da anfällig für Karies und Zahnfäule. Babys und Kleinkinder sollten keine Obstsäfte, gesüßte Tees und Milchgetränke in Nuckelflaschen bekommen. Denn durch das Nuckeln werden die Zähne über Stunden von Zucker umspült, was das Entstehen von Milchzahnkaries fördert. Der Bundesverband für Zahnärzte nennt Nuckelflaschen sogar als die Hauptursache für Milchzahnkaries.